Schon Feierabend? - Zeitstress als Statussymbol

Bist Du schon einmal in einer Buchhandlung am Regal mit dem Thema Zeitmanagement vorbeigelaufen? Bei der Fülle an Literatur scheint dies ein gut untersuchtes Fachgebiet zu sein. Dennoch drängt sich der Gedanke auf, inwiefern sich Zeit tatsächlich managen lässt. Ist das möglicherweise nur ein Mythos? Die Kernaussage im Großteil der Bücher lautet: Wir alle stehen unter Zeitdruck und müssen besser mit unserer Zeit umgehen lernen oder gar lernen, die Zeit zu managen. Der Subtext dazu wäre: Du könntest noch mehr leisten, noch effizienter arbeiten, wenn du nur deine Zeit richtig managen würdest. Aber stimmt das?

Was ist denn überhaupt Zeit? Zeit ist erst einmal nur eine physikalische Größe. Wirklich spannend macht sie erst unser subjektives Empfinden, denn je nach Situation nehmen wir sie anders wahr. Manchmal scheint sie zu rennen, dann wieder zieht sie sich nahezu schmerzhaft in die Länge. Dabei ist sie prinzipiell erst einmal fair, weil jedem Menschen gleich viel Zeit zur Verfügung steht.

Zeit hat auch einen sehr hohen ökonomischen Faktor. Viele Leistungen in der Wirtschaft sind an Zeiteinheiten gebunden. Was jedoch im wirtschaftlichen Kontext hilfreich sein kann, löst manchmal im Privaten durch ein zeitintensives Hobby wie Triathlon oder Musik ein ungutes Gefühl aus und führt somit zu Stress. Mit einem zeitintensiven Hobby bekommt man schnell ein schlechtes Gewissen, z.B. "Ich habe jetzt 3 Stunden in das Training investiert, also müsste ich auf Arbeit auch noch etwas mehr machen, um das auszugleichen." Oder das Hobby ist nicht nur zeit- , sondern auch preisintensiv. Dies macht die Verrechnung von Zeit gegen Geld emotional schwierig und verursacht teilweise Stress.

Ein Instrument spielen bringt Zufriedenheit, aber gleichzeitig kann die Verrechnung von Zeit gegen Geld für emotionalen Stress sorgen

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Training aktuell (2/2020) plädiert Karlheinz Geißler, ehemaliger Professor für Wirtschaftspädagogik,  für eine andere Perspektive: "Zeit ist ein Lebensmittel, denn ohne Zeit leben wir nicht.“ Er spricht sich dafür aus, Zeit zu erleben, zu erfahren oder zu erspüren.  Er beschreibt eine Entwicklung hin zum "Uhrzeitmenschen". Wenn wir von Zeit sprechen würden, meinten wir häufig die Uhrzeit. Doch Uhrzeit und Zeit sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Der Mensch verlerne, seinen Körper als sensibles Messinstrument zu nutzen. Für mich als Uhrenliebhaber und überpünklicher Mensch harter Tobak, aber grundsätzlich kann ich ihm nur beipflichten. „Wer zeitzufrieden ist, denkt über Zeit nicht nach.“ Das passiert mir bei Dingen, in denen ich mich verlieren kann z.B. beim Puzzeln.

Warum spielt Zeit so eine entscheidende Rolle für unsere Gesundheit? In der heutigen Gesellschaft sind Zeitdruck und Zeitstress geradezu ein Statussymbol. Es suggeriert, dass der allzeit Gestresste wichtig ist, bedeutsame Arbeit ausführt und wahrscheinlich auch auf der Karriereleiter die oberen Sprossen besetzt. Zeitnot zu haben ist "in". Aber ist es gesund?

Zeit ist fair und für alle gleich. Der Tag schenkt uns immer wieder aufs Neue 24 Stunden. Was uns allerdings stresst, ist die subjektive Bewertung der Zeit. Zudem ist die Zeitwahrnehmung für jede Person, Situation und auch Stimmung unterschiedlich. Was im Allgemeinen sehr gut funktioniert, ist der selbstbestimmte Umgang mit der Zeit, dies gibt Sicherheit und nimmt uns das Gefühl nur im Takt der Uhrzeit zu agieren.

Oft wird beim Thema Zeitmanagement auch davon gesprochen, dass es das Ziel hat, effizienter zu sein. Mit einer anderen Perspektive ist es aus meiner Sicht eher ein positiver Nebeneffekt, denn effizienter bedeutet nicht immer gleich auch die gewünschte Qualität im Ergebnis. Diese lässt sich eher durch mehr Konzentration, bessere Priorisierung, achtsame Haltung und Pausenzeiten erreichen.

Zeitdruck und Zeitstress sind mittlerweile geradezu ein Statussymbol - aber ist das auch gesund?

Tipps für den Alltag

Als Experte für Stresskompetenz gebe ich in diesem Zusammenhang gern die Impulse von Flowlife mit auf den Weg, die dabei helfen können, bewusster mit deiner Zeit umzugehen und aufkommenden Stress besser zu regulieren.

  1. Zeitmanagement ist Selbstmanagement – wir können nicht die Zeit managen, sondern nur uns selbst. Es gibt Tools, die dabei helfen, unsere Arbeitsorganisation, das digitale Konsumverhalten oder die Planung unserer täglichen Aufgaben entsprechend unserer Persönlichkeit zu gestalten, so dass wir die Zeit nicht mehr im Nacken spüren und als stressig empfinden. Eine Möglichkeit ist, To-Do-Listen zu erstellen und diese abzuarbeiten. Mit jedem Häkchen steigt das Gefühl, etwas erledigt zu haben. Gleichzeitig sollte man auch das eigene Befinden reflektieren, den eigenen Zustand im Auge behalten. Seine Werte und Prioritäten zu kennen und offen zu kommunizieren, beugt Missverständnisse vor und verhindert, dass man sich in der Komplexität des Alltags verrennt.
  2. Achtsamkeit – Produktivität schafft Lebensqualität. Mit der Zeit (haha, Wortspiel..) bekommen wir ein Bewusstsein dafür was uns wichtig ist, welche Werte und Prioritäten wir vertreten und welchen Rhythmus es braucht. Es hilft auch, die eigenen Ablenkungstrategien zu kennen.
  3. Klarheit für dich selbst – hier muss die Methode individuell angepasst werden. Klarheit für die aktuellen Themen, die dich umtreiben und möglicherweise blockieren.

Letztendlich greifen alle Dinge ineinander. Die Zeit bzw. der empfundene Zeitdruck ist aktuell eines der präsentesten Faktoren für das Aufkommen von Stress. Dabei ist es einfacher gesagt als getan, sich von der (Uhr-)Zeit zu lösen. Aber ich bin auch davon überzeugt, dass wir unseren Stress nutzen sollten und wo es notwendig wird, die Kompetenz zu entwickeln, einen besseren Umgang zu erlernen. Dafür braucht es in bestimmten Situationen einen Begleiter, der hilft, diese Kompetenzen zu erwerben. Ich bin gern dein Begleiter!

 


Was gehört wirklich dazu meine Ziele zu erreichen?

Zu Jahresbeginn lese ich sie wieder, die zahlreichen Texte über gute Vorsätze, Veränderungswünsche und Neuanfänge. Unterstützt wird diese Aufbruchstimmung von hübsch gestalteten Vision Boards und Journals, die uns dabei helfen sollen, unsere Wünsche optisch festzuhalten und gleichzeitig die vielen Ideen zu strukturieren. Es herrscht allgemein eine nahezu unbändige Bereitschaft, sich zum Positiven entwickeln zu wollen. Besonders um den Jahreswechsel herum stürzen sich Zeitschriften, Internet und TV auf das Thema Veränderung. Die klassische Überschrift und gleichzeitig größte Hürde: Wie erreiche ich meine Ziele?

 

Ich unterstütze dich gern mit meinem professionellen Wissen rund um Gesundheit zu mehr Vitalität und Lebensfreude!

Dazu gibt es bereits einige bekannte Vorgehensweisen, z.B. SMARTe Ziele planen (Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch, Terminiert). Dem Plan das Tun folgen lassen, den Fokus auf die Vision richten, Rückschläge einkalkulieren, denn die können trotz bestem Plan passieren. Generell wichtig, um aus etwas Gewohntem etwas Neues entstehen zu lassen? Regelmäßigkeit. Bleibe dran! Dies alles sind wunderbare Möglichkeiten seine Ziele zur positiven Veränderung anzugehen. Ich möchte mich in diesem Text jedoch speziell auf ein sehr isoliertes Thema bei Veränderungen konzentrieren.

In meiner Arbeit nehmen wir uns sowohl der kleinen Veränderungen als auch der möglichen großen Wandlungen an.  Diese sind jedoch oft nur bei der gleichzeitigen Weiterentwicklung der gesamten Persönlichkeit wirklich nachhaltig. Mir fällt es besonders auf, wenn der Klient zu Beginn der Zusammenarbeit wenig greifbare Visionen äußert, z.B. „Ich möchte wieder vitaler und gesünder durch meinen Alltag gehen.“ oder „Ich möchte mich wieder wohl in meinem Körper fühlen.“ Klingt nachvollziehbar und einfach? Das ist es oft nicht. Was anfangs eindimensional und nur auf den Körper bezogen wirkt, spricht in Wahrheit verschiedene Ebenen an. Ich betrachte daher die unterschiedlichsten Ebenen, damit die o.g. Zielerreichungsstrategien überhaupt zum Tragen kommen können.

 

Für mich ist es wichtig zu erkennen, woher die Motivation zur Veränderung kommt. Ist es der große Wunsch des Klienten oder vielleicht eher der des Partners, der Familie oder des sozialen Umfeldes? Möchte sich der Klient seiner selbst wegen entwickeln oder liegt darin der Wunsch nach Anerkennung von außen?

Auch der andere Fall ist durchaus denkbar. Die Veränderungsbereitschaft kommt aus dem Inneren heraus und man setzt den richtigen Fokus, geht die Veränderung mit Vollgas an. Die Erfolge kommen, aber plötzlich kommt das Umfeld damit überhaupt nicht mehr klar und macht die bereits erzielten Erfolge madig. Das zieht absolut den Motivationsstecker.

Daher ist es wichtig, dass du dir beim Definieren der Ziele nicht nur deiner eigenen Herausforderungen bewusst bist, sondern dir auch das passende, nämlich motivierende, Umfeld zu schaffen. Dabei hilft es, im Vorfeld deine Ziele transparent zu kommunizieren und die wichtigen Menschen in deinem Leben in den Plan einzuweihen. Das schafft zusätzlich Verbindlichkeit. Sobald du jedoch Angst hast, deinen engsten Vertrauten von diesen Plänen zu erzählen, sagt dir dein Kopf, dass es da noch einen Konflikt zu bewältigen gibt oder du noch nicht komplett zu deinen Plänen stehst. In dieser Phase hat es sich bewährt, sich bewusst zu fragen, was du brauchst, um den nächsten Schritt zu gehen. Vielleicht gibt es eine Vertrauensperson, die dir in dieser Phase eine Unterstützung sein kann und dich in deinem Tun motiviert.

Woher kommt mein Wunsch nach Veränderung? Steht mein Partner hinter mir?

Der Weg zum Ziel ist nicht immer mit Leichtigkeit gespickt und hat seinen Preis. Unabhängig von kleinen Rückschlägen oder Misserfolgen, denn: Es gibt nicht DIE EINE Variante zum Ziel. Wir sind alles individuelle Persönlichkeiten und haben unterschiedliche Grenzen, Bedürfnisse oder Motive. Daher bin ich der festen Überzeugung, dass wir flexible Lösungsansätze zum Erreichen unserer Ziele benötigen. Was vor 2 Jahren sehr gut funktioniert hat, kann dieses Jahr überhaupt nicht mehr klappen. Oder vielleicht passt der zeitliche, finanzielle oder emotionale Aufwand nicht mehr. Jede Veränderung hat ihren Preis und fordert deine Energie.

Damit du mehr Klarheit über deine Vision bekommst, stell dir doch bei den nächsten persönlichen Wünschen nach Veränderung zusätzlich folgende Fragen:

  • Worauf musst du vielleicht verzichten, damit du dein Ziel erreichst?
  • Was wäre der Preis, dieses Ziel zu erreichen?
  • Ist dein Ziel nur für dich oder auch für andere Menschen von Bedeutung?
  • Welche Konsequenzen hat der Weg zum Ziel oder gar die Erreichung des Ziels? (Viele neue Klamotten kaufen, Partner mag die neuen Eigenschaften gar nicht, Umfeld kommt mit der Veränderung schwer klar)

Es gibt nicht immer nur positives Feedback bei den Zielen. Werde dir dessen bewusst und hinterfrage genau, welche Wünsche in dir verwurzelt sind und für welche es sich lohnt, Energie, Zeit und Geld zu investieren.

Was ich allerdings empfehlen kann: Suche Dir einen Wegbegleiter! Wenn dein Partner dahinter steht oder sogar mitzieht, umso besser. Der beste Freund, die beste Freundin oder vielleicht einen Menschen im Bekanntenkreis, der diesen Schritt, den du gehen möchtest, bereits gegangen ist, eignet sich auch super. Greife auf diese Erfahrungswerte zurück. Das spart Energie und verbindet. Eine andere Möglichkeit ist ein Experte auf dem Gebiet der Veränderung. Gesundheitscoaches, Personal Trainer und Osteopathen kennen sich sehr gut aus und können eine wertvolle Unterstützung sein. Warum sich die Investition in einen Gesundheitsexperten lohnt, liest du hier.

Ein professioneller Gesundheitscoach oder Personal Trainer unterstützt deine Veränderung

Wie ich dich mit meiner Arbeit unterstützen kann, möchte ich dir am folgenden, erfolgreichen Beispiel erklären:

Im vergangen Jahr kam eine Klientin mit dem Wunsch zu mir, sich in ihrem Körper wieder wohl fühlen zu können. Der Wunsch nach weniger Ballast war sehr präsent, da sie schon im Alltag mit Bewegungseinschränkungen und Schmerzen lebte, aber auch soziale Belastungen aus dem Umfeld verspürte. Ihr Entschluss war gefasst und sie hat sich bewusst dafür entschieden, mit einem Experten zusammenzuarbeiten. Ein Grund dafür war auch, dass sie nicht einschätzen konnte, was in ihrer Situation der richtige erste Schritt wäre bzw. was überhaupt sinnvoll ist. Für sie ist die Investition in einen Gesundheitscoach eine große Hürde, da die finanzielle Belastung nicht eingeplant war.

Wir haben zu Beginn umfangreich an den Zielen, der Vision und auch an den möglichen Stolpersteinen gearbeitet, damit sie auf den unterschiedlichsten Ebenen eine Idee von ihren Wünschen bekommt. Wir haben den Nebel gelichtet. Sie ist super in die Umsetzung gekommen und schnell trat die körperliche Veränderung ein. Allerdings hat sie es selbst nicht so wahrgenommen, die positiven Statements kamen zuerst aus ihrem Umfeld. Rational hat sie es verstanden, aber emotional konnte sie diese Anerkennung nicht annehmen. Manchmal hält uns unser Inneres fest bzw. hält an dem Alten fest und boykottiert das Neue. In ihrem Fall war das sehr präsent. Zudem kamen noch die ungeplanten Investitionen in neue Kleidung, die im Budget nicht vorgesehen waren. Jetzt war es an der Zeit, mit ihr gemeinsam die Ziele und Wünsche nochmal von einer anderen Seite bzw. intensiver zu betrachten, da sie die Kosten der Veränderung in eine Trägheit geschoben haben. Wir hatten uns im Vorfeld damit zwar auseinandergesetzt, allerdings ist es nochmal etwas anderes, die Wandlung auch zu spüren und gespiegelt zu bekommen.

Somit haben wir gemeinsam an diesen Themen gearbeitet und uns bewusst damit auseinandergesetzt. Durch die (wiedergewonnene) Klarheit für die aktuelle Situation und die neu gewonnenen Stärken hat sie einen Weg für sich gefunden, mit aufkommenden Widerständen besser umgehen zu können oder diese erstmal nur wahrzunehmen. Mit dem schnellen Bewerten der Situation sind wir noch fleißig am üben.

Es ist nicht damit getan, sich einmalig mit all den Fragen und Gedanken zu beschäftigen. Regelmäßiges Reflektieren hilft, dran zu bleiben und nicht vom Weg abzukommen oder zu stagnieren.  Diese Klientin braucht beispielsweise einen regelmäßigen Abgleich und Statusbericht, damit sie die Veränderung besser annehmen und wertschätzen kann.

Gern begleite ich dich auch auf deinem Weg!

 


Ständig krank? So wird das Immunsystem wieder stark

Kennen wir das nicht alle? Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen und schon läuft die Nase. Eine Erkältung ist im Anmarsch. Pünktlich zum Herbst rollt auch jetzt wieder die erste größere Erkältungswelle an. Daher ist es wichtig, ein stabiles und nicht gestresstes Immunsystem zu haben. Doch nicht nur im Herbst & Winter gibt es Menschen, die sehr anfällig für Infekte sind. Einmal kurz am kalten Fenster gesessen oder Straßenbahn gefahren und schon rebelliert das System und sie werden krank.

Interessantes Beispiel: Vor einiger Zeit kam eine Klientin mit einem großen Wunsch zu mir - sie wollte nicht mehr so häufig krank werden bzw. nicht die gesamte kalte Jahreszeit mit Halsschmerzen, Erkältung oder Schlimmeren verbringen. Zudem waren ihre Energiereserven im Alltag sehr schwach und sie fühlte sich häufig müde oder abgeschlagen. Also alles, nur nicht leistungsfähig.

Ungesunde Ernährung, viel Stress, wenig Schlaf - das Immunsystem macht schlapp

und eine Party zu feiern. Im ungünstigeren Fall genesen wir gar nicht vollständig und fühlen uns für sehr lange Zeit immer latent an der Grenze zum Krankwerden oder -bleiben. Aber: ich bin doch nicht so krank, um im Bett zu liegen oder nicht auf Arbeit gehen zu können. Eher bewege ich mich mit angezogener Handbremse durchs Leben.

Man kann nicht pauschalisieren, welche Faktoren das Immunsystem bei jedem Einzelnen beeinflussen. Das Immunsystem ist ein hochkomplexes wie geniales Konstrukt unseres Körpers. Haben wir häufig Eindringlinge (Allergien, Parasiten, Pilze, Stress, Viren, Schwermetalle) in unserem System, so kämpft das Immunsystem ständig dagegen an. Das frisst regelrecht Energie und Ressourcen. Also kein Wunder, warum wir uns bei einer Erkältung so schlapp und müde fühlen. Der Körper muss haushalten und sich auf das Wesentliche konzentrieren. In dem Fall – gesund werden.

Kurzer Exkurs zu unserem Immunsystem: Erste Schutzmauer sind unsere Haut und die Schleimhäute. Im Normalfall haben es die Eindringlinge hier schon schwer vorbeizukommen, wenn wir in einem guten Zustand sind. In der nächsten Verteidigungslinie kommt die „angeborene Immunkompetenz“ auf die Tagesordnung. Jetzt beginnt ein Wunderwerk an Mechanismen, das uns dabei hilft, diese Eindringlinge abzuwehren.

Sich diesem Thema zu nähern, ist äußerst komplex, da es von so vielen Faktoren abhängt. Letztendlich soll die Arbeit des Immunsystems so unterstützt werden, sodass die Kompetenz des Immunsystem wieder zunimmt und nicht mehr so viele Nebenkriegsschauplätze zu bewältigen sind.

Um das Immunsystem zu stärken, sollte man nicht alle Themen auf einmal angehen, sondern die Therapie Schritt für Schritt aufbauen.

Aus meiner Erfahrung ist es wichtig, nicht alles auf einmal zu starten, um auch zu erkennen, welche Maßnahmen das System positiv beeinflussen können. Im Falle meiner Klientin haben wir uns bei den ersten Schritten auf die Ernährung mit Blick auf das Thema Entzündungen konzentriert. Nach einem individuellen Fastenplan inklusive gezielten Aufbau des Darms war schon viel mehr Energie vorhanden. Auch die Infektanfälligkeit wurde besser, aber war noch nicht gut. Damit das Immunsystem weitere Unterstützung bekommt, haben wir uns nach Diagnostik und Analyse für die Supplementierung mit Nahrungsergänzungen entschieden. Hierbei gibt es einige Vitamine (C & D) oder auch Spurenelemente (Zink & Selen), denen eine positive Wirkung nachgesagt wird. Ebenso wäre Omega 3 in diesem Zusammenhang ein guter Ansatz.

Sobald die Energie wieder dazugekommen ist, haben wir uns mit dem Thema Bewegung auseinandergesetzt. Die unterschiedlichen Funktionen des Immunsystems können durch gezieltes Training aktiviert werden. Damit allerdings keine weiteren Entzündungen entstehen, macht es Sinn, hier vorerst in einem moderaten Bereich aktiv zu werden.

Neben gesunder Ernährung und moderater Bewegung gibt es noch weitere Faktoren, die wichtig für ein intaktes Immunsystem sind. Ich frage meine Klienten z.B.  nach ihrem Stresslevel und Stressmanagement, der Qualität des Schlafes und ihrer allgemeinen Zufriedenheit. Gerade Stress kann zu großen Einschränkungen im Wohlempfinden führen, weil der Körper permanent im Fluchtmodus steckt. Hier habe ich bereits über die Auswirkungen von zuviel Stress geschrieben. Es hilft, sich selbst zu reflektieren und zu überlegen, welche Gedanken aktuell meine Ruhephasen bestimmen oder was mich nicht zur Ruhe kommen lässt. Versuche ich sogar, mich mit Netflix Marathon, putzen oder feiern abzulenken, um mich nicht mit unangenehmen Gedanken auseinandersetzen zu müssen?

Auch seelische Belastungen ziehen unserem Immunsystem Energien ab

Wie schaut es mit gutem und erholsamen Schlaf aus? Auch da frage ich, ob es z.B. immer gleiche Zeiten gibt, wann man aufwacht. Was will mir meine Organuhr damit sagen? Wann und was esse ich vor dem Schlafengehen? Gibt es möglicherweise Entspannungstechniken, die das Einschlafen erleichtern können? Mehr zu gutem Schlaf gibt es hier.

Körper und Geist gehören untrennbar zusammen. Daher haben Aussagen wie "Ich habe die Nase voll" oder "Das schlägt mir auf den Magen" auch einen Bezug zur eigenen Zufriedenheit. Wie steht es denn um meine Bedürfnisse? Kenne ich die überhaupt? Und welche Werte sind mir wichtig? Kann ich auch danach leben oder kämpfe ich mich mit leidigen Kompromissen durch? Wenn ich ständig eine Erkältung herumschleppe oder immer wieder Probleme mit dem Magen habe, sendet der Körper damit ein Warnsignal. Etwas läuft schief. Vielleicht stimmt die Richtung nicht. Oder das Tempo (nicht das Taschentuch :-) ) Ich empfehle jedoch nicht, im Akutzustand eine Komplettinventur der Seele zu machen, aber hin und wieder zu hinterfragen, ob sich das Leben gut anfühlt.

Wenn Sie sich angesprochen fühlen und sich Unterstützung auf Ihrem Weg zu einem stärkeren Immunsystem und mehr Vitalität wünschen, kontaktieren Sie mich gern.


Wie kann man einer Mutter helfen zu mehr Ruhe im Alltag zu finden

Erschöpfte Mama - Was kann man tun?

Wer den Begriff Personal Training hört, denkt meist erst einmal an pures Fitnesstraining. Gestählte Körper, braungebrannt und gut gelaunt. Zumindest suggerieren das unzählige Bilder auf Webseiten oder in Zeitschriften. Um die Komplexität und Vielfältigkeit unseres Berufes aufzuzeigen, möchte ich gern einige Fälle skizzieren, bei denen weit mehr als ein "Sportlehrer" gefragt ist. Gerade wenn Themen wie Erschöpfung, Müdigkeit, schwaches Immunsystem und andere, teilweise wenig greifbare Anzeichen auftauchen, reicht es nicht, zu mehr Bewegung zu animieren. Da muss ganzheitlich geschaut werden, wo die Ursachen liegen könnten. Das beginnt IMMER mit einem ausführlichen Gespräch.

In diesem Fall durfte ich einer erschöpften Mutter zur Seite stehen. Das ist absolut kein Einzelfall, im Gegenteil, es gibt leider viel zu viele Mütter, die mit ihrer Kraft und den Ressourcen am Limit sind. Besonders komplex macht diesen Fall das aufgeweckte, aktive Kind, das gegen Abend noch einmal richtig aufblüht. Die Mama hat bereits vieles ausprobiert, um dem Kind einen ruhigen Übergang in den Abend zu ermöglichen und etwas herunterfahren zu können, jedoch zeigten Vorlesen, Kindermeditation bzw. Traumreisen oder viel frische Luft keine Veränderung. Ich möchte hierbei darauf hinweisen, dass nicht darum geht, ein Kind ruhig zu stellen, sondern durch Rituale vielleicht ein wenig mehr Raum und Zeit für die Mama zu schaffen.

Im Gespräch wurde sehr schnell deutlich, dass wir vorerst keinen Trainingsplan erstellen müssen. Es wäre der falsche Weg, der Mutter noch mehr "Zu erledigen" Aufgaben zu geben. Ein großes Thema ist der Faktor Zeit. Zeit für die Familie, die Kinder, den Partner und ganz besonders für sich selbst. DENN: es ist KEIN Egoismus, wenn ich mir als Mutter (oder Vater) ganz bewusst Auszeiten nehme und diese auch einfordere. Kürzlich las ich folgenden Spruch: "Wenn du für andere da sein willst, denk an die Sauerstoffmaske im Flugzeug. Da musst du erst sicherstellen, dass es dir gut geht und dann kannst du dich auch um andere kümmern." Anders gesprochen, du kannst nur etwas aus deinem Glas Wasser abgeben, wenn auch etwas darin ist. Die Familie zählt zu den stärksten Bindungen, die wir als Menschen haben können. Daher ist es nur zu offensichtlich, dass unsere Kinder unser Leben und die Bindungen bereichern und beleben können. Neben den ganzen wunderbaren Momenten gibt es auch Situationen, in denen uns die Kinder aus dem Gleichgewicht bringen, an unserer Kompetenz zweifeln oder in alte Muster zurückfallen lassen, die wir selbst aus Kindheitstagen nicht gemocht haben.

Wie kann man einer Mutter helfen zu mehr Ruhe im Alltag zu finden

Ständiger Zeitdruck

Nun ist das heutzutage mit der Zeit so eine Sache. Ständig haben wir die Uhrzeit im Hinterkopf. Bis 15 Uhr läuft das Meeting, dann schnell den Nachwuchs aus der Kita abholen, noch fix auf den Spielplatz. Ach, auf dem Weg dahin muss ich aber noch mal im Supermarkt etwas für's Abendessen holen. Auf dem Spielplatz angekommen, kreiseln schon die Gedanken: „Hoffentlich klappt heute Abend alles und die kleine Maus schläft schnell ein, ich wollte doch noch eine kleine Runde Sport machen und ein paar Seiten im Buch lesen“. Ehrlich, welche Mutter kennt dieses oder ähnliche Szenarien nicht? Und das sind die guten Tage, wehe abends melden sich plötzlich Ohrenschmerzen oder am Tag ruft die Kita an, weil das Kind Fieber oder erbrochen hat (in der Regel zieht das nämlich eine Krankschreibung nach sich, weil das Kind 48 Stunden beschwerdefrei sein muss). Und schon fliegt einem das Tetris Spiel im Kopf um die Ohren.

Es ist nicht verwunderlich, dass viele Eltern auf Sparflamme laufen. Zeit für sich selbst ist ebenso wichtig, wie die Zeit für den Nachwuchs. Wenn ich mit Müttern (oder Vätern) darüber spreche, dann fällt die Entscheidung immer ganz klar aus – Pro Kind! Was auch vollkommen nachvollziehbar ist, zumindest in akuten und zeitlich limitierten Phasen. Auf Dauer wird dies schwierig, da der eigene Akku leerer wird, die Unzufriedenheit wächst und die Qualität im Umgang mit den Kindern wird unausgeglichener. Und Zack – herzlich willkommen im Kreis der Herausforderungen.

Mama erschöpft vom Alltag - was tun?Es gibt da den Satz „Kinder spiegeln die Eltern“. Auch wenn wir den nicht so gern hören wollen, trifft er in einem solchen Szenario voll zu. Wir haben eine innige Bindung zu unseren Kindern und Kinder schöpfen noch vollkommen andere Potentiale aus, die wir mit den Jahren leider mehr und mehr vergessen. Empathie zum Beispiel. Kinder spüren wie es uns geht und was mit uns los ist. Auch wenn sie es nicht kommunizieren können, doch reagieren werden sie. Das Kind wird unruhig, da es die innere Unruhe der Eltern fühlt. Vielleicht will uns das Kind unbewusst ein wenig unserer Energie abnehmen oder es eifert uns nach und möchte ein ähnliches Niveau des inneren Treibens erreichen wie die Eltern. Fakt ist jedoch, dass die Kleinen dies nicht oder nur schwer einschätzen und kontrollieren können. Und eine wichtige Tatsache darf man nicht außer Acht lassen: die kleinen Wirbelwinde haben einen größeren Energiespeicher als die Eltern 😉 Die Göttin der Jugend, Hebe, verleiht hier übermächtige Kräfte gegen die die Eltern nicht ankommen können. Oder doch?

Was tun?

Wenn die Erschöpfung da ist, sollte man auf jeden Fall genau nach den Energieräubern schauen. Es hilft, eine Art Inventur zu machen. Wie läuft der Alltag ab? Was könnte verbessert werden? Vielleicht auch mal fragen: was ist unwichtig oder kann auch noch liegen bleiben? Womit verbringen wir eigentlich unsere Zeit? In welcher Qualität. Wenn ich gleichzeitig versuche, mich dem Kind zu widmen, eine bestimmte Tätigkeit im Haushalt zu erledigen und vielleicht selbst noch mit einem Auge fernsehe oder im Internet unterwegs bin, mache ich zwar viel, aber nichts richtig bewusst. Das erzeugt Stress. Im Ergebnis bekommt dann vielleicht das Kind mein Durcheinander ab, weil es mich mit gefühlt 1000 "Warum" Fragen löchtert und ich nur noch genervt antworte. Solche Situationen lassen sich nicht immer komplett vermeiden. Dennoch kann man versuchen, Qualität über Quantität zu stellen.

Wenn ich mir z.B. bewusst Zeit nehme nach dem Heimkommen, mit dem Kind oder den Kindern auf Augenhöhe zu sprechen, nach ihrem Tag zu fragen, mir anzuhören, was sie gespielt oder gelernt haben, ist das vielleicht "nur" eine halbe Stunde, aber diese dann mit voller Aufmerksamkeit auf die Beziehung zwischen mir und meinem Kind. Das kann auch verhindern, dass die Kleinen kurz nach dem Bettgehen aufgeregt ankommen, weil es noch so viel zu erzählen gibt. Wir Erwachsenen wollen und sollten uns ja ebenfalls nach dem Arbeitstag austauschen. Danach kann man das Kind darauf hinweisen, dass die nächste halbe Stunde für die Vorbereitung des Abendbrotes oder Wäsche etc. benötigt wird und das es sich in dieser Zeit mit dem Lieblingsspielzeug oder einem Buch beschäftigen kann. Eine klare Vorgabe der Zeit hilft dabei, selbst wenn die Kleinsten noch kein Gefühl dafür haben. Man könnte dem Kind auf der Uhr zeigen, wie lange man für die Aufgabe benötigt. So fühlt es sich einbezogen. Für das Elternteil bedeutet es, in kurzer Zeit effektiv eine Arbeit zu schaffen, ohne auf die Multitasking-Miene zu treten.

Das ist nur ein Beispiel dafür, wie man Zeit klarer strukturieren kann, wobei deutlich gesagt werden muss, dass das ein Prozess ist und wahrscheinlich nicht gleich am ersten Tag perfekt abläuft. Routinen helfen ungemein, sowohl dem Kind als auch der Mama oder dem Papa. Das Kind lernt so einen weiteren wichtigen Wert: Transparenz. Ich kann dem Kind sagen, dass ich gleich eine Aufgabe erledigen möchte, damit ich dann schnell wieder für es da sein kann. Ich kann auch sagen, dass ich müde bin und vielleicht am Wochenende 20 Minuten Mittagsruhe exklusiv für mich haben möchte (sicher noch sehr vom Alter des Kindes abhängig, aber auch hier hilft Routine). Und ja, das Kind sollte auch lernen, dass Mama gern alleine aufs Klo geht.

So wichtig die Routinen für das Kind in diesem Prozess sind, so positiv wirken sie sich auch auf einen selbst aus. Dabei ist aus meiner Erfahrung heraus sehr entscheidend, ein Ritual zu etablieren, dass es einem ermöglicht, ganz bewusst von einer Lebenswelt in eine andere zu wechseln. Das könnte z.B. ein Spaziergang sein oder ein Atemritual. Oft hilft es auch, die Arbeitskleidung zu wechseln und in etwas Bequemes zu schlüpfen, was mich auch fühlen lässt, dass ich daheim bin. Etwas, dass das Gedankenkarusell im Kopf stoppt und verhindert, den Arbeitsalltag in die Freizeit zu übertragen. Eine klare Trennung hilft dabei, einen Teil des Tages abzuschließen, um einen anderen mit der Familie oder Freunden bewusst und gelassen genießen zu können.

Alltag mit Kind - Mutter erschöpft

Eigene Werte definieren

Genauso wie Kinder Werte vermittelt bekommen (sollen), die das Zusammenleben harmonisch machen, müssen wir uns selbst darüber bewusst sein:

  • Warum bin ich gerade gestresst? Wieso habe ich gerade so reagiert? Wo und wie spüre ich die Unzufriedenheit?

Je mehr Klarheit man über sich bekommt, desto besser kann man diese dann auch kommunizieren oder als Handlungskompetenz umsetzen. Und dabei zählt nicht: „Ich bin gestresst, weil mein Kind sich nicht anzieht oder beim Zähne putzen durch die Wohnung tanzt." Oft geht es tiefer. Was nehmen Sie wahr und wie können Sie das zu Ihrem Vorteil (in Zukunft) nutzen. Erst, wenn ich mir selbst darüber bewusst bin, welche Werte ich habe, was mir wirklich wichtig ist (fernab von Meinungen durch Ratgeber, Freunde, Eltern, Schwiegereltern...), kann ich meinem Kind die Richtung zeigen, in die wir uns bewegen wollen. Ich kann ihm einen sicheren, geschützten Raum geben, in dem es sich entfalten kann und gleichzeitig Ruhe findet.

Fazit: Bei unserem nächsten Treffen konnte mir die Mama berichten, dass die Abende dank der neuen Routine ruhiger ablaufen und das Kind schneller in den Schlaf fand. Dadurch wurde es gleichermaßen für die Mutter entspannter, es steht mehr Zeit zur Verfügung, um die eigenen Akkus wieder aufzuladen.

 

 

 

 

 


Personal Trainer Kenniestolik aus Leipzig mit einer Klientin

5 gute Gründe für einen Personal Trainer

In Zeiten von 24 Stunden Fitness Studios, Youtube Fitnessvideos und Onlinekursen stellt sich manch einem die Frage, warum er oder sie das hart verdiente Geld in einen Personal Trainer investieren sollte. Die Frage ist durchaus berechtigt, deshalb möchte ich gern auf die Besonderheiten und Vorteile der Arbeit mit einem Personal Trainer oder Trainerin eingehen. Hier sind 5 Gründe, die dafür sprechen:

1. Individuell abgestimmte Betreuung durch den Personal Trainer

Jeder einzelne Termin, jede Diagnostik, jede Ernährungsempfehlung - alles wird individuell auf den Klienten oder die Klientin abgestimmt. Natürlich gibt es auch in Fitnessstudios eine Ersteinweisung mit dem gewünschten Programm, basierend auf den Zielen der Kunden, aber wir Personal Trainer begleiten jede Stunde, passen Inhalte sofort an, wenn wir merken, dass es spontan etwas anderes braucht.

2. Flexible Trainingsbegleitung - dort wo es am besten passt

Zugegeben, rund um die Uhr bin ich nicht im Einsatz, doch bieten die meisten PT's auch Trainingszeit vor den normalen Arbeitszeiten an (ab 6 Uhr morgens) bzw. vergeben Termine bis 22 Uhr. Darüberhinaus sind viele Trainer flexibel, was den Trainingsort anbelangt. Das kann im eigenen Studio sein, aber auch beim Klienten daheim, draußen im Park oder auch im Büro / an der Arbeit.  Gerade wenn die Zeit knapp ist und man Gefahr läuft, das Training schleifen zu lassen, ist es umso motivierender, wenn der Trainer persönlich erscheint und das Workout oder die morgendliche Laufrunde zusammen absolviert wird.

3. Persönliche Bindung zum Personal Trainer

Manche mögen die Anonymität des Trainings im Fitnessstudio oder noch lieber daheim vor dem Rechner mit digitalen Fitnessprogrammen. Das ist völlig in Ordnung, wobei so nicht immer gewährleistet ist, dass die Übungen korrekt und sicher ausgeführt werden. Es korrigiert keiner eine fehlerhafte Haltung, die schlimmstenfalls zu Überlastung und Verletzung führen kann. Mit einem gut ausgebildeten Personal Trainer passiert das nicht, denn er wird auf die genaue Ausführung der einzelnen Bewegungen achten. Der Erfolg des Personal Trainings ergibt sich in hohem Maße aus der persönlichen Bindung zwischen Trainer und Klienten, denn nur wenn ich nah dran bin, kann ich genau einschätzen, was es braucht, um ein erfolgreiches Training zu absolvieren. Das kann in dem Fall z.B. auch mal eine Massage oder ein langer Spaziergang sein, weil ich als Trainer schon bei der Begrüßung merke, dass der Klient gestresst oder erschöpft ist und es etwas ganz anderes braucht.

Personal Training in Leipzig bei Ken Niestolik
Geht nicht übers Internet - die persönliche Bindung zum Personal Trainer

4. Qualitativ hochwertige und geprüfte Ausbildung

Egal ob Trainer im Fitnessstudio oder Personal Trainer, eine Basisausbildung bzw. Trainerlizenz ist ein Muss. Anders sieht es meist bei selbsternannten Fitnessexperten im Internet aus. Da fehlt es leider oft am grundsätzlichen Wissen von der Funktionsweise des Körpers und wie man ein Training sicher und verantwortungsvoll anleitet. Personal Trainer investieren viel Zeit und auch Geld in Aus- und Weiterbildungen, um ihre Klienten umfänglich und auch fachübergreifend betreuen zu können. Meist gehören Ernährung samt Mikronährstoffkunde, Stressbewältigung von Meditation bis Yoga oder auch Coaching in allen Lebenslagen dazu. Dieses Gesamtpaket kommt dem Klienten zu Gute, er erhält alle Informationen aus einer Hand, passend zum aktuellen Zustand und den individuellen Zielen. Ich habe kürzlich bereits über das Thema Ausbildung, sowohl meine eigene, als auch die von Alexander von Hausen geschrieben. Daran sieht man, wie unterschiedlich, aber auch thematisch komplex wir Trainer aufgestellt sind.

5. Dauerhafte Motivation durch den Personal Trainer

Schon mal kurz nach Jahreswende im Fitnessstudio angemeldet? Im Sommer immer noch regelmäßig da gewesen? Dieses Szenario kennen sehr viele, die mit Motivation starten, diese dann leider sehr schnell wieder verlieren und damit einhergehend auch einiges an Geld liegenlassen. Mit einem Personal Trainer bekommt man nicht nur individuelles Training, das nicht langweilig oder öde wird, sondern auch einiges an Verbindlichkeit. Es fällt einfach leichter sich aufzuraffen, wenn man nicht alleine ist. Die Ausfallquote ist dadurch geringer, die Klienten erreichen mit mehr Spaß und Freude schneller und nachhaltiger ihre Ziele.

Was eine Klientin dazu bewegt hat, sich einen Trainer (mich😄) zu suchen und welche Erfahrungen sie damit gemacht hat, könnt auf meinem Blog hier nachlesen. Im nächsten Artikel gehe ich darauf ein, was Personal Training wert ist und warum wir kosten was wir kosten, denn für viele Menschen ist der Preis ein große Hemmschwelle hin zum Personal Training.


Wege zum Beruf Personal Trainer - Interview mit Alexander von Hausen

Der Satz "Viele Wege führen nach Rom" passt in unserer Branche besonders gut. Man könnte 10 Personal Trainer fragen und würde 10 ganz unterschiedliche Biographien kennenlernen. Meinen Weg habe ich kürzlich hier aufgeschrieben. Ich selbst finde es sehr spannend, welche Pfade meine Kollegen und Kolleginnen gegangen sind. Einen wirklich interessanten Zugang zum Werdegang Personal Trainer hat mein Freund, Kollege, Mentor und Taktgeber Alexander von Hausen, den ich dazu befragt habe.

1. Wie bist du auf die Idee gekommen, Personal Trainer zu werden? Wie bist du dieses Ziel angegangen?

Durch die sportliche Leidenschaft meiner Jugend: Karate und Ausdauersportarten. Ich war in meiner Jugend ein Bewegungsjunkie. Angeregt durch diverse Kampfsportfilme der 80er/90er Jahre brannte mein Herz für die asiatischen Kampfkünste. Ich spürte in mir eine unbeschreibliche Anziehung. Über viele Jahre waren 1-3 Einheiten pro Tag mein Trainingspensum, das ich dahingehend mit Leichtigkeit abspulte. Die Vielfalt des Triathlons und Marathontrainings gaben mir die nötige Grundlagenausdauer, um nationale und internationale Karatewettkämpfe zu bestreiten und gleichzeitig ins National Team des militärischen Fünfkampf delegiert zu werden. 2002 und 2003 durfte ich Deutschland auf den Weltmeisterschaften in Harskamp/Niederlande und Draguignan/Frankreich vertreten. Gleichzeitig spielte ich über viele Jahre Basketball und Tischtennis im Verein. Heute schmunzele ich rückblickend aber wohlwollend über diese wichtigen Basisjahre, in denen es um Ausdruck im Außen ging. Disziplin, Lust auf vielfältige Sportarten und tiefes Durchdringen von Leistungsfähigkeit meines Körpers durfte ich in dieser Zeit lernen.

Dies ist auch mein erster Aufruf für alle werdenden Personal Trainer. Findet eine Sportart, die euch mit unstillbarem Hunger danach verbindet, die euch glücklich macht und eine Reise zu euch aufzeigt. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten, je nachdem wofür euer Herz schlägt. Entweder ihr interessiert euch für die Vielfalt unterschiedlicher Bewegungsarten oder ihr findet die Vielfalt in einer Sportart. Findet und entfacht euer inneres Feuer.

Nun lag es für mich nahe, nach der Bundeswehr meine Leidenschaft zum Beruf zu machen und Sportwissenschaften in Leipzig zu studieren. Auch wenn ich rückblickend nur bedingt Teile des Studiums in meiner heutigen Arbeit verwende, ist diese Basisausbildung von unschätzbarem Wert, da es mir frühzeitig die verschiedensten Perspektiven des Denkens zu Gesundheit und Sport eröffnet hat.

Mein ganzheitlicher Ansatz wurde maßgeblich vom Vater meiner ersten Freundin geprägt, dem Sportwissenschaftler und Qi Gong Meister Ralf Helm, der das Pilotenzentrum der Bundeswehr in Masserberg/Thüringen geleitet hat. Ralf hat damals schon Sporttherapie, Qi Gong, Meditation und die Vielfalt sportlicher Bewegungsformen in der Natur kombiniert. Er hat mich frühzeitig (mit 18 Jahren) in Verbindung mit  Qi Gong, Meditation und einem ganzheitlicher Denken in Berührung gebracht. Bis heute treffen wir uns und tauchen in die Vielfalt der inneren Arbeit ein. Ein Ansatz, der mich bis heutet leitet, ein roter Faden, der sich seit dem durch meine Sicht- und Arbeitsweise zieht. Damit möchte ich euch einladen: Sucht euch Mentoren, gleicht deren Erfahrungen mit eurer Sichtweise ab.

So lag es nahe, eine Berufung zu finden, in der ich mich mit der Vielfalt meiner Interessen ausleben und finden konnte. 1999 reifte in mir der Gedanke, mich als Personal Trainer selbstständig zu machen, weil mich ein unterbewusstes Bauchgefühl förmlich anzog. Da es zu dieser Zeit kaum etwas über Personal Training gab, außer von einem David Kirsch, Jennifer Wade , Matt Roberts  & Co gelesen zu haben, stand somit die Tür offen, mich frei zu entfalten. Dieser Weg hatte lange vorher begonnen und ich begreife ihn als Berufung, mich in meiner Vielfalt als Mensch auszudrücken.

Meinen ersten Klienten bekam ich im Jahr 2000, als ich neben dem Studium noch im KIESER TRAINING arbeitete. Für meine PT Homepage wollte ich Bilder machen und fragte ein Mitglied des Studios, ob er sich mit mir ablichten lassen wolle. Ich erzählte ihm von meinen Vorhaben und er sagte mir, dass er sich gerne danach mit mir darüber unterhalten wollte. So bekam ich meinen ersten Klienten, den ich auf einen Marathon vorbereitete und auf einer Golfreise ans Mittelmeer begleitete.

2. Eignet sich jeder für die Ausbildung als PT oder sollte man bestimmte Eigenschaften mitbringen?

In den Jahren der Selbstfindung als Personal Trainer durchläuft man immer wieder Zyklen des Auf und Ab's. Wer kein Vertrauen in den Prozess des Lebens hat, eventuell unbegründete Existenzängste mit in die Wiege gelegt bekommen hat, sich Dinge nicht alleine erarbeiten kann, dem empfehle ich Personal Training nicht.

3. Auf welchem Weg kann man sich deiner Meinung nach am besten zum PT ausbilden lassen? Von  welchen Ausbildungsangeboten sollte man lieber die Finger lassen?

Ich empfehle als Personal Trainer eine fundierte Ausbildung als Basis zu belegen: Sportstudium oder Physiotherapie. Von dort aus beginnend, sucht man sich die Werkzeug, die zu einem selbst und dem Klientel passt. Ich bin kein Fan von online Ausbildungen.

4. Du hast zahlreiche Ausbildungen hinter dir. Was war dir bei der Wahl deiner Ausbildungen wichtig?

Bei der Auswahl meiner Aus- und Weiterbildungen war es mir wichtig, diese fach- und kulturübergreifend in der ganzen Welt zu suchen. Wenn es z.B. darum ging Akupunktur und Qi Gong zu verstehen, dann wollte ich dies in China erlernen. Ich wollte die Menschen dort kennen lernen, mit ihnen gemeinsam essen und ihr Wesen zu erfahren.

Weiterhin ist es mir wichtig, einen Teil in die Persönlichkeitsausbildung zu stecken. Immer wieder fällt mir auf, wie unreflektiert ich anfangs war oder viele Trainer und Therapeuten es nach langen Arbeitsjahren noch sind. Besonders wichtig empfinde ich die Fähigkeit eines PT's, zwischen den Zeilen lesen zu können und Frieden im Inneren zu haben. Dies bedingt eine emotionale Aufarbeitung des Elternhauses und der eigenen Trigger in der Kommunikation mit anderen Menschen. Diese Softskills sind von unschätzbarem Wert.

Im fachlichen Bereich unterteile ich meine Schwerpunkte nach der Triade der Gesundheit: STRUKTUR, BIOCHEMIE & PSYCHE. Dahingehend liegt ein Schwerpunkt auf Bewegung und struktureller Therapie wie z.B. Applied Kinesilogie, Traditionelle Chinesische Medizin, Osteopathie, Chiropraktik etc. Innerhalb der Bewegung liegt meine Vertiefung vor allem im Qi Gong. Die Sichtweisen aus den verschieden Bewegungs- und Therapieformen führen über die Jahre zu einer Art Röntgenblick in den Körper und lassen so das Thema des Klienten immer besser erkennen, verstehen und in den Prozess bringen. Schaut über den Tellerrand!

Hinsichtlich der Ernährung begleiten mich über die Jahre diverse Konzepte, die ich zuerst für mich getestet habe: paleo, vegan, vegetarisch, Fasten etc.  Dazu kommen Ausbildungen und Vertiefungen in der therapeutischen Unterstützung durch orthomolekulare Aspekte und die Sichtweise der 5 Elemente Ernährung. Meine Empfehlung: testet mehrere Wochen für euch selbst das jeweilige Konzept, leitet daraus eure Schlussfolgerungen für euer Ernährungsverständnis ab.

Da wir in unserer Arbeit als PT nicht nicht kommunizieren können, liegt darin ein Schlüssel für ein erfolgreiches und langfristiges Gesundheitscoaching. Aus meiner Sicht ist eine wichtige Basis in der Aufarbeitung der verschiedenen Konfliktthemen im Elternhaus zu sehen. Da uns das Leben des Öfteren Spiegel und Projektionsfläche darbietet, werden unaufgearbeitete Themen schnell zu immer wieder auftauchenden Themen im Außen mit Fremden, Freunden, Kollegen und Klienten. Werden wir dadurch ständig getriggert, kostet dies Kraft, Energie und macht eine erfolgreiche Zusammenarbeit anstrengend. Dahingehend arbeite ich seit ca. 15 Jahren eng mit dem Psychologen Gregor Spengler aus Leipzig zusammen, der mich und meine Klientenarbeit reflektiert und begleitet. Weiterhin durfte ich verschiedenste persönlichkeitsbildende Prozesse unterschiedlichster Kulturen durchleben und Ausbildungen in den verschiedensten mental regulativen Bereichen erfahren: Psychoanalyse, Emotionale Balance, Rückführung, schamanische Arbeit. usw. Personal Training ist auch eine Reise zu sich selbst.

Eines meiner wichtigsten Basiswerkezeuge ist die Meditation. Über die Jahre habe ich es bei meinen Klienten eingeführt gemeinsam zu meditieren. Hierbei meine ich nicht geführte Körperreisen, sondern den reflektierenden Umgang mit dem Ego-Geist bzw. dem ungefiltert um Ablenkung und Aufmerksamkeit umherhüpfenden Gedanken. Hierbei verwende ich die Ansätze aus der Transzendentalen Meditation und dem Vipassana und dem großen und kleinen Kreislauf der chinesischen Medizin. Seit vielen Jahren leiste ich mir den Luxus, selbst einen Personal Trainer zu haben, der mit mir 1-2x Woche Wing Tsun trainiert. Auch die Reflexion mit Kollegen empfinde ich extrem lohnenswert.

Mein Aufruf: Sucht euch die zu euch passenden Perspektiven aus Sicht der Kommunikation, Reflexion und Persönlichkeitsbildung und schafft Frieden im Innen. Arbeitet Euer Elternhaus auf. Meditiert täglich. Lasst Eure Arbeit reflektieren.

Was ist deine persönliche Herausforderung?

Meine eigenen Routinen zu wahren. Täglich zu meditieren. Ich-Zeit im Wald zu haben. Mir Pausen zwischen den Klienten zu gönnen. Ruhig zu essen. Alle fünfe gerade zu sein lassen. Meine Freunde nicht zu vergessen. Das innere Feuer nicht ausgehen zu lassen. Und wenn sich etwas in meiner Arbeit nicht stimmig anfühlt, das Passende verändern. An meiner Arbeit gefällt mir besonders, dass ich mich freibestimmt entwickeln und verändern kann und die Dankbarkeit & Resonanz meiner Klienten.

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten, ich bin sicher, dass viele Leser deinen Werdegang sehr inspirierend finden werden.

 


Warum guter Schlaf so wichtig ist

Vor kurzem habe ich bereits über die Anzeichen von Stress geschrieben und wie wichtig es ist, auf diese Frühwarnsignale zu achten.

Wenn der Stress aber nun einmal da ist, brauchen wir dringend Methoden, um aus der Anspannung in die Entspannung zu kommen. Mit einer normalen Dosis Stress kann der Körper gut umgehen, sonst wäre auch keine Entwicklung möglich. Für große Leistungen brauchen wir diesen Energieschub. Wenn jedoch die Energiebilanz zu Ungunsten der Entspannung kippt, hat unser Parasympathikus, also der Taktgeber für Erholung und Regeneration das Nachsehen.

Menschen sollten jede Nacht mindestens 5 Stunden schlafen
Laut Forschung braucht der Mensch mindestens 5 Stunden Schlaf jede Nacht um gesund zu bleiben.

Wie jemand am besten entspannen kann, ist absolut individuell. Der eine kommt besser zur Ruhe, wenn er in Bewegung ist, aktiv entspannt. Anderen tut es gut, innezuhalten und durch bestimmte Entspannungs- oder Atemübungen die Anspannung loszulassen. Wichtig bei allen Maßnahmen ist eine regelmäßige Durchführung. Gerade bei Entspannungsübungen wie Meditation dauert es eine gewisse Zeit, bis der Geist so konditioniert ist, dass man zu jeder Zeit und jeder Situation darauf zurückgreifen kann. Hier macht auch Übung den Meister.

Allem voran und absolut existenziell für einen gut funktionierenden Organismus ist Schlaf. Ohne ausreichend und vor allem guten Schlaf gibt es keine Regeneration, keine Energie für den nächsten Tag, keine Leistungsfähigkeit und vor allem keine gute Laune. Die Forschung sagt, dass wir mindestens 5 Stunden Schlaf benötigen, um gesund zu bleiben. Nachts wird im Körper aufgeräumt. Reparationsprozesse finden statt, Stoffwechselfunktionen werden überprüft und angepasst, Immun- und Nervensystem sowie Muskeln und Knochen schalten auf Wachstum und Erholung. Alte abgestorbene Zellen werden gegen neue getauscht, beschädigte Zellen entsorgt.

Neben diesen körperlichen Funktionen ist auch das Gehirn maßgeblich von gutem Schlaf abhängig. Alles, was wir über den gesamten Tag erlebt, gesehen, gefühlt und wahrgenommen haben, kommt nachts quasi nochmal auf den Tisch. Das Gehirn verarbeitet all diese Informationen und sortiert sie für sich. Auch Dinge, die wir neu erlernt haben, z.B. beim Lernen für eine Klausur oder Bewegungsabläufe beim Tanzen, werden durch immer wieder durchgespielt und so gefestigt.

Meditation ist eine gute Entspannungsübung
Es braucht eine gewisse Zeit um Entspannungsübungen wie Meditation jederzeit einsetzen zu können.

Wichtig ist, auf die Signale des Körpers zu achten. Gerade in stressigen Phasen fällt das schwer, man verliert irgendwie das Gefühl für sich selbst. Vor allem dann ist es wichtig, sich die Ruhe zu gönnen und nicht gegen die „innere Uhr“ zu arbeiten. Wir sollten also dem Parasympathikus, dem Entspannungschef, die Möglichkeit geben, voll einsatzfähig zu sein. Zusammen mit dem Nachthormon Melatonin, das ausgeschüttet wird, wenn es dunkel wird (weg mit Mobiltelefon und Tablet!!), geleitet er uns ins Land der Träume. Die Muskeln entspannen sich langsam, die Körpertemperatur nimmt ab, der Herzschlag wird langsamer und der Blutdruck sinkt. Fast alle Funktionen (Ausnahme ist z.B. die Verdauung), werden gedrosselt, um in Regerationsmodus umzuschalten. Dafür benötigen wir das Wachstumshormon. Es wird vor allem während des Tiefschlafs ausgeschüttet und regt u.a. die Bildung neuer Körperzellen an.

Was passiert nun, wenn wir keine innere Ruhe haben, die Gedanken weiter kreisen, die Listen im Kopf nicht kürzer werden, unangenehme Gespräche zu endlosen Dialogen im Kopf führen und sich einfach keine Entspannung einstellen will? Dann kann der Parasympathikus seine Aufgaben nicht erledigen und sein Gegenspieler, der Sympathikus gewinnt die Überhand, zusammen mit dem Stresshormon Kortisol. Normalerweise ist der Kortisolspiegel nachts am niedrigsten, erst in den Morgenstunden steigt er, um uns für den Tag vorzubereiten. Das Ergebnis? Wir sind tagsüber gestresst und abends, wenn wir uns erholen wollen, lässt das Kortisol immer noch nicht nach. Dauerstress oder chronischer Stress können die Folge sein. Die Folgen sind bekannt: Infektanfälligkeit, Herz-Kreislaufprobleme bis hin zu Depressionen und Erschöpfungszuständen.

So kommst du gut in den Schlaf:

So langweilig es klingt, aber Rituale und Struktur tun uns gut. Und zwar auch schon am Tag, nicht nur abends. Wir kommen auch viel besser zur Ruhe, wenn wir nicht mit dem Hochgeschwindigkeitszug in den Abend rasen, sondern mit der gemütlichen Dampflok. Also nicht unter Strom stehend ins Bett, sondern vorher schon für Ruhe und Ausgeglichenheit sorgen. Das kann z.B. bedeuten, am Vorabend bereits den folgenden Tag in Gedanken durchzugehen, sich wichtige Dinge zu notieren, damit man sich nicht nachts damit herumquält. Beruhigend wirken auch Atemübungen. Tief ein und ausatmen und sich dabei vorstellen, dass der Körper immer schwerer wird und nahezu in der Matratze versinkt.

Schlaf ist existenziell für unsere Gesundheit
Ausreichender und ruhiger Schlaf ist absolut wichtig für einen gut funktionierenden Körper.

Wichtig für guten Schlaf ist die richtige Ernährung. Auf einem fetten Schweinebraten am Abend träumt sich's schlecht. Ebenso so sollte man abends auf übermäßig Obst und rohes Gemüse bzw. Salat verzichten. Was gut und gesund gemeint ist, kann zu Gärungsprozessen im Körper führen. D.h. obwohl wir keinen Wein oder Bier getrunken haben, muss die Leber Alkohol „verarbeiten“.

Wer gern gepflegt ein Glas Wein trinken möchte, kann das durchaus mal tun, sollte es jedoch bei einem Glas belassen. Zuviel Alkohol macht zwar erstmal müde, stört dann allerdings den Ablauf der Tiefschlaf- die Traumphasen. Das Ergebnis, meist bleierne Müdigkeit, merken wir am nächsten Morgen.

Besonders zu empfehlen ist moderates Ausdauertraining. Den Puls in die Höhe zu jagen verursacht Stress, den wir nicht haben wollen. Sportarten wie Schwimmen, Walken oder Radfahren bei einer moderaten Herzfrequenz helfen, Stress abzubauen, sorgen für einen klaren Kopf und ein angenehmes Gefühl von Erschöpfung.
Auf die wichtigsten und effektivsten Entspannungsübungen gehe ich im nächsten Teil meiner „Stress“ Reihe ein.


Stress - Verstehst du deinen Körper? (Teil 1)

Brrrring, bzz bzz, beep beep beep – wenn uns eine Nachricht erreicht, schauen wir gern sofort auf unser Telefon. Unsere Lieblingsmarke kündigt ein neues Produkt an – wir können es kaum erwarten und sind die ersten, die "auf der Matte stehen". Doch was ist, wenn unsere Kopfschmerzen nicht nachlassen? Der Schlaf einfach nicht erholsam ist oder der Rücken permanent schmerzt? Eindeutige Signale, die wir gern lange ignorieren, niedriger priorisieren oder gar nicht erst wahrhaben (wollen).

Dabei ist unser Körper ein schlaues Kerlchen. Er ist lange Zeit geduldig mit uns und unseren tagtäglichen Entscheidungen, die wir viel zu oft gegen ihn treffen. Wie ein fürsorgliches Elternhaus bügelt er Dummheiten glatt und gibt uns so Sicherheit. Doch auch der Geduldigste hat mal die Nase voll, wenn er immer wieder getriezt oder ignoriert wird. Auf die Warnsignale, die der Körper dann aussendet, sollte man besser genau hören.

Es ist spannend, dass einige der Symptome direkt Einzug in die Alltagssprache gehalten haben. Uns schlägt das Herz bis zum Hals. Wir haben die Nase voll. Das schlägt mir auf den Magen. Diese Beispiele zeigen, dass sich Körper und Psyche kaum trennen lassen. Das Gegenteil ist der Fall, beides steht in ständiger Wechselwirkung und kann Einfluss auf das jeweils andere haben. Der Mensch ist eine ziemlich intelligent ausgetüftelte Einheit und ein Wunderwerk an Funktionen. Kommt es zu Veränderungen, ob positiv oder negativ, ist das gesamte System betroffen. Umso wichtiger ist es, genau hinzuhören, wenn mir mein Körper etwas mitteilen möchte. Und mich dann eben auch zu fragen, warum ich denn die Nase voll habe. Was sagt mir mein Immunsystem damit? Was sagt es mir, wenn die Verdauung nicht funktioniert. Oder ich seit längerem schon niedergeschlagen, gar deprimiert bin.

 

Die WHO sagt, „Gesundheit ist ein Zustand völligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen.“ Damit wir uns wohlfühlen, müssen wir lernen, auf die Frühwarnsignale Acht zu geben, sie zu erkennen und auch ernst zu nehmen. Vor allem stressige Phasen können die Auswirkungen auf die Gesundheit verstärken:

 

  • Gehirn: Verschiedene Hirnareale besitzen Rezeptoren für das Stresshormon Cortisol und werden unter Stress von diesem beeinflusst, z.B. das limbische System, zuständig u.a. für Emotionen und der Bewertung von Stressoren oder der präfrontale Kortex, der an zielgerichtetem Handeln und Entscheidungsprozessen beteiligt ist. Bei chronischem Stress sind diese Areale dauerhaft betroffen und können damit Emotionen, die Gedächtnisleistung, Entscheidungsfindung und Wahrnehmung verändern. Da das Gehirn auch das zentrale Organ für die Stressreaktivität ist, d.h. wie man auf Stress reagiert bzw. was man als Stress wahrnimmt, ändern sich mit andauerndem Stress auch die Bewältigungsmöglichkeiten, die einem Menschen zur Verfügung stehen. Man kann schlichtweg schlechter mit Stress umgehen. Eine andauernde Überforderung kann somit zu Erschöpfung und Depressionen oder Angststörungen führen.

  • Nebennierenrinde: Hier findet über ein ausgeklügeltes System die Cortisolausschüttung statt. Über den Blutkreislauf gelangt Cortisol zurück ins Gehirn und sendet dort den Impuls, dass weniger Cortisolproduktion angeregt werden muss. Wenn dieser Feedbackmechanismus aufgrund von dauerhaft erhöhten Stress- und Cortisolwerten nicht mehr richtig funktioniert, kommt kein Signal im Gehirn an und Cortisol wird weiterhin produziert. Der Stress wird chronisch.
  • Immunsystem: Andauernder Stress wirkt sich negativ auf das Immunsystem aus. Er reduziert die Abwehrzellen und kann damit entzündliche Vorgänge im Körper auslösen und die Entstehung von Krankheiten begünstigen.
  • Muskulatur: Durch einen anhaltenden erhöhten Muskeltonus kann es unter anderem zu Verspannungen und Schmerzen, z.B. im Nacken und Schulterbereich, und im weiteren Verlauf zu Kopfschmerzen und Schwindel kommen.
  • Blutgefäße/Herzerkrankungen: Es bestreitet wohl kaum jemand, dass Stress ein wesentlicher Faktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist. Erhöhter Blutdruck verändert auf Dauer die Blutgefäßwände und ruft damit entzündliche Reaktionen hervor. Außerdem erhöhen Veränderungen in der Blutgerinnung die Gefahr einer Arterienverkalkung und damit einer möglichen Herzinsuffizienz.
  • Darm: Die verminderte Blutversorgung (weil das Blut unter Stress an anderen Stellen gebraucht wird) macht die Magen- und Darmschleimhaut anfälliger für Geschwüre und drosselt die Verdauung. Verstopfung kann eine Folge sein.

Stress lässt sich nicht immer vermeiden. Unser Körper ist jedoch sehr gut darauf eingestellt, mit kurzfristigen Stressphasen umzugehen. Nur müssen wir heute nicht mehr vor dem viel zitierten Säbelzahntiger flüchten oder uns zum Kampf bereit machen. Die Anforderungen im Alltag sind komplexer, die an sich selbst meist überzogen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir im Alltag nicht den klaren Blick verlieren, ein Gefühl dafür entwickeln, was uns guttut und wie man richtig abschalten kann, damit man nicht in den Strudel aus „ich muss nur mal schnell“, „mach ich gleich“ und „einer muss es ja machen“ gerät. Sonst kommt der Säbelzahntiger mit seinem ganzen Rudel und lässt uns keine Ruhe!

Das Säbelzahntiger-Rudel ist schon da? Ihr habt das Gefühl, über keine geeigneten Mittel und Methoden im "Kampf gegen den Stress" zu haben? Sprecht mich einfach an – ich unterstütze euch gern!

Euer Ken

 


Das schaffst du NIE!

„Egal, ob du denkst, du schaffst es oder du schaffst es nicht, du wirst Recht behalten.“ – Henry Ford

Stimmt doch, oder? Schon als kleine Kinder wurde uns versichert, wenn man nur ganz fest an etwas glaubt, geht es in Erfüllung. Nur dachten wir damals an Pferde oder eine Karriere als Profifussballer. Mit dem Älterwerden zeigt sich vor allem, wie negative Glaubenssätze unsere Entwicklung beeinflussen.

Manche nimmt man ganz bewusst wahr. Wer als Schulkind im Sportunterricht immer als letztes in die Mannschaft gewählt wurde, wird wahrscheinlich keine Lust an Bewegung entwickeln und sich sagen, er oder sie wäre eh unsportlich. Warum dann quälen? Unbeantwortet bleibt die Frage, ob vielleicht eine andere Sportart genau das Richtige gewesen wäre. Oder Bewegung ohne Leistungsgedanken erfüllend sein kann, z.B. Wandern gehen oder mit Freunden Tischtennis spielen. Manch einer möchte gern singen. Wenn von klein auf suggeriert wird, dass man das nicht kann, wird der Wunsch immer unerfüllt bleiben und nur die Dusche oder das Auto sind Zeugen von inbrünstigen Gesangsdarbietungen.

Weitaus schwieriger sind die unbewussten Glaubenssätze zu greifen und entdecken. Speziell beim Thema Übergewicht sind es oft noch andere Faktoren als bloße Fehl- bzw. Überernährung. Zusätzliche Kilos können auch einen Schutz darstellen, weil das Innerste der Person verletzt wurde. Du bist nicht gut genug! Du leistest nicht genug! Aus dir wird nie etwas werden! Nur dünn bist du liebenswert. Mit diesen Glaubenssätzen wird der Körper das überflüssige Gewicht nicht loslassen. Im Gegenteil, er wird sich daran klammern, bis er keinen Grund mehr für diese Schutzschicht hat.

Glaubenssätze beeinflussen unser Leben. Sie können uns voranbringen oder bremsen. Unbewusst suchen wir Situationen auf, die unsere Glaubenssätze bestätigen, um dann sagen zu können: “Hab ich doch gewusst.” Dieses Festhalten an negativen Gedanken hindert uns daran, ein erfülltes Leben zu führen und Träume einfach einmal anzugehen, Neues zu entdecken oder die eigene Komfortzone zu verlassen. So können wir unser Potential nicht ausschöpfen.

Die gute Nachricht? Diese Glaubenssätze sind ein erlerntes Verhalten, das man wieder verändern kann. Dazu ist es wichtig, sich dieser Muster bewusst zu werden und sie im ersten Schritt auch anzuerkennen.

Die Situationen, aus denen diese Glaubenssätze resultieren, sind womöglich längst vorbei, aber das Muster ist geblieben. Wer an diesem Punkt bereits defensiv bleibt, kann keine Veränderung herbeiführen. Hat man seine persönlichen (hinderlichen) Glaubenssätze erkannt, gilt es, diese wertzuschätzen. Sie waren lange Zeit Teil des Lebens, haben möglicherweise auch viele positive Aspekte gehabt. Oder Teile davon helfen heute noch.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, irrationale Glaubenssätze aufzulösen. Das ist zum einen abhängig von den Methoden, die ein Coach anwendet, muss aber auch immer in Rücksichtnahme auf die seelische Konstitution des Klienten erfolgen. Vor allem hat dabei jeder sein eigenes Tempo und es kommt alles zu seiner Zeit.

Für einen ersten Einblick in diese Themen hilft es, sich bestimmte Situationen die negative Emotionen auslösen, genau anzuschauen. Denn Epiktet, ein griechischer Philosoph sagte schon: “Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben.“ Nicht die Situation selbst hemmt, stresst oder macht uns Angst, sondern wie wir sie bewerten. Glaubt man, dass es ohnehin keinen interessiert, was man zu sagen hat, macht der Gedanke an einen Vortrag, den man im beruflichen Kontext halten muss, ziemlich große Angst. An diesem Punkt kann der Coach ansetzen und mit dem Klienten zusammen schauen, welche Ressourcen dieser hat, um mit dem negativen Gefühl umzugehen. Oder gemeinsam nach Alternativen zu suchen, die in der Vergangenheit schon gut funktioniert haben. Praktisch könnten  es bspw. Entspannungsmethoden sein oder auch ein regelmäßiges Üben vor der Familie oder Freunden. Durch Bewusstwerden dieser Möglichkeiten flacht der Stress ab und die negativen Glaubenssätze werden umgedeutet.

Glaubenssätze, sowohl positive als auch negative, haben letztendlich auch etwas mit Selbstwirksamkeit und Kontrollüberzeugung zu tun. Wenn ich denke, dass ich bestimmte Dinge nie schaffen werde und dass ich aber auch wirklich nie Glück habe, gebe ich die Kontrolle aus der Hand und überlasse anderen Personen, dem Schicksal oder dem Pech das Zepter. Habe ich jedoch den Glauben, dass ich die Dinge selbst beeinflussen kann, wird aus einem “Das kann ich nicht” ein “Das werde ich schon schaffen”. Yeah!

 


Was macht den Unterschied?

Letzte Woche konntet ihr hier den ersten Teil zum Thema „Was macht den Unterschied - Erfolg im Personal Training“ aus der Sicht einer Klientin lesen. Im zweiten Teil gibt der Personal Trainer nun selbst einen Einblick in seine Arbeit. Sehr spannend, wie komplex und ganzheitlich Personal Training sein kann. Los geht´s!

Was spricht deiner Ansicht nach für die Arbeit mit einem Personal Trainer?

Ich habe selbst einen eigenen Trainer. Um ehrlich zu sein, habe ich sogar mehrere Trainer. Grund dafür ist, dass ich entweder etwas Bestimmtes lernen, mir bestimmte Fähigkeiten aneignen wollte oder Herausforderungen suchte, denen ich allein nicht gewachsen war. Deshalb ging ich auf die Suche nach einem Experten auf seinem Gebiet, bei dem ich das Gefühl hatte, dass ich gut aufgehoben bin und meine Ziele bzw. Wünsche gemeinsam angegangen werden können.

Da ich seit vielen Jahren nicht nur selbst als PT arbeite, sondern auch Klient bin, kann ich beide Seiten gut beurteilen. Mir ist es sehr wichtig, dass mein Trainer es schafft, mir einen Perspektivwechsel zu ermöglichen und neue Erfahrungen zu machen. Erfahrungen, die mir helfen, mich selbst weiterzuentwickeln, eine Technik zu verbessern oder Klarheit über die nächsten Schritte zu bekommen. Ein typischer Satz, den mein Business Coach regelmäßig hört, wenn er mich fragt was mir heute wichtig ist: „Ich hätte gern einen Ausblick“.

Jeder braucht eine andere Art der Betreuung, da die Ziele und Wünsche immer unterschiedlich sind. Doch genau das ist es, was für die Arbeit mit einem PT spricht. Ein PT ist Experte auf seinem Gebiet und schafft es, gemeinsam mit seinem Klienten einen Weg zu erarbeiten, der alleine nicht möglich wäre.

Wer kommt zu dir?

Zu mir kommen Menschen, die auf ihrem Weg zur Veränderung einen Begleiter suchen. Eine Veränderung hin zu mehr Lebensfreude, Vitalität und ein „Zurück“ zu mehr Leichtigkeit in ihrem Alltag. Dabei sind die initialen Beweggründe mich zu kontaktieren sehr unterschiedlich. Doch haben sie alle eines gemeinsam:

Häufig haben meine Klienten schon einiges ausprobiert, um ihre Ziele zu erreichen. Leider ohne nachhaltigen Erfolg. Nicht selten möchten sich meine Klienten zu Beginn mehr bewegen, mehr Sport machen oder haben ein akutes gesundheitliches Thema. Doch bereits im Kennenlerngespräch wird klar, dass es weit mehr als das ist.

Was können Klienten von dir und deiner Arbeit erwarten und was erwartest du im Gegenzug von deinen (zukünftigen) Klienten?

Das ist eine spannende Frage. Sogar sehr spannend. Schon beim Kennenlernen muss ich einige meiner potentiellen neuen Klienten enttäuschen. Sie wollen von mir wissen, wie sie gesünder und fitter werden oder was sie bei bestimmten Beschwerden machen können. Meine Reaktion ist immer dieselbe. Ich habe keine Ahnung wie es geht. Da schaue ich dann schon mal in erstaunte Gesichter, da sie mich ja extra als Experten aufgesucht haben. Doch es ist die Wahrheit – ich habe keine Ahnung wie es geht. Allerdings erkläre ich dann meine Unfähigkeit: Ich habe in den letzten Jahren sehr viel Erfahrungen gemacht, mir Wissen angeeignet und viele Erfolge damit bewirkt. Das heißt aber keineswegs, dass es bei jedem gleich gut funktioniert. Ich kann nur Angebote machen, bei denen ich erfahrungsgemäß eine gute Resonanz bekomme. Sollte es nicht funktionieren, dann gehen wir einen anderen Weg bis wir für meinen jeweiligen Klienten einen stimmigen Weg gefunden haben. Das ist auch gleich die Überleitung zu dem, was ich von meinen Klienten erwarte: Ich wünsche mir eine große Portion Neugier und die wahrhaftige Bereitschaft für Veränderung. Wenn das mitgebracht wird, dann haben sie einen neuen Begleiter für sehr lange Zeit an ihrer Seite. Natürlich kann ich die Verantwortung für den Erfolg nicht übernehmen, aber den Prozess habe ich mit all meinen Kompetenzen und optimistischen Lächeln im Blick.

Was gehört zu einer guten und aussagekräftigen Ausgangsdiagnostik?

Das ist für jeden meiner Kollegen mit Sicherheit unterschiedlich. Da sich die Konzepte im Personal Training sehr unterscheiden, sollte die Diagnostik auf die Art zu arbeiten abgestimmt sein. Ich gehe mit meinem Konzept eine sehr umfassende Arbeit mit den Menschen an und nehme mir mindestens vier Stunden Zeit für die Diagnostik. So kann ich meinen neuen Klienten von Beginn an abholen und seinen derzeitigen Status quo herausfinden. Daher kann ich dir zumindest sagen, was mir in einer Ausgangsdiagnostik wichtig ist bzw. was ich für einen guten Start in eine wirklich umfassende Betreuung alles mache.

Ich verstehe mich als einen Begleiter auf längere Zeit und möchte daher mein Gegenüber kennenlernen. Ich verschaffe mir gern einen Überblick über den aktuellen Tagesablauf, welche Hobbies meine Klienten gern machen oder schon immer mal ausprobieren wollten, welche Musik sie gern hören oder ob sie eine Lieblingsfarbe haben. Im weiteren Verlauf gehe ich auch auf Vorerkrankungen, akute oder chronische Beschwerden ein oder mache mir ein Bild vom aktuellen Schlafverhalten.

Im nächsten Schritt tauche ich bewusst mit meinen „jungen Wilden“ in das Thema Stress ein. Mir ist bewusst, dass ich den Stress nicht messen kann, aber ich kann die Auswirkungen von Stress im System erkennen. Mit dieser HRV Diagnostik (Herzfrequenzvariabilität) kann ich gut aufzeigen, was die Belastungen des alltäglichen Lebens im System des Klienten für Auswirkungen haben.

Dann lege ich den Fokus auf die körperliche Voraussetzung für Bewegung. Mit einer Muskelfunktionsdiagnostik gehe ich auf die einzelnen Gelenke, Haltung und eventuelle Ausweichbewegungen ein. Später mache ich mir auch ein Bild des derzeitigen Status aus Sicht der Kinesiologie. Hierbei nutze ich den kinesiologischen Muskeltest, um Feedback zur derzeitigen Balance zu bekommen. Wie einer meiner Mentoren, Alexander von Hausen, immer so treffend sagt: „Nur ein normotoner Muskel, ist ein guter Muskel!“ – übersetzen würde ich es dahingehend, dass der Muskel gut reguliert ist. Nicht zu viel und nicht zu wenig Spannung.

Und dann kommen wir auch schon langsam zum krönenden Finale meiner derzeitigen Diagnostik. Wir definieren bewusst Ziele für die Zusammenarbeit. Mein Ziel ist es dabei, eine sehr hohe Transparenz in der Zielklärung zu ermöglichen. Beispielsweise definieren wir nicht nur ein Zielgewicht, sondern wir verankern es auf mehreren Ebenen. Wie fühlt es sich an, wenn das Ziel erreicht ist? Was verändert sich, wenn das Wunschgewicht erreicht ist?

Du bist oft gleichzeitig Trainer, Psychologe und Ernährungsberater für deine Klienten. Wie wichtig ist dieser ganzheitliche Gedanke bei deiner Arbeit?

Natürlich sehr wichtig. Ich betrachte meine Art zu arbeiten als einen sehr großen Vorteil, da ich es möglich machen kann, die Ebene zu wechseln. Wir alle kennen diese Phasen, in denen wir ein Thema gedanklich von hinten bis vorn durcharbeiten und eine Lösung ist trotzdem in weiter Ferne. Alleine kommen wir oftmals nicht aus solchen Schleifen raus. Dabei mache ich meinen Klienten oft Angebote für einen Perspektivwechsel. Wenn wir aus einem anderen Blickwinkel auf ein Problem schauen, dann sehen wir vielleicht eine Lösung für das Problem oder noch besser: Das Problem ist nur noch eine Herausforderung, die es mit den eigenen Fähigkeiten oder Talenten zu bewältigen gilt. Dafür kann ich dann in die jeweilige Rolle schlüpfen und somit meine Klienten auf ihrem Weg zur Veränderung innerhalb meines Rahmens sehr gut unterstützen. Somit bin ich manchmal Trainer, dann Coach oder auch mal der Freund mit einem offenen Ohr.

Wichtig ist mir dabei allerdings, dass ich meine Funktion und Rolle in diesem Moment selbstständig und bewusst einnehmen kann.

Was sind die besonderen Momente bei deiner Arbeit?

Besondere Momente in meiner Arbeit darf ich glücklicher Weise oft erleben. Dabei ist ein Lächeln einer Klientin nach dem Training, die vorher sehr bedrückt war, genauso besonders wie das gemeinsame Erreichen eines Gipfelkreuzes mit einem Klienten nach schwerer Krankheit. Das wunderbare an meinem Tag ist, dass ich sofort und unmittelbar ein Feedback bekomme. Wenn ich das Befinden des Klienten gut erfasst habe und das Training für ihn dadurch effektiv war und sich gut angefühlt hat, dann bekomme ich ein Lächeln, Dankbarkeit und das Vertrauen in die Zusammenarbeit. Wenn etwas einmal nicht optimal läuft oder nicht den Vorstellungen meines Gegenübers entspricht, bekomme ich ebenfalls sofort ein Feedback. Dann habe ich die Möglichkeit mich weiterzuentwickeln und meine Art des Personal Trainings zu verbessern.

Wenn ich nun auf die vergangenen Jahre zurückblicke, habe ich viele wunderbare und auch sehr prägende Momente in meiner Arbeit erleben dürfen. Gerade kam mir allerdings der Gedanke, dass der wunderbarste Moment heute für mich ist, das Glück zu haben, immer mit meinen Klienten wachsen zu dürfen. Nicht nur ich kann die Potentiale meiner Klienten fordern und fördern, sondern meine Klienten machen das auch mit mir. Das ist ein toller Gedanke! Danke für diese Frage. Das ist ein wunderbares Beispiel für einen Perspektivwechsel. Jemand anderes stellt eine Frage und man, in dem Falle ich, bekommt eine schöne Erkenntnis.

Es gibt kein Patentrezept, keine Abkürzung oder Schleichweg zum Wohlfühlkörper. Hast du trotzdem ein paar Tipps, die einem den Weg dahin etwas leichter machen?

Wenn es ein Patentrezept geben würde: Genial! Her damit! Obwohl, dann muss ich mir eine neue Berufung suchen. (*lach*)

Ein Klient von mir hat ganz am Anfang unserer Zusammenarbeit einen Satz zu mir gesagt, der mir bis heute immer wieder im Kopf ist: „Wenn es einfach nicht geht, geht’s einfach nicht.“ Dabei heißt es nicht, dass es einfach ist, den Wohlfühlkörper zu erreichen, sondern, dass es nicht schwer sein sollte. Finde heraus was du gern machst, welche Talente du hast oder wer dich auf dem Weg zum Wohlfühlkörper begleiten kann. Es muss nicht immer der Personal Trainer sein. Manchmal ist ein Freund oder eine Freundin mit ähnlichen Zielen, eine gute Motivation oder ein Hund, der täglich seine Stunde an der frischen Luft braucht. Es gibt viele Möglichkeiten, den Weg leichter werden zu lassen und der wichtigste Tipp, den ich für einen Weg mit mehr Leichtigkeit geben kann, ist Klarheit: Reflektiere einmal, was dich am meisten motiviert und dir hilft, klare Ziele zu definieren. Je genauer du Ziele definieren kannst, desto besser kommst du auch durch die schwierigeren Phasen auf deinem Weg. Und wenn es eine Sackgasse ist, dann such dir einen Mentor / Begleiter, der dir hilft, wieder auf den Weg zu kommen.

Letzte Frage: Wie hältst du dich selbst gesund und fit?

Ich habe seit meinem 12. Lebensjahr aktiv Volleyball gespielt und vor ein paar Jahren den Ball beiseitegelegt. Meine zweite Leidenschaft, das Radeln, ist immer noch sehr präsent. Ob nun hier in der Leipziger Tieflandsbucht oder in den Alpen, das macht alles Spaß. Wenn ich mal nicht mit dem Rad unterwegs bin, spiele ich sehr gern Tennis oder gehe Bouldern. In meiner täglichen Bewegung ist es ein buntes Potpourri an Bewegungen. Mal intensives Krafttraining und dann wieder eine Runde Yoga – ich bin viel zu neugierig, um nur bei einer Sache zu bleiben.