„Egal, ob du denkst, du schaffst es oder du schaffst es nicht, du wirst Recht behalten.“ – Henry Ford

Stimmt doch, oder? Schon als kleine Kinder wurde uns versichert, wenn man nur ganz fest an etwas glaubt, geht es in Erfüllung. Nur dachten wir damals an Pferde oder eine Karriere als Profifussballer. Mit dem Älterwerden zeigt sich vor allem, wie negative Glaubenssätze unsere Entwicklung beeinflussen.

Manche nimmt man ganz bewusst wahr. Wer als Schulkind im Sportunterricht immer als letztes in die Mannschaft gewählt wurde, wird wahrscheinlich keine Lust an Bewegung entwickeln und sich sagen, er oder sie wäre eh unsportlich. Warum dann quälen? Unbeantwortet bleibt die Frage, ob vielleicht eine andere Sportart genau das Richtige gewesen wäre. Oder Bewegung ohne Leistungsgedanken erfüllend sein kann, z.B. Wandern gehen oder mit Freunden Tischtennis spielen. Manch einer möchte gern singen. Wenn von klein auf suggeriert wird, dass man das nicht kann, wird der Wunsch immer unerfüllt bleiben und nur die Dusche oder das Auto sind Zeugen von inbrünstigen Gesangsdarbietungen.

Weitaus schwieriger sind die unbewussten Glaubenssätze zu greifen und entdecken. Speziell beim Thema Übergewicht sind es oft noch andere Faktoren als bloße Fehl- bzw. Überernährung. Zusätzliche Kilos können auch einen Schutz darstellen, weil das Innerste der Person verletzt wurde. Du bist nicht gut genug! Du leistest nicht genug! Aus dir wird nie etwas werden! Nur dünn bist du liebenswert. Mit diesen Glaubenssätzen wird der Körper das überflüssige Gewicht nicht loslassen. Im Gegenteil, er wird sich daran klammern, bis er keinen Grund mehr für diese Schutzschicht hat.

Glaubenssätze beeinflussen unser Leben. Sie können uns voranbringen oder bremsen. Unbewusst suchen wir Situationen auf, die unsere Glaubenssätze bestätigen, um dann sagen zu können: “Hab ich doch gewusst.” Dieses Festhalten an negativen Gedanken hindert uns daran, ein erfülltes Leben zu führen und Träume einfach einmal anzugehen, Neues zu entdecken oder die eigene Komfortzone zu verlassen. So können wir unser Potential nicht ausschöpfen.

Die gute Nachricht? Diese Glaubenssätze sind ein erlerntes Verhalten, das man wieder verändern kann. Dazu ist es wichtig, sich dieser Muster bewusst zu werden und sie im ersten Schritt auch anzuerkennen.

Die Situationen, aus denen diese Glaubenssätze resultieren, sind womöglich längst vorbei, aber das Muster ist geblieben. Wer an diesem Punkt bereits defensiv bleibt, kann keine Veränderung herbeiführen. Hat man seine persönlichen (hinderlichen) Glaubenssätze erkannt, gilt es, diese wertzuschätzen. Sie waren lange Zeit Teil des Lebens, haben möglicherweise auch viele positive Aspekte gehabt. Oder Teile davon helfen heute noch.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, irrationale Glaubenssätze aufzulösen. Das ist zum einen abhängig von den Methoden, die ein Coach anwendet, muss aber auch immer in Rücksichtnahme auf die seelische Konstitution des Klienten erfolgen. Vor allem hat dabei jeder sein eigenes Tempo und es kommt alles zu seiner Zeit.

Für einen ersten Einblick in diese Themen hilft es, sich bestimmte Situationen die negative Emotionen auslösen, genau anzuschauen. Denn Epiktet, ein griechischer Philosoph sagte schon: “Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben.“ Nicht die Situation selbst hemmt, stresst oder macht uns Angst, sondern wie wir sie bewerten. Glaubt man, dass es ohnehin keinen interessiert, was man zu sagen hat, macht der Gedanke an einen Vortrag, den man im beruflichen Kontext halten muss, ziemlich große Angst. An diesem Punkt kann der Coach ansetzen und mit dem Klienten zusammen schauen, welche Ressourcen dieser hat, um mit dem negativen Gefühl umzugehen. Oder gemeinsam nach Alternativen zu suchen, die in der Vergangenheit schon gut funktioniert haben. Praktisch könnten  es bspw. Entspannungsmethoden sein oder auch ein regelmäßiges Üben vor der Familie oder Freunden. Durch Bewusstwerden dieser Möglichkeiten flacht der Stress ab und die negativen Glaubenssätze werden umgedeutet.

Glaubenssätze, sowohl positive als auch negative, haben letztendlich auch etwas mit Selbstwirksamkeit und Kontrollüberzeugung zu tun. Wenn ich denke, dass ich bestimmte Dinge nie schaffen werde und dass ich aber auch wirklich nie Glück habe, gebe ich die Kontrolle aus der Hand und überlasse anderen Personen, dem Schicksal oder dem Pech das Zepter. Habe ich jedoch den Glauben, dass ich die Dinge selbst beeinflussen kann, wird aus einem “Das kann ich nicht” ein “Das werde ich schon schaffen”. Yeah!