Die Ausbildung zum Personal Trainer ist nicht standardisiert wie viele andere Ausbildungsberufe. Es gibt nicht DEN einen Weg und auch nicht DIE eine Ausbildung. Der Markt ist voll mit Anbietern jeglicher Couleur. Mein Weg kann beispielhaft für einen Einstieg in die Personal Trainer Branche stehen, je länger man dabei ist, desto mehr verzweigen sich die Wege, die man gehen kann.

Der Wunsch, der hinter meinem Sportmanagement Studium stand, war die Eröffnung eines Sporthotels. Das Grundstudium habe ich in Halle (Saale) absolviert und zum Hauptstudium nach Leipzig gewechselt. Da mir ein Kurs dazu fehlte, den es in Halle nicht gab, galt es diesen nachzuholen, bevor ich richtig ins Studium einsteigen konnte. Um die restliche Zeit sinnvoll zu nutzen habe ich mir einen Job gesucht. Als Sportstudent war es naheliegend, bei einem Fitnessstudio und Reha-Sportverein anzufragen. Ich konnte dort schnell Fuß fassen, mir wurde von Beginn an viel Vertrauen entgegengebracht.

Ein erster Schritt in die Richtung Personal Trainer war die Anfrage eines Mitgliedes, ob ich ihn individuell trainieren könnte. Von der Idee beflügelt habe ich 2008 bei der DTA (Deutsche Trainer Akademie) eine Lizenz zum Personal Trainer gemacht. Parallel zum Personal Trainer Business verfolgte ich die Idee, “Aktives Tagen” in Hotels anzubieten. Daraus entwickelte sich auch mein erstes Unternehmen: LE Business Sports. Ich habe mit Leipziger Hotels und Firmen zusammengearbeitet und bei Veranstaltungen aktive Pausen, Lauftreffs und Vorträge angeboten. Zusätzlich zu den beiden genannten Tätigkeiten war ich im Auftrag verschiedener Krankenkassen als Gesundheitsberater tätig. Dazu gehörten z.B. die Durchführung und Mitgestaltung von Gesundheitstagen.

All die Erfahrungen, gepaart mit meiner neugierigen Persönlichkeit ließen mich mit meinen Klienten zusammen wachsen. Aus dieser Sichtweise heraus habe ich mit der Zeit meine Fortbildungen herausgesucht. Bin ich mit meinen Klienten an Grenzen gestoßen, habe ich geschaut, was es braucht, um diese Herausforderung in der Zusammenarbeit zu meistern. Somit habe ich in den folgenden Jahren einige Weiterbildungen, Workshops und Seminare besucht. Dazu gehörten z.B. die Mental Trainer Ausbildung, Ernährungsworkshop sowie Yoga & Mobilitäts-Seminare.

Im Grunde habe ich überall reingeschaut, was der Fitness Markt hergab. Nach einiger Zeit hatte ich einen Punkt erreicht, an dem ich mich weiterentwickeln und vom Markt abheben wollte. In Leipzig kamen durch die sportwissenschaftliche Fakultät einige neue Kollegen/innen auf den Markt – Bootcamp, Outdoor Fitness oder Yoga sowie Pilates Studios schossen aus dem Boden. Auch EMS Training war auf dem Vormarsch. Aber das war alles nicht mein Thema. Also wie kann ich mich davon abheben? Welche Ausbildungen sind wichtig und was braucht es, um langfristig erfolgreich am Markt zu bestehen?

Weiterbildung Personal Trainer Ken Niestolik

Ich habe mich intensiver mit meinem Business als Personal Trainer auseinandergesetzt. In dieser Zeit kam man da unweigerlich mit dem PREMIUM PERSONAL TRAINER CLUB (PPTC) in Berührung. Ich hatte jedoch (noch) nicht das Selbstbewusstsein, mich sofort für die Prüfung anzumelden. Eine Alternative war das Mentoring Programm, das zu der Zeit neu initiiert wurde. Hierbei habe ich einen meiner wichtigsten Wegbegleiter als meinen Mentor gefunden: Alexander von Hausen. In Leipzig schon als erfolgreicher PT bekannt, haben wir uns gemeinsam mit meinem Business, meinen Fähigkeiten und das was es noch für den nächsten Schritt braucht, auseinandergesetzt. Schnell wurde klar, dass ich schon das Zeug zu einem PREMIUM PERSONAL TRAINER® hatte. Ein Jahr später habe ich dann erfolgreich die Prüfung bestanden und aus dem Mentor wurde ein Freund, Sparringspartner und wichtiger Impulsgeber.

Einen dieser wichtigen Impulse, die ich von Alex mitgenommen habe, war die integrative Körperarbeit. Einen großen Wendepunkt in meiner Art zu arbeiten gab es, als ich in einer Ausbildung die Thai Massage kennenlernte. Sie vereinte alles, was mir bei meiner Arbeit wichtig ist: Spüren, dicht am Menschen dran sein, Ruhe und Entspannung vermitteln. Aus der engen Zusammenarbeit mit Alexander ist auch das Studio hervorgegangen, in dem ich mich bis heute mehr als pudelwohl fühle. Dieser Ort konnte organisch wachsen und hat sich wie ein guter Rahmen um ein Bild – um meine Arbeitsweise – gelegt.

Im Grunde könnte die Geschichte an diesem Punkt schon zu Ende sein. PREMIUM PERSONAL TRAINER®, hauptberuflicher Trainer, eigenes Studio. War sie jedoch nicht. Denn es gibt einige Fragen, die man sich stellen sollte. Die ich mir stellte. Welche Ausbildungen soll ich jetzt noch machen? Was macht der Markt / die Branche, welche Entwicklungen gibt es? Welche Perspektiven eröffnen sich?

Weiterbildung Personal Trainer Ken Niestolik

Meine Entscheidung fiel auf eine Coachingausbildung. Allerdings kann man aus meiner Sicht nur dann eine hervorragende Arbeit als Coach machen, wenn man vor seiner eigenen Türe gekehrt hat. Eine Coaching Ausbildung bedarf einer Menge an Ressourcen wie Zeit und Energie. Zumal es „nur“ das Rüstzeug für die Arbeit mit auf den Weg gibt – die Arbeit als Coach wird immer ein spannender und sich verändernder Prozess bleiben. Im gleichen Jahr, in dem ich die Ausbildung begann und ich mich sehr viel mit Veränderung auseinander gesetzt habe, veränderten sich mein Business und auch ich selbst. Mir sind einige Klienten weggebrochen oder waren lange krank – aber ich wollte doch ein nachhaltiges und stabiles Business haben. Damit muss man erst einmal klar kommen.

Die Entscheidung, die ich daraufhin traf, kann man wohl als die wichtigste und auch mutigste bezeichnen, die ich bis dato als Unternehmer getroffen habe.  Als es mir wirtschaftlich nicht optimal ging, habe ich sehr viel in einen eigenen Coach investiert. Dabei durfte ich lernen, dass ich ein sehr guter Personal Trainer und angehender Coach war, aber ein erfolgreicher Unternehmer war ich noch nicht. Jetzt, rückblickend, war das echt eine verrückte und intensive Zeit. Es hat eine Menge Kraft gekostet, mir wurde einiges an Mut abverlangt, aber ich wurde belohnt. Ich bin ebenso als Unternehmer gewachsen, wie mein Business gewachsen ist. Mit meinem Coach arbeite ich nach wie vor eng zusammen und mein Business entwickelt sich immer weiter. Wohin – das wird sich zeigen, aber die Weichen kann ich selbst stellen. Das ist ein gutes Gefühl.