Ken Niestolik Ausbildung zum Personal Trainer

Personal Trainer in Leipzig - mein Werdegang

Die Ausbildung zum Personal Trainer ist nicht standardisiert wie viele andere Ausbildungsberufe. Es gibt nicht DEN einen Weg und auch nicht DIE eine Ausbildung. Der Markt ist voll mit Anbietern jeglicher Couleur. Mein Weg kann beispielhaft für einen Einstieg in die Personal Trainer Branche stehen, je länger man dabei ist, desto mehr verzweigen sich die Wege, die man gehen kann.

Der Wunsch, der hinter meinem Sportmanagement Studium stand, war die Eröffnung eines Sporthotels. Das Grundstudium habe ich in Halle (Saale) absolviert und zum Hauptstudium nach Leipzig gewechselt. Da mir ein Kurs dazu fehlte, den es in Halle nicht gab, galt es diesen nachzuholen, bevor ich richtig ins Studium einsteigen konnte. Um die restliche Zeit sinnvoll zu nutzen habe ich mir einen Job gesucht. Als Sportstudent war es naheliegend, bei einem Fitnessstudio und Reha-Sportverein anzufragen. Ich konnte dort schnell Fuß fassen, mir wurde von Beginn an viel Vertrauen entgegengebracht.

Ein erster Schritt in die Richtung Personal Trainer war die Anfrage eines Mitgliedes, ob ich ihn individuell trainieren könnte. Von der Idee beflügelt habe ich 2008 bei der DTA (Deutsche Trainer Akademie) eine Lizenz zum Personal Trainer gemacht. Parallel zum Personal Trainer Business verfolgte ich die Idee, “Aktives Tagen” in Hotels anzubieten. Daraus entwickelte sich auch mein erstes Unternehmen: LE Business Sports. Ich habe mit Leipziger Hotels und Firmen zusammengearbeitet und bei Veranstaltungen aktive Pausen, Lauftreffs und Vorträge angeboten. Zusätzlich zu den beiden genannten Tätigkeiten war ich im Auftrag verschiedener Krankenkassen als Gesundheitsberater tätig. Dazu gehörten z.B. die Durchführung und Mitgestaltung von Gesundheitstagen.

All die Erfahrungen, gepaart mit meiner neugierigen Persönlichkeit ließen mich mit meinen Klienten zusammen wachsen. Aus dieser Sichtweise heraus habe ich mit der Zeit meine Fortbildungen herausgesucht. Bin ich mit meinen Klienten an Grenzen gestoßen, habe ich geschaut, was es braucht, um diese Herausforderung in der Zusammenarbeit zu meistern. Somit habe ich in den folgenden Jahren einige Weiterbildungen, Workshops und Seminare besucht. Dazu gehörten z.B. die Mental Trainer Ausbildung, Ernährungsworkshop sowie Yoga & Mobilitäts-Seminare.

Im Grunde habe ich überall reingeschaut, was der Fitness Markt hergab. Nach einiger Zeit hatte ich einen Punkt erreicht, an dem ich mich weiterentwickeln und vom Markt abheben wollte. In Leipzig kamen durch die sportwissenschaftliche Fakultät einige neue Kollegen/innen auf den Markt - Bootcamp, Outdoor Fitness oder Yoga sowie Pilates Studios schossen aus dem Boden. Auch EMS Training war auf dem Vormarsch. Aber das war alles nicht mein Thema. Also wie kann ich mich davon abheben? Welche Ausbildungen sind wichtig und was braucht es, um langfristig erfolgreich am Markt zu bestehen?

Weiterbildung Personal Trainer Ken Niestolik

Ich habe mich intensiver mit meinem Business als Personal Trainer auseinandergesetzt. In dieser Zeit kam man da unweigerlich mit dem PREMIUM PERSONAL TRAINER CLUB (PPTC) in Berührung. Ich hatte jedoch (noch) nicht das Selbstbewusstsein, mich sofort für die Prüfung anzumelden. Eine Alternative war das Mentoring Programm, das zu der Zeit neu initiiert wurde. Hierbei habe ich einen meiner wichtigsten Wegbegleiter als meinen Mentor gefunden: Alexander von Hausen. In Leipzig schon als erfolgreicher PT bekannt, haben wir uns gemeinsam mit meinem Business, meinen Fähigkeiten und das was es noch für den nächsten Schritt braucht, auseinandergesetzt. Schnell wurde klar, dass ich schon das Zeug zu einem PREMIUM PERSONAL TRAINER® hatte. Ein Jahr später habe ich dann erfolgreich die Prüfung bestanden und aus dem Mentor wurde ein Freund, Sparringspartner und wichtiger Impulsgeber.

Einen dieser wichtigen Impulse, die ich von Alex mitgenommen habe, war die integrative Körperarbeit. Einen großen Wendepunkt in meiner Art zu arbeiten gab es, als ich in einer Ausbildung die Thai Massage kennenlernte. Sie vereinte alles, was mir bei meiner Arbeit wichtig ist: Spüren, dicht am Menschen dran sein, Ruhe und Entspannung vermitteln. Aus der engen Zusammenarbeit mit Alexander ist auch das Studio hervorgegangen, in dem ich mich bis heute mehr als pudelwohl fühle. Dieser Ort konnte organisch wachsen und hat sich wie ein guter Rahmen um ein Bild - um meine Arbeitsweise - gelegt.

Im Grunde könnte die Geschichte an diesem Punkt schon zu Ende sein. PREMIUM PERSONAL TRAINER®, hauptberuflicher Trainer, eigenes Studio. War sie jedoch nicht. Denn es gibt einige Fragen, die man sich stellen sollte. Die ich mir stellte. Welche Ausbildungen soll ich jetzt noch machen? Was macht der Markt / die Branche, welche Entwicklungen gibt es? Welche Perspektiven eröffnen sich?

Weiterbildung Personal Trainer Ken Niestolik

Meine Entscheidung fiel auf eine Coachingausbildung. Allerdings kann man aus meiner Sicht nur dann eine hervorragende Arbeit als Coach machen, wenn man vor seiner eigenen Türe gekehrt hat. Eine Coaching Ausbildung bedarf einer Menge an Ressourcen wie Zeit und Energie. Zumal es „nur“ das Rüstzeug für die Arbeit mit auf den Weg gibt – die Arbeit als Coach wird immer ein spannender und sich verändernder Prozess bleiben. Im gleichen Jahr, in dem ich die Ausbildung begann und ich mich sehr viel mit Veränderung auseinander gesetzt habe, veränderten sich mein Business und auch ich selbst. Mir sind einige Klienten weggebrochen oder waren lange krank – aber ich wollte doch ein nachhaltiges und stabiles Business haben. Damit muss man erst einmal klar kommen.

Die Entscheidung, die ich daraufhin traf, kann man wohl als die wichtigste und auch mutigste bezeichnen, die ich bis dato als Unternehmer getroffen habe.  Als es mir wirtschaftlich nicht optimal ging, habe ich sehr viel in einen eigenen Coach investiert. Dabei durfte ich lernen, dass ich ein sehr guter Personal Trainer und angehender Coach war, aber ein erfolgreicher Unternehmer war ich noch nicht. Jetzt, rückblickend, war das echt eine verrückte und intensive Zeit. Es hat eine Menge Kraft gekostet, mir wurde einiges an Mut abverlangt, aber ich wurde belohnt. Ich bin ebenso als Unternehmer gewachsen, wie mein Business gewachsen ist. Mit meinem Coach arbeite ich nach wie vor eng zusammen und mein Business entwickelt sich immer weiter. Wohin – das wird sich zeigen, aber die Weichen kann ich selbst stellen. Das ist ein gutes Gefühl.


Wie nah ist zu nah - Die richtige Beziehung im Personal Training

Eigentlich hätte ich jetzt Pause. Eigentlich ist der letzte Termin seit 10 Minuten vorbei. Und eigentlich geht es in 20 Minuten schon weiter. Trotzdem stehe ich noch an meiner Studiotür, in ein Gespräch mit dem Klienten verwickelt. Dabei weiß ich genau, dass ich die Pause unbedingt brauche, um wieder Energie zu tanken, mich zu sammeln und auf den nächsten Klienten vorzubereiten. Nur ist es nicht immer leicht, in diesem Moment die Grenze zu ziehen, ohne den Klienten vor den Kopf zu stoßen. Möglicherweise berdückt ihn noch etwas oder er / sie freut sich über ein paar persönliche Worte. Dennoch ist das nur ein Beispiel dafür, dass meine Grenzen andere sind, als die, die der Klient vielleicht wahrnimmt.

Nicht nur wir Personal Trainer sollten uns im Rahmen unserer Arbeit darüber im Klaren sein, wie wir die Zusammenarbeit gestalten wollen und auch müssen, damit sie erfolgreiche Veränderungen herbeiführt. Auch für die Klienten ist die Beziehung zum Trainer eine ganz besondere. Weil sie sich sicher und verstanden fühlen wollen, vor allem auf den schwierigen Teilen des gemeinsamen Weges. Wer sich selbst in Phasen der Schwäche wertgeschätzt fühlt, bleibt eher motiviert, diese gemeinsam mit seinem Wegbegleiter durchzustehen. Eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen, geschieht schon, wenn der Klient zur Tür hereinkommt. Bereits da kann ich erspüren, wie die Stimmung ist, ob eine große Erschöpfung da ist oder ziemlich viel Anspannung. Ich kann darauf eingehen und Raum bieten, diese Themen zu bearbeiten. Ich sollte mir nur immer im Klaren darüber sein, ob ich diese Verantwortung übernehmen möchte. Ob ich weitere Details aus dem Leben meines Klienten wissen möchte und damit umgehen kann.

Trainer & Klient: Wer denkt was?

Es gibt also zwei Perspektiven, aus der man die Beziehung zwischen Personal Trainer und Klienten betrachten kann. Für beide ist es oft auch ein Lernprozess, bei dem Fragen aufkommen wie:

  • Welche Bindung möchte ich zu meinem Klienten?
  • Welche Vorteile hat eine enge Bindung, welche Risiken bringt das mit sich?
  • Wie nah kann und möchte ich als Trainer den Klienten an mich heranlassen?

Für den Klienten sind es vielleicht folgende Themen:

  • Wieviel kann ich meinem Trainer erzählen?
  • Wird er/ sie mich ernstnehmen, verstehen, schwach, unmotiviert, etc. finden?
  • Wie kann er / sie mir bei Rückschritten helfen?
  • Darf ich ihm am Wochenende eine Nachricht schreiben, weil mich etwas bedrückt, schmerzt?

Denn klar ist auch, wenn wir als Personal Trainer einmal die Position des „Helfers“ (Trainer, Psychotherapeut, Anwalt, Koch etc.) eingenommen haben, wird es meist auch dankend angenommen. Für den Klienten sind wir unglaublich wichtig. Viele haben bereits einen längeren Leidensweg hinter sich gebracht. Deshalb ist es umso wichtiger, die Ängste und Bedürfnisse zu respektieren, gleichzeitig aber auch unsere eigenen Grenzen zu schützen. Das kann z.B. auch der Fall sein, wenn man bei einem Problem nicht weiterkommt und anbietet, einen weiteren Fachmann oder Fachfrau zu Rate zu ziehen.

Schlüsselkompetenzen

Es gibt meines Erachtens so etwas wie einen Heiligen Gral im Personal Training. Dieser ist in meiner Arbeit und meiner Persönlichkeit tief verankert. Empathie. Ohne diese Fähigkeit und den Wunsch, mich in die Bedürfnisse und Emotionen meiner Klienten hineinzuversetzen, diese aufzuspüren und auch entsprechend zu handeln, ist kaum eine Entwicklung möglich, die über das klassische „Pumpen“ hinausgeht. Viele Klienten kommen mit sehr persönlichen Themen zu mir; mit Empathie kann ich sie da abholen, wo sie sich auf ihrem Weg gerade befinden. Mir ist dabei wichtig, dass ich selbst genug Klarheit habe und mich auf meine Stärken besinnen kann. Sobald ich selbst unbearbeitete Themen oder aktuelle „Baustellen“ mit mir herumtrage, fehlt die nötige Distanz und ich bin nicht mehr richtig handlungsfähig. Dann besteht auch die Gefahr, dass man sich die Probleme des Klienten zu eigen macht. Oder plötzlich, getriggert durch den Klienten, eigene Gedanken kreisen. Ich hätte in dem Moment die nötige Distanz verloren. Ich kann den Klienten nicht mehr abholen, weil ich nicht mehr die richtige Perspektive habe. Dabei ist das ein wichtiges Element, vor allem wenn die Themen emotionaler werden. Die Ebene zu wechseln, um z.B. einer weinenden Klientin, Raum zu verschaffen, sich etwas sammeln zu können, indem wir kurz Bewegung einbauen.

Ich bin Ansprechpartner, wenn das Knie im Urlaub zwickt, der Rücken plötzlich schmerzt oder es eine persönliche Herausforderung auf Arbeit gibt. Dann finden Telefonate auch mal am Wochenende statt oder die Nachrichten gehen nach dem geplanten Feierabend hin und her. Das ist okay. Wenn das jedoch überhand nimmt, muss man klar kommunizieren, dass es zu viel ist. Ich muss aufmerksam mit meiner Energie umgehen, auf mich achten. Ich hatte im letzten Sommer eine Phase, in der ich selbst sehr eingespannt und auch mit meiner eigenen Entwicklung beschäftigt war. Um genügend Kraft dafür zu haben, war es einfach notwendig, die Kommunikation dahingehend zu minimieren, dass ich ganz feste Zeiten hatte, in denen ich z.B. Whatsapp Nachrichten beantwortet habe. Vielleicht ist das für Klienten nicht leicht nachzuvollziehen, dass ich mich so herausnehme und mehr Distanz wahren möchte. Nur man darf nicht vergessen, für den Klienten ist man „der oder die Eine“, aber der Trainer hat viele Klienten. Der Fokus ist ein anderer.

Verliebt in den Trainer?

Bei meiner Art zu arbeiten (und der vieler Trainerkollegen und Kolleginnen) kommt es zwangsläufig zu einer großen Nähe. Zum einen auf der körperlichen Ebene, da ich Übungen korrigiere, Bewegungen anleite oder Thai Massagen gebe. Um die Bedürfnisse meiner Klienten aber genau zu kennen, spielt sich auch ganz viel auf der emotionalen Ebene ab. Es bleibt nicht aus, dass ich einen tieferen Einblick in die Gefühle meines Gegenübers bekomme. Das kann beim Klienten erstmal für Verwirrung sorgen. Die Gründe sind verschieden. Vielleicht wird daheim wenig darüber geredet, Bedürfnisse werden ignoriert oder gar nicht erkannt. Manchmal kann es sein, dass es einem erst beim laut aussprechen bewusst wird, was in einem vorgeht. In den seltensten Fällen hat das etwas mit mir zu tun, aber ich bin derjenige, der in diesem Moment da ist, zuhört oder nachfragt. Was dann einfach auch das vermisste Grundbedürfnis erfüllt. In dem Moment ist es wichtig, achtsam zu bleiben und sich zu vergegenwärtigen, was da passiert. Als Trainer kennen wir diese Situationen und wissen, wie wir professionell damit umgehen, wenn plötzlich ein hohes Maß an Nähe da ist. Bis zu einem gewissen Grad versuchen wir das ja aus dem Klienten herauszubekommen, um in der persönlichen Entwicklung zu unterstützen. Wenn es da z.B. negative Glaubenssätze oder Ängste gibt, ist es schwer, die Ziele zu erreichen.

Für den Klienten kann eine solche Situation sehr irritierend sein. Da ist zum einen die körperliche Nähe und zum anderen die emotionale. Dabei ging es doch primär um Bewegung. Ich gehe in diesem Moment auf die Bedürfnisse ein, weil das zum Trainingsprozess gehört, laufe jedoch Gefahr, zur Projektionsfläche zu werden.  Der Klient überträgt Gefühle auf mich, die eigentlich nichts direkt mit mir zu tun haben.  Die Trainingssituation ist nie eine alltägliche, sondern immer eine besondere und durch das Überwinden eigener Grenzen gerät man in eine psychische und physische Ausnahmesituation, in der es leicht zu einer falschen Interpretation der Gefühle kommen kann. Einfach ausgedrückt, bringt der Klient z.B. Herzrasen oder Nervosität mit mir in Verbindung. Und interpretiert diese als Gefühlsregungen.

So etwas kann passieren, damit sollte man als Trainer rechnen. Die entscheidende Frage ist, wie man damit umgeht. Kann ich meinem Klienten gleichzeitig Aufmerksamkeit schenken und die Distanz erhöhen? Ihn oder sie auf meine Grenzen hinweisen, ohne ihnen vor den Kopf zu stoßen. Das kann eine Gratwanderung sein ist aber eben auch ein Muss, wenn man professionell arbeitet.

Es gibt da jedoch auch eine andere Perspektive, die angesprochen werden sollte. Zum Beispiel, ob sich der Trainer nicht insgeheim freut, dass er Avancen bekommt? Denn sind wir ehrlich, in vielen Trainern stecken kleine Narzissten und neben der monetären Entlohnung für unsere Arbeit haben wir noch eine weitere Währung: Bewunderung bzw. Wertschätzung. Natürlich ist es toll, wenn unsere Klienten uns gut finden, vielleicht auch ein bisschen anhimmeln. Und sicher gibt es auch manche Trainer, die solche Dinge bewusst in der Schwebe lassen, um ihre Klienten auch zu einem gewissen Grad "abhängig" zu machen und weil die Ego-Streicheleinheiten bisweilen auch ganz willkommen sind. Oft ist dieser Weg aber eine Sackgasse. Wenn keiner mehr in der Lage ist, die richtige Mischung aus Nähe und Distanz zu wahren und die Situation genau zu reflektieren, kann es passieren, dass die Erwartungen enttäuscht werden und letztendlich auch keine Zusammenarbeit mehr möglich ist. Die richtigen Fragen wären dann: Warum habe ich mir einen Personal Trainer gesucht? Was sind meine Ziele? Wie sah mein Leidensweg bisher aus? Aber auch: Ist es das wert? Kompensiere ich vielleicht etwas anderes? Welches Bedürfnis erfüllt der Trainer, was ursprünglich nicht seine Aufgabe ist? Aber auch der Trainer sollte sich vor Fragen nicht scheuen. Fehlt mir Bestätigung? Ist mein Privatleben erfüllend? Was brauche ich, um klar und fokussiert mit Klienten umgehen zu können?  Gibt es aktuell Stolpersteine?  Wenn sich beide auf das eigentliche Ziel besinnen, was zu Beginn der Zusammenarbeit vereinbart wurde, kann man auch aus diesem emotionalen Wirrwarr wieder gestärkt hervorgehen und weiterarbeiten. Ansonsten ist es eher ratsam, über eine Beendigung nachzudenken.

 

Fazit

Jede unserer Stärken ist auch eine unserer größten Schwächen (oder Ressourcen). Da ich so feine Antennen habe und sehr dicht mit meinen Klienten zusammen arbeite, nehme ich sehr viel wahr. Das kostet Energie, Energie die uns in einem anderen Kontext fehlen könnte. Daher liegt mir dieses Thema auch sehr am Herzen und möchte auf diesem Weg Klienten wie auch Kollegen für dieses Thema sensibilisieren.

So durfte ich bereits 2016 für meinen Freund Timo Bartel einen Artikel für sein Buch „Personal Training ist Teamsache. Gemeinsam mehr bewegen“ beisteuern. Im Text geht es um das Essentielle im Personal Training: Die Beziehung zwischen Trainer und Klient. Unter dem Titel „Die Kunst zwischen Nähe und Distanz“ berichte ich von meinen Erfahrungen mit meinen Klienten. Von Stolpersteinen und tollen Erlebnissen. Davon, wie wichtig eine vertrauensvolle Beziehung zum Klienten ist und ob es auch ein Zuviel gibt.

Wir Trainer lieben unseren Beruf vor allem deshalb, weil es kaum etwas Schönes gibt, als jemanden wieder gesund und schmerzfrei ins Leben zurückstupsen zu können. Dafür lassen wir viele Ideen, viel Wissen und viel Energie in die Betreuung einfließen, dass sich ja nicht nur auf die 60-90 Minuten bezieht, sondern Vor- und Nachbereitung einschließt.  Das ist unser Anspruch, um wirklich individuell auf den Klienten eingehen zu können. Um das tun zu können, brauchen wir Energie. Manchmal gibt uns die Nähe diese Energie, z.B. nach einer richtig guten Trainingseinheit. Und manchmal ist es die Distanz. Die Ruhe. Oder das abgeschaltete Telefon.


Warum ich bunte Socken so liebe

Im zarten Jugendalter entdeckte ich meine Liebe zum Volleyballspiel und steckte fortan meine großen Füße jeden Tag in Sportschuhe. Damit einher ging ein enormer SocKENverschleiß. Könnt ihr euch noch an die omnipräsenten weißen SportsocKEN erinnern, mit den bunten Ringeln? Genau die waren es. Langweilig und am anderen Ende des Ästhetik-Pols, ich weiß.

Doch der Zufall, oder wahrscheinlich eher das Schicksal, wollte es so, dass ich einmal gepunktete SocKEN geschenkt bekam, die dann auch auch im Handumdrehen zu meinen LieblingsocKEN wurden. Das war der Beginn einer immer noch währenden Begeisterung für Strumpfwaren mit Mustern. Leider erwies es sich anfänglich als gar nicht so leicht, an farbige oder gar gemustere SocKEN zu kommen. Das Höchste der Gefühle waren LaufsocKEN, die mit L und R auf den jeweiligen Seiten markiert waren. Ich nahm, was ich kriegen konnte. Zum Glück kam dann bei den SportsocKEN die erste farbige Welle auf, die gab es dann schon mal knallrot, blau oder neonfarben. Rave on! Der Modegott hatte mit der Zeit ein Einsehen und die von mir geschätzten verrückten Muster wurden hip (und ich trendy). Ab da war es dann kein Problem mehr, meine außergewöhnliche SocKEN-Sammlung zu vergrößern.

Mittlerweile kennen mich meine Freunde und Klienten gut und bringen mir sogar aus dem Urlaub tolle Exemplare mit oder suchen regelrecht nach verrückten Motiven, frei nach dem Motto "das könnte was für Ken sein".

Was würde wohl der Psychologe zu meinem Tick sagen? Keine Ahnung, aber ein paar Sachen kann man mit buntem Fußwerk schon ausdrücken. In meinem Kopf geht es zum Beispiel nie nur schwarz und weiß zu; nein, da ist es ziemlich bunt und irgendwo muss das ja raus. Also einmal durch den Körper und ab zu den Füßen. Damit vermeide ich Monotonie, die ich auch im alltäglichen Leben nicht besonders mag. Über die SocKEN kann ich meine Verrücktheit ausleben, für genügend Abwechslung sorgen und variabel sein. Dazu kommt, dass ich berufsbedingt immer aktive Kleidung trage, sehr "functional" unterwegs bin. Da dürfen die SocKEN gern auffallen und knallen.

Und zu guter Letzt kann ich noch von Herzen rausschmettern, dass bunte SocKEN einfach viel mehr fetzen als dunkelblau, schwarz oder weiß gerippt mit bunten Ringeln :-)

 

 

 

 

 

 


Tim Bertko - Personal Trainer Berlin

Wer ist Tim Bertko?

Tim Bertko ist Personal Trainer mit eigenem Studio in Berlin. Er arbeitet mit Menschen, die ihre persönliche Fitness steigern und ihre Gesundheit erhalten oder wieder aufbauen möchten. Sein fachlicher Rat und Einsatz werden oft in der funktionellen Prävention, der Therapie und Rehabilitation gesucht. Tim Bertko ist ausgewiesener Spezialist bei Rückenproblemen. Sein intensiver, ganzheitlicher Kompetenz-Mix sichert zusammen mit der therapieorientierten Ausstattung des Studios ein Personal Training auf höchstem Niveau. Tim Bertko ist Mitglied im PREMIUM PERSONAL TRAINER CLUB und verfügt über ein weites Netzwerk. Zudem bildet er Trainer u.a. in sensiblen Bereichen wie Soziale Kompetenzen und dem richtigen Hands On im Personal Training weiter. Tim engagiert sich auch in sozialen Projekten, insbesondere in der Hilfe für das Project Nepal und für »Laughing Hearts« wofür er 2017 den NEOS Award für gesellschaftliches Engagement und Nachhaltigkeit erhielt.

Welchen Nutzen ziehen die Kunden von mir?

Meine Kunden erhalten einen Teamplayer mit Herz und Empathie für Rücken- und generelle Schmerzprobleme. Gemeinsam schaffen wir einen Wohlfühlraum, in dem sie sich verstanden und angenommen fühlen dürfen. Somit können wir gemeinsam die großen Herausforderungen auch einmal augenzwinkernd betrachten. Damit gewinnt auch das Vertrauen in den eigenen Körper wieder an Stärke und gutes ehrliches Training und Bewegungsvielfalt sind möglich. Zudem wird viel gelacht, zugehört oder ernst diskutiert.

Wie halte ich mich fit?

Klassisches Eisentraining, etwas Laufen oder lange Wanderungen in den nepalesischen Bergen. Zudem das Übliche, was sicherlich die meisten Menschen schätzen: Zeit mit Familie und Freunden, intensiver Austausch über das Leben bei gutem Essen, Reisen und auch mal das Leben so richtig feiern.

Lieblingsbuch?

Schwierig zu nennen. Über die Jahre hinweg habe ich zu bestimmten Lebensphasen so einige Bücher verschlungen. Ich stell mir die Frage anders: Welches Buch würdest immer wieder lesen wollen?

„Ausgebrannt“ von Andreas Eschbach. Mich faszinieren Vorstellungen und Gedanken a la: Was wäre wenn…? Eschbach schafft es für mich, in diesem Buch die nahe Zukunft in mir real werden zu lassen.

Motivation?

Unterschiedliche Menschen zu verschiedensten Lebensphasen kennenzulernen. Ihnen etwas beibringen zu können, zusammen etwas bewirken, was oftmals über das eigentliche Personal Training hinausreicht. Aber schlussendlich sind es zumeist folgende Kernaspekte, die Menschen gemeinhin zu mir führen: die Suche nach Motivation, Unterstützung, Rat und einem verlässlichem Partner.

Eine Klientin (67 Jahre, aus Israel) kam mit akuten Knieproblemen spontan in mein Studio. Es kristallisierte sich sofortige Empathie und Vertrauen zwischen uns beiden heraus. Nach nur 4 Wochen war sie wieder soweit schmerzfrei, dass lange Spaziergänge, ihre geliebten Ausflüge in die Museen und Konzerthäuser ohne Hemmungen möglich waren. Unsere Gesprächsthemen gingen weit über den übliche Small Talk hinaus. Gemeinsame Abendessen in ihrer Wohnung zusammen mit ihrem Mann und Enkel, den ich ebenfalls mal sportlich „ran nehmen“ durfte, gingen teilweise bis tief in die Nacht. Solch eine Freundschaft und Wertschätzung ist unbezahlbar.
Das erfolgreiche Begleiten von drei Krebspatienten vor und nach deren Chemotherapien ist eine ebenso intensive Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Zitat:

„Die Welt ein immer wieder bisschen besser machen – das kann jeder. Und schon gelingt etwas Großes.“

 

Kontakt

Tim Bertko Personal Training
Spenerstraße 1 | 10557 Berlin/Moabit

https://timbertko.com/ | mail@timbertko.com

 


10 Jahre | Personal Trainer Ken Niestolik

Aus meiner Vision wurde Wirklichkeit und nun durfte ich am Samstag, den 29. September 2018, ein fantastisches Jubiläum feiern. Seit nunmehr 10 Jahren bin ich als Personal Trainer tätig. Wenn das kein Grund zum Feiern ist. Meine wichtigsten Begleiter - meine Klienten sowie meine engsten Vertrauten und Kollegen sollten unbedingt dabei sein.

Gemeinsam haben wir in den letzten Jahren trainiert, gelacht, geweint, gekocht, diskutiert, faxen gemacht, Lösungen gesucht, gemeinsam neue Wege gestaltet und so vieles mehr. Ich bin mir sicher, dass da auch noch so vieles mehr kommen wird. Darauf freue ich mich. Aber das, was ich an dem Tag an Wertschätzung, Freude und Dankbarkeit gespürt habe, hat mich schlichtweg überrollt. Selten war ich so sprachlos und ergriffen.

Über 80 Menschen sind meiner Einladung gefolgt und noch mehr waren in GedanKEN an diesem Tag bei mir. Dazu hat sich mein Personal Trainer Studio in eine Galerie von Leipziger Künstlern verwandelt. Meine Idee war es, einen neuen Raum schöner Momente zu schaffen und allen Gästen neue Perspektiven zu bieten. Dafür konnte ich die Leipziger Fotografen Joachim Rosse und Philipp Kirschner sowie den wunderbaren Bildhauer Felix Hafner für mein Jubiläum gewinnen. Bei entspannter elektronischer Livemusik und einem tollen Buffet von Dana Burde konnten wir die Kunstwerke bestaunen.

 

Es war ein Tag zum Genießen, Feiern, Tanzen, Lachen und schöne Werke anschauen. Und es war ein perfekter Anlass um Danke zu sagen, dass alle diesen Weg mit mir gehen und mich immer wieder dazu bewegen, mich weiterzuentwickeln.

 


#LesenBewegt: Jan Frodeno - Eine Frage der Leidenschaft

Jeder, der sich in den letzten Jahren mit Triathlon auseinandergesetzt hat, ist zwangsläufig mit dem Namen Jan Frodeno in Berührung gekommen. Der Ausnahmeathlet hat in den letzten Jahren viele Titel gewonnen, darunter die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen oder den ersten Platz beim IRONMAN auf Hawaii.

Für uns als Personal Trainer und immer noch begeisterte Sportler sind die körperlichen wie auch mentalen Leistungen, die Jan Frodeno Jahr für Jahr leistet, sehr beeindruckend. Timo Bartel, der selbst viele Jahre intensiv im Triathlon aktiv war und mehrere Wettkämpfe über die Kurz- und Langdistanz erfolgreich absolviert hat, kennt die Voraussetzungen nur zu gut. Für mich als Volleyballer und ambitionierter Radsportler ist der Triathlon eine wunderbare Möglichkeit, Bewegung, Wettkampf und mentale Leistung zu kombinieren.

Genau diese Themen greift Jan Frodeno in seinem neuen Buch auf. Er schreibt sehr anschaulich über seine Anfänge als Rettungsschwimmer, seine ersten Radrennen und die prägenden Momente und seine Begleiter, die ihn zum Triathlon Sport gebracht haben. Neben seinen Erfolgen bei Welt- und Europameisterschaften und den Olympischen Spielen durchlebt er auch Momente des Zweifels und stellt vieles Infrage. Er erlebt prägende Rückschläge und findet doch seinen Fokus zurück.

Eine Aussage im Buch ist uns dabei besonders im Gedächtnis geblieben:

„Es gibt niemanden, der für dich den Schalter im Kopf umlegen kann. Du musst es ganz allein machen. Du musst die Grenzen in deinem Kopf selbst verschieben – nach vorne.“

Aus unserer Sicht ist diese Aussage nicht nur für einen Leistungssportler zutreffend, der 3,8km schwimmt, 180km Rad fährt und dann noch einen Marathon läuft. Auch bei uns im Alltag ist das eine wichtige Erkenntnis. Dabei muss man das nicht mit sich alleine ausmachen, sondern braucht vielleicht einen Vertrauten, einen Trainer oder einen Partner. Ohne diese Weggefährten wäre er auch nicht so erfolgreich. Jeder von uns braucht ein Team aus Familie, Freunden, Trainingspartnern und vor allem Menschen die uns in schwierigen Situationen Halt und Zuversicht geben.

Das Buch ist eine wunderbare Geschichte eines Leistungssportlers, der mit sehr viel Leidenschaft, Siegeswille und Optimismus die Weltspitze erklommen hat. Er fasst es schön zusammen: „Ich habe keinen Plan B – also muss Plan A funktionieren.“

 

Hier gibts noch den Link zum Buch:

https://www.ryzon.net/collections/frodissimo/products/jan-frodeno-eine-frage-der-leidenschaft


Stress - Verstehst du deinen Körper? (Teil 1)

Brrrring, bzz bzz, beep beep beep – wenn uns eine Nachricht erreicht, schauen wir gern sofort auf unser Telefon. Unsere Lieblingsmarke kündigt ein neues Produkt an – wir können es kaum erwarten und sind die ersten, die "auf der Matte stehen". Doch was ist, wenn unsere Kopfschmerzen nicht nachlassen? Der Schlaf einfach nicht erholsam ist oder der Rücken permanent schmerzt? Eindeutige Signale, die wir gern lange ignorieren, niedriger priorisieren oder gar nicht erst wahrhaben (wollen).

Dabei ist unser Körper ein schlaues Kerlchen. Er ist lange Zeit geduldig mit uns und unseren tagtäglichen Entscheidungen, die wir viel zu oft gegen ihn treffen. Wie ein fürsorgliches Elternhaus bügelt er Dummheiten glatt und gibt uns so Sicherheit. Doch auch der Geduldigste hat mal die Nase voll, wenn er immer wieder getriezt oder ignoriert wird. Auf die Warnsignale, die der Körper dann aussendet, sollte man besser genau hören.

Es ist spannend, dass einige der Symptome direkt Einzug in die Alltagssprache gehalten haben. Uns schlägt das Herz bis zum Hals. Wir haben die Nase voll. Das schlägt mir auf den Magen. Diese Beispiele zeigen, dass sich Körper und Psyche kaum trennen lassen. Das Gegenteil ist der Fall, beides steht in ständiger Wechselwirkung und kann Einfluss auf das jeweils andere haben. Der Mensch ist eine ziemlich intelligent ausgetüftelte Einheit und ein Wunderwerk an Funktionen. Kommt es zu Veränderungen, ob positiv oder negativ, ist das gesamte System betroffen. Umso wichtiger ist es, genau hinzuhören, wenn mir mein Körper etwas mitteilen möchte. Und mich dann eben auch zu fragen, warum ich denn die Nase voll habe. Was sagt mir mein Immunsystem damit? Was sagt es mir, wenn die Verdauung nicht funktioniert. Oder ich seit längerem schon niedergeschlagen, gar deprimiert bin.

 

Die WHO sagt, „Gesundheit ist ein Zustand völligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen.“ Damit wir uns wohlfühlen, müssen wir lernen, auf die Frühwarnsignale Acht zu geben, sie zu erkennen und auch ernst zu nehmen. Vor allem stressige Phasen können die Auswirkungen auf die Gesundheit verstärken:

 

  • Gehirn: Verschiedene Hirnareale besitzen Rezeptoren für das Stresshormon Cortisol und werden unter Stress von diesem beeinflusst, z.B. das limbische System, zuständig u.a. für Emotionen und der Bewertung von Stressoren oder der präfrontale Kortex, der an zielgerichtetem Handeln und Entscheidungsprozessen beteiligt ist. Bei chronischem Stress sind diese Areale dauerhaft betroffen und können damit Emotionen, die Gedächtnisleistung, Entscheidungsfindung und Wahrnehmung verändern. Da das Gehirn auch das zentrale Organ für die Stressreaktivität ist, d.h. wie man auf Stress reagiert bzw. was man als Stress wahrnimmt, ändern sich mit andauerndem Stress auch die Bewältigungsmöglichkeiten, die einem Menschen zur Verfügung stehen. Man kann schlichtweg schlechter mit Stress umgehen. Eine andauernde Überforderung kann somit zu Erschöpfung und Depressionen oder Angststörungen führen.

  • Nebennierenrinde: Hier findet über ein ausgeklügeltes System die Cortisolausschüttung statt. Über den Blutkreislauf gelangt Cortisol zurück ins Gehirn und sendet dort den Impuls, dass weniger Cortisolproduktion angeregt werden muss. Wenn dieser Feedbackmechanismus aufgrund von dauerhaft erhöhten Stress- und Cortisolwerten nicht mehr richtig funktioniert, kommt kein Signal im Gehirn an und Cortisol wird weiterhin produziert. Der Stress wird chronisch.
  • Immunsystem: Andauernder Stress wirkt sich negativ auf das Immunsystem aus. Er reduziert die Abwehrzellen und kann damit entzündliche Vorgänge im Körper auslösen und die Entstehung von Krankheiten begünstigen.
  • Muskulatur: Durch einen anhaltenden erhöhten Muskeltonus kann es unter anderem zu Verspannungen und Schmerzen, z.B. im Nacken und Schulterbereich, und im weiteren Verlauf zu Kopfschmerzen und Schwindel kommen.
  • Blutgefäße/Herzerkrankungen: Es bestreitet wohl kaum jemand, dass Stress ein wesentlicher Faktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist. Erhöhter Blutdruck verändert auf Dauer die Blutgefäßwände und ruft damit entzündliche Reaktionen hervor. Außerdem erhöhen Veränderungen in der Blutgerinnung die Gefahr einer Arterienverkalkung und damit einer möglichen Herzinsuffizienz.
  • Darm: Die verminderte Blutversorgung (weil das Blut unter Stress an anderen Stellen gebraucht wird) macht die Magen- und Darmschleimhaut anfälliger für Geschwüre und drosselt die Verdauung. Verstopfung kann eine Folge sein.

Stress lässt sich nicht immer vermeiden. Unser Körper ist jedoch sehr gut darauf eingestellt, mit kurzfristigen Stressphasen umzugehen. Nur müssen wir heute nicht mehr vor dem viel zitierten Säbelzahntiger flüchten oder uns zum Kampf bereit machen. Die Anforderungen im Alltag sind komplexer, die an sich selbst meist überzogen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir im Alltag nicht den klaren Blick verlieren, ein Gefühl dafür entwickeln, was uns guttut und wie man richtig abschalten kann, damit man nicht in den Strudel aus „ich muss nur mal schnell“, „mach ich gleich“ und „einer muss es ja machen“ gerät. Sonst kommt der Säbelzahntiger mit seinem ganzen Rudel und lässt uns keine Ruhe!

Das Säbelzahntiger-Rudel ist schon da? Ihr habt das Gefühl, über keine geeigneten Mittel und Methoden im "Kampf gegen den Stress" zu haben? Sprecht mich einfach an – ich unterstütze euch gern!

Euer Ken

 


Das schaffst du NIE!

„Egal, ob du denkst, du schaffst es oder du schaffst es nicht, du wirst Recht behalten.“ – Henry Ford

Stimmt doch, oder? Schon als kleine Kinder wurde uns versichert, wenn man nur ganz fest an etwas glaubt, geht es in Erfüllung. Nur dachten wir damals an Pferde oder eine Karriere als Profifussballer. Mit dem Älterwerden zeigt sich vor allem, wie negative Glaubenssätze unsere Entwicklung beeinflussen.

Manche nimmt man ganz bewusst wahr. Wer als Schulkind im Sportunterricht immer als letztes in die Mannschaft gewählt wurde, wird wahrscheinlich keine Lust an Bewegung entwickeln und sich sagen, er oder sie wäre eh unsportlich. Warum dann quälen? Unbeantwortet bleibt die Frage, ob vielleicht eine andere Sportart genau das Richtige gewesen wäre. Oder Bewegung ohne Leistungsgedanken erfüllend sein kann, z.B. Wandern gehen oder mit Freunden Tischtennis spielen. Manch einer möchte gern singen. Wenn von klein auf suggeriert wird, dass man das nicht kann, wird der Wunsch immer unerfüllt bleiben und nur die Dusche oder das Auto sind Zeugen von inbrünstigen Gesangsdarbietungen.

Weitaus schwieriger sind die unbewussten Glaubenssätze zu greifen und entdecken. Speziell beim Thema Übergewicht sind es oft noch andere Faktoren als bloße Fehl- bzw. Überernährung. Zusätzliche Kilos können auch einen Schutz darstellen, weil das Innerste der Person verletzt wurde. Du bist nicht gut genug! Du leistest nicht genug! Aus dir wird nie etwas werden! Nur dünn bist du liebenswert. Mit diesen Glaubenssätzen wird der Körper das überflüssige Gewicht nicht loslassen. Im Gegenteil, er wird sich daran klammern, bis er keinen Grund mehr für diese Schutzschicht hat.

Glaubenssätze beeinflussen unser Leben. Sie können uns voranbringen oder bremsen. Unbewusst suchen wir Situationen auf, die unsere Glaubenssätze bestätigen, um dann sagen zu können: “Hab ich doch gewusst.” Dieses Festhalten an negativen Gedanken hindert uns daran, ein erfülltes Leben zu führen und Träume einfach einmal anzugehen, Neues zu entdecken oder die eigene Komfortzone zu verlassen. So können wir unser Potential nicht ausschöpfen.

Die gute Nachricht? Diese Glaubenssätze sind ein erlerntes Verhalten, das man wieder verändern kann. Dazu ist es wichtig, sich dieser Muster bewusst zu werden und sie im ersten Schritt auch anzuerkennen.

Die Situationen, aus denen diese Glaubenssätze resultieren, sind womöglich längst vorbei, aber das Muster ist geblieben. Wer an diesem Punkt bereits defensiv bleibt, kann keine Veränderung herbeiführen. Hat man seine persönlichen (hinderlichen) Glaubenssätze erkannt, gilt es, diese wertzuschätzen. Sie waren lange Zeit Teil des Lebens, haben möglicherweise auch viele positive Aspekte gehabt. Oder Teile davon helfen heute noch.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, irrationale Glaubenssätze aufzulösen. Das ist zum einen abhängig von den Methoden, die ein Coach anwendet, muss aber auch immer in Rücksichtnahme auf die seelische Konstitution des Klienten erfolgen. Vor allem hat dabei jeder sein eigenes Tempo und es kommt alles zu seiner Zeit.

Für einen ersten Einblick in diese Themen hilft es, sich bestimmte Situationen die negative Emotionen auslösen, genau anzuschauen. Denn Epiktet, ein griechischer Philosoph sagte schon: “Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben.“ Nicht die Situation selbst hemmt, stresst oder macht uns Angst, sondern wie wir sie bewerten. Glaubt man, dass es ohnehin keinen interessiert, was man zu sagen hat, macht der Gedanke an einen Vortrag, den man im beruflichen Kontext halten muss, ziemlich große Angst. An diesem Punkt kann der Coach ansetzen und mit dem Klienten zusammen schauen, welche Ressourcen dieser hat, um mit dem negativen Gefühl umzugehen. Oder gemeinsam nach Alternativen zu suchen, die in der Vergangenheit schon gut funktioniert haben. Praktisch könnten  es bspw. Entspannungsmethoden sein oder auch ein regelmäßiges Üben vor der Familie oder Freunden. Durch Bewusstwerden dieser Möglichkeiten flacht der Stress ab und die negativen Glaubenssätze werden umgedeutet.

Glaubenssätze, sowohl positive als auch negative, haben letztendlich auch etwas mit Selbstwirksamkeit und Kontrollüberzeugung zu tun. Wenn ich denke, dass ich bestimmte Dinge nie schaffen werde und dass ich aber auch wirklich nie Glück habe, gebe ich die Kontrolle aus der Hand und überlasse anderen Personen, dem Schicksal oder dem Pech das Zepter. Habe ich jedoch den Glauben, dass ich die Dinge selbst beeinflussen kann, wird aus einem “Das kann ich nicht” ein “Das werde ich schon schaffen”. Yeah!

 


Einen Thron für den Personal Trainer bitte

Der Tag beginnt 5.30 Uhr, weil der erste Klient 6.00 Uhr zum Training erscheint. Ganz ambitionierter Trainer der ich bin, springe ich fit wie ein Turnschuh aus dem Bett, trinke vorbildlich entweder einen grünen Super-Duper-Food Smoothie oder Detox Wasser, welches mit Gurke, Zitrone oder Ingwer aufgepeppt wurde. Kraft durchströmt meinen vom vielen Training gestählten Körper und ich absolviere noch drei „Oms“, um mit voller Achtsamkeit und Dankbarkeit in einen Tag zu starten, der erst in 12 Stunden wieder enden wird. Macht aber nix, ich bin ja stets motiviert und voller Tatendrang. Immerhin bin ich doch auch ein Vorbild für meine Klienten, oder?

 

Zugegeben, das ist ein ziemlich überspitztes Bild, wie der Personal Trainer von außen wahrgenommen wird. In den sozialen Medien, auf Messen oder Fernsehsendungen wird der Übermensch Personal Trainer oft derart hochstilisiert, dass es kaum möglich scheint, er oder sie habe sich mit den gleichen Alltagssorgen oder Motivationsproblemen zu beschäftigen wie alle anderen auch. Aus Gesprächen mit eigenen Klienten weiß ich, dass mir eine allgegenwärtige Leichtigkeit attestiert wird, da ich ja eh trainiert und beweglich bin. Alles scheint einfacher für mich zu sein.

Was unterscheidet den homo superior, den Übermenschen, das Vorbild Personal Trainer denn eigentlich von seinen Klienten? Immerhin esse ich auch gern Pizza, Eis oder Schoki, trinke gern einen guten Wein, habe manchmal gar keine Lust, mich über Gebühr zu bewegen oder schlafe viel zu wenig. Genau die Dinge, die Klienten zu mir führen, weil sie in eben dieser Spirale festhängen und gesundheitliche Probleme haben. Oder einfach eine Veränderung suchen.

Natürlich gehen wir Personal Trainer nicht unbedingt mit unseren Schwächen hausieren, wir werden ja für unsere Stärken gewählt und bezahlt. Das heißt nicht, dass es sie nicht gibt. Wir sind keine Maschinen. Vor allem weil man in diesem Beruf oft als Einzelkämpfer unterwegs ist, weil man selbst verantwortlich ist für den Erfolg des Geschäftes, weil man finanziell vorplanen muss. Weil es einfach für eine Person manchmal ganz schön viel sein kann, ist die Kraft auch mal weg, die Lust am Boden und die Tränen nicht aufzuhalten.

 

Nur weil wir wissen, wie wir systematisch an eine Erkrankung oder ein Leiden herangehen und Aufbauarbeit leisten können, verschont uns das nicht vorm Leben mit seinen Stolpersteinen. Auch uns treffen Krankheiten, persönliche Tiefschläge oder Erschöpfung. Das macht es dann umso schwerer, dem Ruf als Idealbild eines Trainers gerecht zu werden. Der Klient sieht vielleicht den durchtrainierten Körper, das strahlende Lächeln, hört die motivierenden Worte. Aber nicht immer sieht er die Anstrengung und die oft jahrelange Arbeit dahinter.

Warum ich oder wir das dennoch gut können? Weil wir ganz bewusst eine Entscheidung für diesen Beruf getroffen haben! Ich kann nur dann ein guter und authentischer Trainer sein, wenn ich das, was ich sage, auch lebe und verstehe. Wenn der Klient mich als glaubwürdig wahrnimmt. Das ist ein großer Teil des Berufs. Ich verkaufe meine Kompetenz. Dazu gehört eben auch eine hohe innere Motivation. Mir darüber bewusst zu sein, dass ich meine eigenen Themen habe, die mich anstrengen, aber auch das Wissen, mit welchen Methoden ich damit umgehen kann. Wenn ich das auch dem Klienten vermitteln kann, bin ich gern ein Vorbild. Ich kann ihm vorleben und kommunizieren, dass auch mir nicht immer alles gelingt, ich kämpfen muss oder vielleicht einmal versage (in meiner Wahrnehmung). Gleichzeitig kann ich ihm aufgrund meiner Ausbildung, meiner jahrelangen Beschäftigung mit allen Aspekten rund um das Thema Gesundheit, meiner Kompetenz als Trainer das Handwerkzeug vermitteln, wie er das auch schafft.

 

Insofern rührt meine Kompetenz nicht von meiner Kraft, meiner Ausdauer, einem „perfekten“ Körper, was auch immer das ist oder der Anzahl Liegestütze, die ich schaffe, sondern von einer Entscheidung, die ich vor längerer Zeit schon getroffen habe und mit jedem Tag aufs Neue treffe. Nämlich ganz bewusst und aktiv an der Entwicklung meiner Klienten Teil zu haben, sie auf ihrem Weg zu begleiten, mein Wissen zu vermitteln und dabei menschlich und auch fehlbar zu sein.


Muskeltier Meeting Vol. 4

Gemeinsam mehr bewegen ist nicht nur eine Phrase. Danach lebe ich im Rahmen de PREMIUM PERSONAL TRAINER CLUBs und auch in Form der „Muskeltiere“. Dieses Mal fand unser Jahrestreffen in kleiner Runde bei Timo Bartel in seinen Spielräumen in Darmstadt statt.

 

Auch dieses Jahr haben wir uns Referenten eingeladen, die Experten auf ihrem Gebiet sind. Fasziniert von ihrem Workshop auf der PTC 2017, haben wir Kristina Linn gebeten, uns in einem Tagesworkshop das Faszien Distorsions Modell (FDM) vorzustellen und die damit verbundenen Anwendungsmöglichkeiten in unserer Arbeit. Durch den hohen Anteil an Praxis und aktueller Relevanz für Themen unserer Klienten haben wir extrem viel mitnehmen können und eine andere Sichtweise auf das Thema Körpersprache, Schmerzen und Beschwerdebilder bekommen. Um den Tag später schön ausklingen zu lassen, sind wir mit Decken, Essen und Bewegungsdrang in die Weinberge. Abendessen in geselliger Runde mit Blick in den Sonnenuntergang.

Bereits am nächsten Morgen stand eine weitere Referentin vor der Tür. Silke Fross hat uns eine Einführung in die BALLance Bälle gegeben. Diese wurden vergangenes Jahr bei den NEOS AWARDS zum Produkt des Jahres ausgezeichnet und sind eine wunderbare Unterstützung für die Aufrichtung der Brustwirbelsäule. In den ersten Trainings haben auch meine Klienten den positiven Effekt wahrgenommen.

Genug Weiterbildung – jetzt kommen wir fünf in den Fokus. Ebenso wichtig wie unsere Weiterbildung innerhalb der Runde ist ausreichend Zeit für uns und die Reflektion. Jeder von uns hat in den letzten Wochen und Monaten viel erlebt oder bestimmte Themen, die er in der vertrauten Runde ansprechen möchte. Das ist für mich das Einzigartige. Wir haben einen Kreis geschaffen, wo Freundschaft, Austausch und unsere Arbeit gleichermaßen Beachtung finden. Hier steckt so ein riesiges Potential drin, dass ich immer wieder begeistert bin, welche Möglichkeiten der Weiterentwicklung in solch einem intensiven Wochenende stecken.

Neben Fachwissen, Reflektion und vielen Gesprächen über Business Themen haben wir natürlich die Freude und den Genuss nicht vergessen. Es wurde viel, sehr viel, gelacht. Auch zum Leidwesen unserer Referentinnen. ?

Danke für diese wertschätzende und ehrliche Muskeltier-Runde.

 

Hier ein paar Impressionen von unserem Wochenende: