Wie kann man einer Mutter helfen zu mehr Ruhe im Alltag zu finden

Erschöpfte Mama - Was kann man tun?

Wer den Begriff Personal Training hört, denkt meist erst einmal an pures Fitnesstraining. Gestählte Körper, braungebrannt und gut gelaunt. Zumindest suggerieren das unzählige Bilder auf Webseiten oder in Zeitschriften. Um die Komplexität und Vielfältigkeit unseres Berufes aufzuzeigen, möchte ich gern einige Fälle skizzieren, bei denen weit mehr als ein "Sportlehrer" gefragt ist. Gerade wenn Themen wie Erschöpfung, Müdigkeit, schwaches Immunsystem und andere, teilweise wenig greifbare Anzeichen auftauchen, reicht es nicht, zu mehr Bewegung zu animieren. Da muss ganzheitlich geschaut werden, wo die Ursachen liegen könnten. Das beginnt IMMER mit einem ausführlichen Gespräch.

In diesem Fall durfte ich einer erschöpften Mutter zur Seite stehen. Das ist absolut kein Einzelfall, im Gegenteil, es gibt leider viel zu viele Mütter, die mit ihrer Kraft und den Ressourcen am Limit sind. Besonders komplex macht diesen Fall das aufgeweckte, aktive Kind, das gegen Abend noch einmal richtig aufblüht. Die Mama hat bereits vieles ausprobiert, um dem Kind einen ruhigen Übergang in den Abend zu ermöglichen und etwas herunterfahren zu können, jedoch zeigten Vorlesen, Kindermeditation bzw. Traumreisen oder viel frische Luft keine Veränderung. Ich möchte hierbei darauf hinweisen, dass nicht darum geht, ein Kind ruhig zu stellen, sondern durch Rituale vielleicht ein wenig mehr Raum und Zeit für die Mama zu schaffen.

Im Gespräch wurde sehr schnell deutlich, dass wir vorerst keinen Trainingsplan erstellen müssen. Es wäre der falsche Weg, der Mutter noch mehr "Zu erledigen" Aufgaben zu geben. Ein großes Thema ist der Faktor Zeit. Zeit für die Familie, die Kinder, den Partner und ganz besonders für sich selbst. DENN: es ist KEIN Egoismus, wenn ich mir als Mutter (oder Vater) ganz bewusst Auszeiten nehme und diese auch einfordere. Kürzlich las ich folgenden Spruch: "Wenn du für andere da sein willst, denk an die Sauerstoffmaske im Flugzeug. Da musst du erst sicherstellen, dass es dir gut geht und dann kannst du dich auch um andere kümmern." Anders gesprochen, du kannst nur etwas aus deinem Glas Wasser abgeben, wenn auch etwas darin ist. Die Familie zählt zu den stärksten Bindungen, die wir als Menschen haben können. Daher ist es nur zu offensichtlich, dass unsere Kinder unser Leben und die Bindungen bereichern und beleben können. Neben den ganzen wunderbaren Momenten gibt es auch Situationen, in denen uns die Kinder aus dem Gleichgewicht bringen, an unserer Kompetenz zweifeln oder in alte Muster zurückfallen lassen, die wir selbst aus Kindheitstagen nicht gemocht haben.

Wie kann man einer Mutter helfen zu mehr Ruhe im Alltag zu finden

Ständiger Zeitdruck

Nun ist das heutzutage mit der Zeit so eine Sache. Ständig haben wir die Uhrzeit im Hinterkopf. Bis 15 Uhr läuft das Meeting, dann schnell den Nachwuchs aus der Kita abholen, noch fix auf den Spielplatz. Ach, auf dem Weg dahin muss ich aber noch mal im Supermarkt etwas für's Abendessen holen. Auf dem Spielplatz angekommen, kreiseln schon die Gedanken: „Hoffentlich klappt heute Abend alles und die kleine Maus schläft schnell ein, ich wollte doch noch eine kleine Runde Sport machen und ein paar Seiten im Buch lesen“. Ehrlich, welche Mutter kennt dieses oder ähnliche Szenarien nicht? Und das sind die guten Tage, wehe abends melden sich plötzlich Ohrenschmerzen oder am Tag ruft die Kita an, weil das Kind Fieber oder erbrochen hat (in der Regel zieht das nämlich eine Krankschreibung nach sich, weil das Kind 48 Stunden beschwerdefrei sein muss). Und schon fliegt einem das Tetris Spiel im Kopf um die Ohren.

Es ist nicht verwunderlich, dass viele Eltern auf Sparflamme laufen. Zeit für sich selbst ist ebenso wichtig, wie die Zeit für den Nachwuchs. Wenn ich mit Müttern (oder Vätern) darüber spreche, dann fällt die Entscheidung immer ganz klar aus – Pro Kind! Was auch vollkommen nachvollziehbar ist, zumindest in akuten und zeitlich limitierten Phasen. Auf Dauer wird dies schwierig, da der eigene Akku leerer wird, die Unzufriedenheit wächst und die Qualität im Umgang mit den Kindern wird unausgeglichener. Und Zack – herzlich willkommen im Kreis der Herausforderungen.

Mama erschöpft vom Alltag - was tun?Es gibt da den Satz „Kinder spiegeln die Eltern“. Auch wenn wir den nicht so gern hören wollen, trifft er in einem solchen Szenario voll zu. Wir haben eine innige Bindung zu unseren Kindern und Kinder schöpfen noch vollkommen andere Potentiale aus, die wir mit den Jahren leider mehr und mehr vergessen. Empathie zum Beispiel. Kinder spüren wie es uns geht und was mit uns los ist. Auch wenn sie es nicht kommunizieren können, doch reagieren werden sie. Das Kind wird unruhig, da es die innere Unruhe der Eltern fühlt. Vielleicht will uns das Kind unbewusst ein wenig unserer Energie abnehmen oder es eifert uns nach und möchte ein ähnliches Niveau des inneren Treibens erreichen wie die Eltern. Fakt ist jedoch, dass die Kleinen dies nicht oder nur schwer einschätzen und kontrollieren können. Und eine wichtige Tatsache darf man nicht außer Acht lassen: die kleinen Wirbelwinde haben einen größeren Energiespeicher als die Eltern 😉 Die Göttin der Jugend, Hebe, verleiht hier übermächtige Kräfte gegen die die Eltern nicht ankommen können. Oder doch?

Was tun?

Wenn die Erschöpfung da ist, sollte man auf jeden Fall genau nach den Energieräubern schauen. Es hilft, eine Art Inventur zu machen. Wie läuft der Alltag ab? Was könnte verbessert werden? Vielleicht auch mal fragen: was ist unwichtig oder kann auch noch liegen bleiben? Womit verbringen wir eigentlich unsere Zeit? In welcher Qualität. Wenn ich gleichzeitig versuche, mich dem Kind zu widmen, eine bestimmte Tätigkeit im Haushalt zu erledigen und vielleicht selbst noch mit einem Auge fernsehe oder im Internet unterwegs bin, mache ich zwar viel, aber nichts richtig bewusst. Das erzeugt Stress. Im Ergebnis bekommt dann vielleicht das Kind mein Durcheinander ab, weil es mich mit gefühlt 1000 "Warum" Fragen löchtert und ich nur noch genervt antworte. Solche Situationen lassen sich nicht immer komplett vermeiden. Dennoch kann man versuchen, Qualität über Quantität zu stellen.

Wenn ich mir z.B. bewusst Zeit nehme nach dem Heimkommen, mit dem Kind oder den Kindern auf Augenhöhe zu sprechen, nach ihrem Tag zu fragen, mir anzuhören, was sie gespielt oder gelernt haben, ist das vielleicht "nur" eine halbe Stunde, aber diese dann mit voller Aufmerksamkeit auf die Beziehung zwischen mir und meinem Kind. Das kann auch verhindern, dass die Kleinen kurz nach dem Bettgehen aufgeregt ankommen, weil es noch so viel zu erzählen gibt. Wir Erwachsenen wollen und sollten uns ja ebenfalls nach dem Arbeitstag austauschen. Danach kann man das Kind darauf hinweisen, dass die nächste halbe Stunde für die Vorbereitung des Abendbrotes oder Wäsche etc. benötigt wird und das es sich in dieser Zeit mit dem Lieblingsspielzeug oder einem Buch beschäftigen kann. Eine klare Vorgabe der Zeit hilft dabei, selbst wenn die Kleinsten noch kein Gefühl dafür haben. Man könnte dem Kind auf der Uhr zeigen, wie lange man für die Aufgabe benötigt. So fühlt es sich einbezogen. Für das Elternteil bedeutet es, in kurzer Zeit effektiv eine Arbeit zu schaffen, ohne auf die Multitasking-Miene zu treten.

Das ist nur ein Beispiel dafür, wie man Zeit klarer strukturieren kann, wobei deutlich gesagt werden muss, dass das ein Prozess ist und wahrscheinlich nicht gleich am ersten Tag perfekt abläuft. Routinen helfen ungemein, sowohl dem Kind als auch der Mama oder dem Papa. Das Kind lernt so einen weiteren wichtigen Wert: Transparenz. Ich kann dem Kind sagen, dass ich gleich eine Aufgabe erledigen möchte, damit ich dann schnell wieder für es da sein kann. Ich kann auch sagen, dass ich müde bin und vielleicht am Wochenende 20 Minuten Mittagsruhe exklusiv für mich haben möchte (sicher noch sehr vom Alter des Kindes abhängig, aber auch hier hilft Routine). Und ja, das Kind sollte auch lernen, dass Mama gern alleine aufs Klo geht.

So wichtig die Routinen für das Kind in diesem Prozess sind, so positiv wirken sie sich auch auf einen selbst aus. Dabei ist aus meiner Erfahrung heraus sehr entscheidend, ein Ritual zu etablieren, dass es einem ermöglicht, ganz bewusst von einer Lebenswelt in eine andere zu wechseln. Das könnte z.B. ein Spaziergang sein oder ein Atemritual. Oft hilft es auch, die Arbeitskleidung zu wechseln und in etwas Bequemes zu schlüpfen, was mich auch fühlen lässt, dass ich daheim bin. Etwas, dass das Gedankenkarusell im Kopf stoppt und verhindert, den Arbeitsalltag in die Freizeit zu übertragen. Eine klare Trennung hilft dabei, einen Teil des Tages abzuschließen, um einen anderen mit der Familie oder Freunden bewusst und gelassen genießen zu können.

Alltag mit Kind - Mutter erschöpft

Eigene Werte definieren

Genauso wie Kinder Werte vermittelt bekommen (sollen), die das Zusammenleben harmonisch machen, müssen wir uns selbst darüber bewusst sein:

  • Warum bin ich gerade gestresst? Wieso habe ich gerade so reagiert? Wo und wie spüre ich die Unzufriedenheit?

Je mehr Klarheit man über sich bekommt, desto besser kann man diese dann auch kommunizieren oder als Handlungskompetenz umsetzen. Und dabei zählt nicht: „Ich bin gestresst, weil mein Kind sich nicht anzieht oder beim Zähne putzen durch die Wohnung tanzt." Oft geht es tiefer. Was nehmen Sie wahr und wie können Sie das zu Ihrem Vorteil (in Zukunft) nutzen. Erst, wenn ich mir selbst darüber bewusst bin, welche Werte ich habe, was mir wirklich wichtig ist (fernab von Meinungen durch Ratgeber, Freunde, Eltern, Schwiegereltern...), kann ich meinem Kind die Richtung zeigen, in die wir uns bewegen wollen. Ich kann ihm einen sicheren, geschützten Raum geben, in dem es sich entfalten kann und gleichzeitig Ruhe findet.

Fazit: Bei unserem nächsten Treffen konnte mir die Mama berichten, dass die Abende dank der neuen Routine ruhiger ablaufen und das Kind schneller in den Schlaf fand. Dadurch wurde es gleichermaßen für die Mutter entspannter, es steht mehr Zeit zur Verfügung, um die eigenen Akkus wieder aufzuladen.

 

 

 

 

 


Personal Trainer Kenniestolik aus Leipzig mit einer Klientin

5 gute Gründe für einen Personal Trainer

In Zeiten von 24 Stunden Fitness Studios, Youtube Fitnessvideos und Onlinekursen stellt sich manch einem die Frage, warum er oder sie das hart verdiente Geld in einen Personal Trainer investieren sollte. Die Frage ist durchaus berechtigt, deshalb möchte ich gern auf die Besonderheiten und Vorteile der Arbeit mit einem Personal Trainer oder Trainerin eingehen. Hier sind 5 Gründe, die dafür sprechen:

1. Individuell abgestimmte Betreuung durch den Personal Trainer

Jeder einzelne Termin, jede Diagnostik, jede Ernährungsempfehlung - alles wird individuell auf den Klienten oder die Klientin abgestimmt. Natürlich gibt es auch in Fitnessstudios eine Ersteinweisung mit dem gewünschten Programm, basierend auf den Zielen der Kunden, aber wir Personal Trainer begleiten jede Stunde, passen Inhalte sofort an, wenn wir merken, dass es spontan etwas anderes braucht.

2. Flexible Trainingsbegleitung - dort wo es am besten passt

Zugegeben, rund um die Uhr bin ich nicht im Einsatz, doch bieten die meisten PT's auch Trainingszeit vor den normalen Arbeitszeiten an (ab 6 Uhr morgens) bzw. vergeben Termine bis 22 Uhr. Darüberhinaus sind viele Trainer flexibel, was den Trainingsort anbelangt. Das kann im eigenen Studio sein, aber auch beim Klienten daheim, draußen im Park oder auch im Büro / an der Arbeit.  Gerade wenn die Zeit knapp ist und man Gefahr läuft, das Training schleifen zu lassen, ist es umso motivierender, wenn der Trainer persönlich erscheint und das Workout oder die morgendliche Laufrunde zusammen absolviert wird.

3. Persönliche Bindung zum Personal Trainer

Manche mögen die Anonymität des Trainings im Fitnessstudio oder noch lieber daheim vor dem Rechner mit digitalen Fitnessprogrammen. Das ist völlig in Ordnung, wobei so nicht immer gewährleistet ist, dass die Übungen korrekt und sicher ausgeführt werden. Es korrigiert keiner eine fehlerhafte Haltung, die schlimmstenfalls zu Überlastung und Verletzung führen kann. Mit einem gut ausgebildeten Personal Trainer passiert das nicht, denn er wird auf die genaue Ausführung der einzelnen Bewegungen achten. Der Erfolg des Personal Trainings ergibt sich in hohem Maße aus der persönlichen Bindung zwischen Trainer und Klienten, denn nur wenn ich nah dran bin, kann ich genau einschätzen, was es braucht, um ein erfolgreiches Training zu absolvieren. Das kann in dem Fall z.B. auch mal eine Massage oder ein langer Spaziergang sein, weil ich als Trainer schon bei der Begrüßung merke, dass der Klient gestresst oder erschöpft ist und es etwas ganz anderes braucht.

Personal Training in Leipzig bei Ken Niestolik
Geht nicht übers Internet - die persönliche Bindung zum Personal Trainer

4. Qualitativ hochwertige und geprüfte Ausbildung

Egal ob Trainer im Fitnessstudio oder Personal Trainer, eine Basisausbildung bzw. Trainerlizenz ist ein Muss. Anders sieht es meist bei selbsternannten Fitnessexperten im Internet aus. Da fehlt es leider oft am grundsätzlichen Wissen von der Funktionsweise des Körpers und wie man ein Training sicher und verantwortungsvoll anleitet. Personal Trainer investieren viel Zeit und auch Geld in Aus- und Weiterbildungen, um ihre Klienten umfänglich und auch fachübergreifend betreuen zu können. Meist gehören Ernährung samt Mikronährstoffkunde, Stressbewältigung von Meditation bis Yoga oder auch Coaching in allen Lebenslagen dazu. Dieses Gesamtpaket kommt dem Klienten zu Gute, er erhält alle Informationen aus einer Hand, passend zum aktuellen Zustand und den individuellen Zielen. Ich habe kürzlich bereits über das Thema Ausbildung, sowohl meine eigene, als auch die von Alexander von Hausen geschrieben. Daran sieht man, wie unterschiedlich, aber auch thematisch komplex wir Trainer aufgestellt sind.

5. Dauerhafte Motivation durch den Personal Trainer

Schon mal kurz nach Jahreswende im Fitnessstudio angemeldet? Im Sommer immer noch regelmäßig da gewesen? Dieses Szenario kennen sehr viele, die mit Motivation starten, diese dann leider sehr schnell wieder verlieren und damit einhergehend auch einiges an Geld liegenlassen. Mit einem Personal Trainer bekommt man nicht nur individuelles Training, das nicht langweilig oder öde wird, sondern auch einiges an Verbindlichkeit. Es fällt einfach leichter sich aufzuraffen, wenn man nicht alleine ist. Die Ausfallquote ist dadurch geringer, die Klienten erreichen mit mehr Spaß und Freude schneller und nachhaltiger ihre Ziele.

Was eine Klientin dazu bewegt hat, sich einen Trainer (mich😄) zu suchen und welche Erfahrungen sie damit gemacht hat, könnt auf meinem Blog hier nachlesen. Im nächsten Artikel gehe ich darauf ein, was Personal Training wert ist und warum wir kosten was wir kosten, denn für viele Menschen ist der Preis ein große Hemmschwelle hin zum Personal Training.


Wege zum Beruf Personal Trainer - Interview mit Alexander von Hausen

Der Satz "Viele Wege führen nach Rom" passt in unserer Branche besonders gut. Man könnte 10 Personal Trainer fragen und würde 10 ganz unterschiedliche Biographien kennenlernen. Meinen Weg habe ich kürzlich hier aufgeschrieben. Ich selbst finde es sehr spannend, welche Pfade meine Kollegen und Kolleginnen gegangen sind. Einen wirklich interessanten Zugang zum Werdegang Personal Trainer hat mein Freund, Kollege, Mentor und Taktgeber Alexander von Hausen, den ich dazu befragt habe.

1. Wie bist du auf die Idee gekommen, Personal Trainer zu werden? Wie bist du dieses Ziel angegangen?

Durch die sportliche Leidenschaft meiner Jugend: Karate und Ausdauersportarten. Ich war in meiner Jugend ein Bewegungsjunkie. Angeregt durch diverse Kampfsportfilme der 80er/90er Jahre brannte mein Herz für die asiatischen Kampfkünste. Ich spürte in mir eine unbeschreibliche Anziehung. Über viele Jahre waren 1-3 Einheiten pro Tag mein Trainingspensum, das ich dahingehend mit Leichtigkeit abspulte. Die Vielfalt des Triathlons und Marathontrainings gaben mir die nötige Grundlagenausdauer, um nationale und internationale Karatewettkämpfe zu bestreiten und gleichzeitig ins National Team des militärischen Fünfkampf delegiert zu werden. 2002 und 2003 durfte ich Deutschland auf den Weltmeisterschaften in Harskamp/Niederlande und Draguignan/Frankreich vertreten. Gleichzeitig spielte ich über viele Jahre Basketball und Tischtennis im Verein. Heute schmunzele ich rückblickend aber wohlwollend über diese wichtigen Basisjahre, in denen es um Ausdruck im Außen ging. Disziplin, Lust auf vielfältige Sportarten und tiefes Durchdringen von Leistungsfähigkeit meines Körpers durfte ich in dieser Zeit lernen.

Dies ist auch mein erster Aufruf für alle werdenden Personal Trainer. Findet eine Sportart, die euch mit unstillbarem Hunger danach verbindet, die euch glücklich macht und eine Reise zu euch aufzeigt. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten, je nachdem wofür euer Herz schlägt. Entweder ihr interessiert euch für die Vielfalt unterschiedlicher Bewegungsarten oder ihr findet die Vielfalt in einer Sportart. Findet und entfacht euer inneres Feuer.

Nun lag es für mich nahe, nach der Bundeswehr meine Leidenschaft zum Beruf zu machen und Sportwissenschaften in Leipzig zu studieren. Auch wenn ich rückblickend nur bedingt Teile des Studiums in meiner heutigen Arbeit verwende, ist diese Basisausbildung von unschätzbarem Wert, da es mir frühzeitig die verschiedensten Perspektiven des Denkens zu Gesundheit und Sport eröffnet hat.

Mein ganzheitlicher Ansatz wurde maßgeblich vom Vater meiner ersten Freundin geprägt, dem Sportwissenschaftler und Qi Gong Meister Ralf Helm, der das Pilotenzentrum der Bundeswehr in Masserberg/Thüringen geleitet hat. Ralf hat damals schon Sporttherapie, Qi Gong, Meditation und die Vielfalt sportlicher Bewegungsformen in der Natur kombiniert. Er hat mich frühzeitig (mit 18 Jahren) in Verbindung mit  Qi Gong, Meditation und einem ganzheitlicher Denken in Berührung gebracht. Bis heute treffen wir uns und tauchen in die Vielfalt der inneren Arbeit ein. Ein Ansatz, der mich bis heutet leitet, ein roter Faden, der sich seit dem durch meine Sicht- und Arbeitsweise zieht. Damit möchte ich euch einladen: Sucht euch Mentoren, gleicht deren Erfahrungen mit eurer Sichtweise ab.

So lag es nahe, eine Berufung zu finden, in der ich mich mit der Vielfalt meiner Interessen ausleben und finden konnte. 1999 reifte in mir der Gedanke, mich als Personal Trainer selbstständig zu machen, weil mich ein unterbewusstes Bauchgefühl förmlich anzog. Da es zu dieser Zeit kaum etwas über Personal Training gab, außer von einem David Kirsch, Jennifer Wade , Matt Roberts  & Co gelesen zu haben, stand somit die Tür offen, mich frei zu entfalten. Dieser Weg hatte lange vorher begonnen und ich begreife ihn als Berufung, mich in meiner Vielfalt als Mensch auszudrücken.

Meinen ersten Klienten bekam ich im Jahr 2000, als ich neben dem Studium noch im KIESER TRAINING arbeitete. Für meine PT Homepage wollte ich Bilder machen und fragte ein Mitglied des Studios, ob er sich mit mir ablichten lassen wolle. Ich erzählte ihm von meinen Vorhaben und er sagte mir, dass er sich gerne danach mit mir darüber unterhalten wollte. So bekam ich meinen ersten Klienten, den ich auf einen Marathon vorbereitete und auf einer Golfreise ans Mittelmeer begleitete.

2. Eignet sich jeder für die Ausbildung als PT oder sollte man bestimmte Eigenschaften mitbringen?

In den Jahren der Selbstfindung als Personal Trainer durchläuft man immer wieder Zyklen des Auf und Ab's. Wer kein Vertrauen in den Prozess des Lebens hat, eventuell unbegründete Existenzängste mit in die Wiege gelegt bekommen hat, sich Dinge nicht alleine erarbeiten kann, dem empfehle ich Personal Training nicht.

3. Auf welchem Weg kann man sich deiner Meinung nach am besten zum PT ausbilden lassen? Von  welchen Ausbildungsangeboten sollte man lieber die Finger lassen?

Ich empfehle als Personal Trainer eine fundierte Ausbildung als Basis zu belegen: Sportstudium oder Physiotherapie. Von dort aus beginnend, sucht man sich die Werkzeug, die zu einem selbst und dem Klientel passt. Ich bin kein Fan von online Ausbildungen.

4. Du hast zahlreiche Ausbildungen hinter dir. Was war dir bei der Wahl deiner Ausbildungen wichtig?

Bei der Auswahl meiner Aus- und Weiterbildungen war es mir wichtig, diese fach- und kulturübergreifend in der ganzen Welt zu suchen. Wenn es z.B. darum ging Akupunktur und Qi Gong zu verstehen, dann wollte ich dies in China erlernen. Ich wollte die Menschen dort kennen lernen, mit ihnen gemeinsam essen und ihr Wesen zu erfahren.

Weiterhin ist es mir wichtig, einen Teil in die Persönlichkeitsausbildung zu stecken. Immer wieder fällt mir auf, wie unreflektiert ich anfangs war oder viele Trainer und Therapeuten es nach langen Arbeitsjahren noch sind. Besonders wichtig empfinde ich die Fähigkeit eines PT's, zwischen den Zeilen lesen zu können und Frieden im Inneren zu haben. Dies bedingt eine emotionale Aufarbeitung des Elternhauses und der eigenen Trigger in der Kommunikation mit anderen Menschen. Diese Softskills sind von unschätzbarem Wert.

Im fachlichen Bereich unterteile ich meine Schwerpunkte nach der Triade der Gesundheit: STRUKTUR, BIOCHEMIE & PSYCHE. Dahingehend liegt ein Schwerpunkt auf Bewegung und struktureller Therapie wie z.B. Applied Kinesilogie, Traditionelle Chinesische Medizin, Osteopathie, Chiropraktik etc. Innerhalb der Bewegung liegt meine Vertiefung vor allem im Qi Gong. Die Sichtweisen aus den verschieden Bewegungs- und Therapieformen führen über die Jahre zu einer Art Röntgenblick in den Körper und lassen so das Thema des Klienten immer besser erkennen, verstehen und in den Prozess bringen. Schaut über den Tellerrand!

Hinsichtlich der Ernährung begleiten mich über die Jahre diverse Konzepte, die ich zuerst für mich getestet habe: paleo, vegan, vegetarisch, Fasten etc.  Dazu kommen Ausbildungen und Vertiefungen in der therapeutischen Unterstützung durch orthomolekulare Aspekte und die Sichtweise der 5 Elemente Ernährung. Meine Empfehlung: testet mehrere Wochen für euch selbst das jeweilige Konzept, leitet daraus eure Schlussfolgerungen für euer Ernährungsverständnis ab.

Da wir in unserer Arbeit als PT nicht nicht kommunizieren können, liegt darin ein Schlüssel für ein erfolgreiches und langfristiges Gesundheitscoaching. Aus meiner Sicht ist eine wichtige Basis in der Aufarbeitung der verschiedenen Konfliktthemen im Elternhaus zu sehen. Da uns das Leben des Öfteren Spiegel und Projektionsfläche darbietet, werden unaufgearbeitete Themen schnell zu immer wieder auftauchenden Themen im Außen mit Fremden, Freunden, Kollegen und Klienten. Werden wir dadurch ständig getriggert, kostet dies Kraft, Energie und macht eine erfolgreiche Zusammenarbeit anstrengend. Dahingehend arbeite ich seit ca. 15 Jahren eng mit dem Psychologen Gregor Spengler aus Leipzig zusammen, der mich und meine Klientenarbeit reflektiert und begleitet. Weiterhin durfte ich verschiedenste persönlichkeitsbildende Prozesse unterschiedlichster Kulturen durchleben und Ausbildungen in den verschiedensten mental regulativen Bereichen erfahren: Psychoanalyse, Emotionale Balance, Rückführung, schamanische Arbeit. usw. Personal Training ist auch eine Reise zu sich selbst.

Eines meiner wichtigsten Basiswerkezeuge ist die Meditation. Über die Jahre habe ich es bei meinen Klienten eingeführt gemeinsam zu meditieren. Hierbei meine ich nicht geführte Körperreisen, sondern den reflektierenden Umgang mit dem Ego-Geist bzw. dem ungefiltert um Ablenkung und Aufmerksamkeit umherhüpfenden Gedanken. Hierbei verwende ich die Ansätze aus der Transzendentalen Meditation und dem Vipassana und dem großen und kleinen Kreislauf der chinesischen Medizin. Seit vielen Jahren leiste ich mir den Luxus, selbst einen Personal Trainer zu haben, der mit mir 1-2x Woche Wing Tsun trainiert. Auch die Reflexion mit Kollegen empfinde ich extrem lohnenswert.

Mein Aufruf: Sucht euch die zu euch passenden Perspektiven aus Sicht der Kommunikation, Reflexion und Persönlichkeitsbildung und schafft Frieden im Innen. Arbeitet Euer Elternhaus auf. Meditiert täglich. Lasst Eure Arbeit reflektieren.

Was ist deine persönliche Herausforderung?

Meine eigenen Routinen zu wahren. Täglich zu meditieren. Ich-Zeit im Wald zu haben. Mir Pausen zwischen den Klienten zu gönnen. Ruhig zu essen. Alle fünfe gerade zu sein lassen. Meine Freunde nicht zu vergessen. Das innere Feuer nicht ausgehen zu lassen. Und wenn sich etwas in meiner Arbeit nicht stimmig anfühlt, das Passende verändern. An meiner Arbeit gefällt mir besonders, dass ich mich freibestimmt entwickeln und verändern kann und die Dankbarkeit & Resonanz meiner Klienten.

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten, ich bin sicher, dass viele Leser deinen Werdegang sehr inspirierend finden werden.

 


Ken Niestolik Ausbildung zum Personal Trainer

Personal Trainer in Leipzig - mein Werdegang

Die Ausbildung zum Personal Trainer ist nicht standardisiert wie viele andere Ausbildungsberufe. Es gibt nicht DEN einen Weg und auch nicht DIE eine Ausbildung. Der Markt ist voll mit Anbietern jeglicher Couleur. Mein Weg kann beispielhaft für einen Einstieg in die Personal Trainer Branche stehen, je länger man dabei ist, desto mehr verzweigen sich die Wege, die man gehen kann.

Der Wunsch, der hinter meinem Sportmanagement Studium stand, war die Eröffnung eines Sporthotels. Das Grundstudium habe ich in Halle (Saale) absolviert und zum Hauptstudium nach Leipzig gewechselt. Da mir ein Kurs dazu fehlte, den es in Halle nicht gab, galt es diesen nachzuholen, bevor ich richtig ins Studium einsteigen konnte. Um die restliche Zeit sinnvoll zu nutzen habe ich mir einen Job gesucht. Als Sportstudent war es naheliegend, bei einem Fitnessstudio und Reha-Sportverein anzufragen. Ich konnte dort schnell Fuß fassen, mir wurde von Beginn an viel Vertrauen entgegengebracht.

Ein erster Schritt in die Richtung Personal Trainer war die Anfrage eines Mitgliedes, ob ich ihn individuell trainieren könnte. Von der Idee beflügelt habe ich 2008 bei der DTA (Deutsche Trainer Akademie) eine Lizenz zum Personal Trainer gemacht. Parallel zum Personal Trainer Business verfolgte ich die Idee, “Aktives Tagen” in Hotels anzubieten. Daraus entwickelte sich auch mein erstes Unternehmen: LE Business Sports. Ich habe mit Leipziger Hotels und Firmen zusammengearbeitet und bei Veranstaltungen aktive Pausen, Lauftreffs und Vorträge angeboten. Zusätzlich zu den beiden genannten Tätigkeiten war ich im Auftrag verschiedener Krankenkassen als Gesundheitsberater tätig. Dazu gehörten z.B. die Durchführung und Mitgestaltung von Gesundheitstagen.

All die Erfahrungen, gepaart mit meiner neugierigen Persönlichkeit ließen mich mit meinen Klienten zusammen wachsen. Aus dieser Sichtweise heraus habe ich mit der Zeit meine Fortbildungen herausgesucht. Bin ich mit meinen Klienten an Grenzen gestoßen, habe ich geschaut, was es braucht, um diese Herausforderung in der Zusammenarbeit zu meistern. Somit habe ich in den folgenden Jahren einige Weiterbildungen, Workshops und Seminare besucht. Dazu gehörten z.B. die Mental Trainer Ausbildung, Ernährungsworkshop sowie Yoga & Mobilitäts-Seminare.

Im Grunde habe ich überall reingeschaut, was der Fitness Markt hergab. Nach einiger Zeit hatte ich einen Punkt erreicht, an dem ich mich weiterentwickeln und vom Markt abheben wollte. In Leipzig kamen durch die sportwissenschaftliche Fakultät einige neue Kollegen/innen auf den Markt - Bootcamp, Outdoor Fitness oder Yoga sowie Pilates Studios schossen aus dem Boden. Auch EMS Training war auf dem Vormarsch. Aber das war alles nicht mein Thema. Also wie kann ich mich davon abheben? Welche Ausbildungen sind wichtig und was braucht es, um langfristig erfolgreich am Markt zu bestehen?

Weiterbildung Personal Trainer Ken Niestolik

Ich habe mich intensiver mit meinem Business als Personal Trainer auseinandergesetzt. In dieser Zeit kam man da unweigerlich mit dem PREMIUM PERSONAL TRAINER CLUB (PPTC) in Berührung. Ich hatte jedoch (noch) nicht das Selbstbewusstsein, mich sofort für die Prüfung anzumelden. Eine Alternative war das Mentoring Programm, das zu der Zeit neu initiiert wurde. Hierbei habe ich einen meiner wichtigsten Wegbegleiter als meinen Mentor gefunden: Alexander von Hausen. In Leipzig schon als erfolgreicher PT bekannt, haben wir uns gemeinsam mit meinem Business, meinen Fähigkeiten und das was es noch für den nächsten Schritt braucht, auseinandergesetzt. Schnell wurde klar, dass ich schon das Zeug zu einem PREMIUM PERSONAL TRAINER® hatte. Ein Jahr später habe ich dann erfolgreich die Prüfung bestanden und aus dem Mentor wurde ein Freund, Sparringspartner und wichtiger Impulsgeber.

Einen dieser wichtigen Impulse, die ich von Alex mitgenommen habe, war die integrative Körperarbeit. Einen großen Wendepunkt in meiner Art zu arbeiten gab es, als ich in einer Ausbildung die Thai Massage kennenlernte. Sie vereinte alles, was mir bei meiner Arbeit wichtig ist: Spüren, dicht am Menschen dran sein, Ruhe und Entspannung vermitteln. Aus der engen Zusammenarbeit mit Alexander ist auch das Studio hervorgegangen, in dem ich mich bis heute mehr als pudelwohl fühle. Dieser Ort konnte organisch wachsen und hat sich wie ein guter Rahmen um ein Bild - um meine Arbeitsweise - gelegt.

Im Grunde könnte die Geschichte an diesem Punkt schon zu Ende sein. PREMIUM PERSONAL TRAINER®, hauptberuflicher Trainer, eigenes Studio. War sie jedoch nicht. Denn es gibt einige Fragen, die man sich stellen sollte. Die ich mir stellte. Welche Ausbildungen soll ich jetzt noch machen? Was macht der Markt / die Branche, welche Entwicklungen gibt es? Welche Perspektiven eröffnen sich?

Weiterbildung Personal Trainer Ken Niestolik

Meine Entscheidung fiel auf eine Coachingausbildung. Allerdings kann man aus meiner Sicht nur dann eine hervorragende Arbeit als Coach machen, wenn man vor seiner eigenen Türe gekehrt hat. Eine Coaching Ausbildung bedarf einer Menge an Ressourcen wie Zeit und Energie. Zumal es „nur“ das Rüstzeug für die Arbeit mit auf den Weg gibt – die Arbeit als Coach wird immer ein spannender und sich verändernder Prozess bleiben. Im gleichen Jahr, in dem ich die Ausbildung begann und ich mich sehr viel mit Veränderung auseinander gesetzt habe, veränderten sich mein Business und auch ich selbst. Mir sind einige Klienten weggebrochen oder waren lange krank – aber ich wollte doch ein nachhaltiges und stabiles Business haben. Damit muss man erst einmal klar kommen.

Die Entscheidung, die ich daraufhin traf, kann man wohl als die wichtigste und auch mutigste bezeichnen, die ich bis dato als Unternehmer getroffen habe.  Als es mir wirtschaftlich nicht optimal ging, habe ich sehr viel in einen eigenen Coach investiert. Dabei durfte ich lernen, dass ich ein sehr guter Personal Trainer und angehender Coach war, aber ein erfolgreicher Unternehmer war ich noch nicht. Jetzt, rückblickend, war das echt eine verrückte und intensive Zeit. Es hat eine Menge Kraft gekostet, mir wurde einiges an Mut abverlangt, aber ich wurde belohnt. Ich bin ebenso als Unternehmer gewachsen, wie mein Business gewachsen ist. Mit meinem Coach arbeite ich nach wie vor eng zusammen und mein Business entwickelt sich immer weiter. Wohin – das wird sich zeigen, aber die Weichen kann ich selbst stellen. Das ist ein gutes Gefühl.


Wie nah ist zu nah - Die richtige Beziehung im Personal Training

Eigentlich hätte ich jetzt Pause. Eigentlich ist der letzte Termin seit 10 Minuten vorbei. Und eigentlich geht es in 20 Minuten schon weiter. Trotzdem stehe ich noch an meiner Studiotür, in ein Gespräch mit dem Klienten verwickelt. Dabei weiß ich genau, dass ich die Pause unbedingt brauche, um wieder Energie zu tanken, mich zu sammeln und auf den nächsten Klienten vorzubereiten. Nur ist es nicht immer leicht, in diesem Moment die Grenze zu ziehen, ohne den Klienten vor den Kopf zu stoßen. Möglicherweise berdückt ihn noch etwas oder er / sie freut sich über ein paar persönliche Worte. Dennoch ist das nur ein Beispiel dafür, dass meine Grenzen andere sind, als die, die der Klient vielleicht wahrnimmt.

Nicht nur wir Personal Trainer sollten uns im Rahmen unserer Arbeit darüber im Klaren sein, wie wir die Zusammenarbeit gestalten wollen und auch müssen, damit sie erfolgreiche Veränderungen herbeiführt. Auch für die Klienten ist die Beziehung zum Trainer eine ganz besondere. Weil sie sich sicher und verstanden fühlen wollen, vor allem auf den schwierigen Teilen des gemeinsamen Weges. Wer sich selbst in Phasen der Schwäche wertgeschätzt fühlt, bleibt eher motiviert, diese gemeinsam mit seinem Wegbegleiter durchzustehen. Eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen, geschieht schon, wenn der Klient zur Tür hereinkommt. Bereits da kann ich erspüren, wie die Stimmung ist, ob eine große Erschöpfung da ist oder ziemlich viel Anspannung. Ich kann darauf eingehen und Raum bieten, diese Themen zu bearbeiten. Ich sollte mir nur immer im Klaren darüber sein, ob ich diese Verantwortung übernehmen möchte. Ob ich weitere Details aus dem Leben meines Klienten wissen möchte und damit umgehen kann.

Trainer & Klient: Wer denkt was?

Es gibt also zwei Perspektiven, aus der man die Beziehung zwischen Personal Trainer und Klienten betrachten kann. Für beide ist es oft auch ein Lernprozess, bei dem Fragen aufkommen wie:

  • Welche Bindung möchte ich zu meinem Klienten?
  • Welche Vorteile hat eine enge Bindung, welche Risiken bringt das mit sich?
  • Wie nah kann und möchte ich als Trainer den Klienten an mich heranlassen?

Für den Klienten sind es vielleicht folgende Themen:

  • Wieviel kann ich meinem Trainer erzählen?
  • Wird er/ sie mich ernstnehmen, verstehen, schwach, unmotiviert, etc. finden?
  • Wie kann er / sie mir bei Rückschritten helfen?
  • Darf ich ihm am Wochenende eine Nachricht schreiben, weil mich etwas bedrückt, schmerzt?

Denn klar ist auch, wenn wir als Personal Trainer einmal die Position des „Helfers“ (Trainer, Psychotherapeut, Anwalt, Koch etc.) eingenommen haben, wird es meist auch dankend angenommen. Für den Klienten sind wir unglaublich wichtig. Viele haben bereits einen längeren Leidensweg hinter sich gebracht. Deshalb ist es umso wichtiger, die Ängste und Bedürfnisse zu respektieren, gleichzeitig aber auch unsere eigenen Grenzen zu schützen. Das kann z.B. auch der Fall sein, wenn man bei einem Problem nicht weiterkommt und anbietet, einen weiteren Fachmann oder Fachfrau zu Rate zu ziehen.

Schlüsselkompetenzen

Es gibt meines Erachtens so etwas wie einen Heiligen Gral im Personal Training. Dieser ist in meiner Arbeit und meiner Persönlichkeit tief verankert. Empathie. Ohne diese Fähigkeit und den Wunsch, mich in die Bedürfnisse und Emotionen meiner Klienten hineinzuversetzen, diese aufzuspüren und auch entsprechend zu handeln, ist kaum eine Entwicklung möglich, die über das klassische „Pumpen“ hinausgeht. Viele Klienten kommen mit sehr persönlichen Themen zu mir; mit Empathie kann ich sie da abholen, wo sie sich auf ihrem Weg gerade befinden. Mir ist dabei wichtig, dass ich selbst genug Klarheit habe und mich auf meine Stärken besinnen kann. Sobald ich selbst unbearbeitete Themen oder aktuelle „Baustellen“ mit mir herumtrage, fehlt die nötige Distanz und ich bin nicht mehr richtig handlungsfähig. Dann besteht auch die Gefahr, dass man sich die Probleme des Klienten zu eigen macht. Oder plötzlich, getriggert durch den Klienten, eigene Gedanken kreisen. Ich hätte in dem Moment die nötige Distanz verloren. Ich kann den Klienten nicht mehr abholen, weil ich nicht mehr die richtige Perspektive habe. Dabei ist das ein wichtiges Element, vor allem wenn die Themen emotionaler werden. Die Ebene zu wechseln, um z.B. einer weinenden Klientin, Raum zu verschaffen, sich etwas sammeln zu können, indem wir kurz Bewegung einbauen.

Ich bin Ansprechpartner, wenn das Knie im Urlaub zwickt, der Rücken plötzlich schmerzt oder es eine persönliche Herausforderung auf Arbeit gibt. Dann finden Telefonate auch mal am Wochenende statt oder die Nachrichten gehen nach dem geplanten Feierabend hin und her. Das ist okay. Wenn das jedoch überhand nimmt, muss man klar kommunizieren, dass es zu viel ist. Ich muss aufmerksam mit meiner Energie umgehen, auf mich achten. Ich hatte im letzten Sommer eine Phase, in der ich selbst sehr eingespannt und auch mit meiner eigenen Entwicklung beschäftigt war. Um genügend Kraft dafür zu haben, war es einfach notwendig, die Kommunikation dahingehend zu minimieren, dass ich ganz feste Zeiten hatte, in denen ich z.B. Whatsapp Nachrichten beantwortet habe. Vielleicht ist das für Klienten nicht leicht nachzuvollziehen, dass ich mich so herausnehme und mehr Distanz wahren möchte. Nur man darf nicht vergessen, für den Klienten ist man „der oder die Eine“, aber der Trainer hat viele Klienten. Der Fokus ist ein anderer.

Verliebt in den Trainer?

Bei meiner Art zu arbeiten (und der vieler Trainerkollegen und Kolleginnen) kommt es zwangsläufig zu einer großen Nähe. Zum einen auf der körperlichen Ebene, da ich Übungen korrigiere, Bewegungen anleite oder Thai Massagen gebe. Um die Bedürfnisse meiner Klienten aber genau zu kennen, spielt sich auch ganz viel auf der emotionalen Ebene ab. Es bleibt nicht aus, dass ich einen tieferen Einblick in die Gefühle meines Gegenübers bekomme. Das kann beim Klienten erstmal für Verwirrung sorgen. Die Gründe sind verschieden. Vielleicht wird daheim wenig darüber geredet, Bedürfnisse werden ignoriert oder gar nicht erkannt. Manchmal kann es sein, dass es einem erst beim laut aussprechen bewusst wird, was in einem vorgeht. In den seltensten Fällen hat das etwas mit mir zu tun, aber ich bin derjenige, der in diesem Moment da ist, zuhört oder nachfragt. Was dann einfach auch das vermisste Grundbedürfnis erfüllt. In dem Moment ist es wichtig, achtsam zu bleiben und sich zu vergegenwärtigen, was da passiert. Als Trainer kennen wir diese Situationen und wissen, wie wir professionell damit umgehen, wenn plötzlich ein hohes Maß an Nähe da ist. Bis zu einem gewissen Grad versuchen wir das ja aus dem Klienten herauszubekommen, um in der persönlichen Entwicklung zu unterstützen. Wenn es da z.B. negative Glaubenssätze oder Ängste gibt, ist es schwer, die Ziele zu erreichen.

Für den Klienten kann eine solche Situation sehr irritierend sein. Da ist zum einen die körperliche Nähe und zum anderen die emotionale. Dabei ging es doch primär um Bewegung. Ich gehe in diesem Moment auf die Bedürfnisse ein, weil das zum Trainingsprozess gehört, laufe jedoch Gefahr, zur Projektionsfläche zu werden.  Der Klient überträgt Gefühle auf mich, die eigentlich nichts direkt mit mir zu tun haben.  Die Trainingssituation ist nie eine alltägliche, sondern immer eine besondere und durch das Überwinden eigener Grenzen gerät man in eine psychische und physische Ausnahmesituation, in der es leicht zu einer falschen Interpretation der Gefühle kommen kann. Einfach ausgedrückt, bringt der Klient z.B. Herzrasen oder Nervosität mit mir in Verbindung. Und interpretiert diese als Gefühlsregungen.

So etwas kann passieren, damit sollte man als Trainer rechnen. Die entscheidende Frage ist, wie man damit umgeht. Kann ich meinem Klienten gleichzeitig Aufmerksamkeit schenken und die Distanz erhöhen? Ihn oder sie auf meine Grenzen hinweisen, ohne ihnen vor den Kopf zu stoßen. Das kann eine Gratwanderung sein ist aber eben auch ein Muss, wenn man professionell arbeitet.

Es gibt da jedoch auch eine andere Perspektive, die angesprochen werden sollte. Zum Beispiel, ob sich der Trainer nicht insgeheim freut, dass er Avancen bekommt? Denn sind wir ehrlich, in vielen Trainern stecken kleine Narzissten und neben der monetären Entlohnung für unsere Arbeit haben wir noch eine weitere Währung: Bewunderung bzw. Wertschätzung. Natürlich ist es toll, wenn unsere Klienten uns gut finden, vielleicht auch ein bisschen anhimmeln. Und sicher gibt es auch manche Trainer, die solche Dinge bewusst in der Schwebe lassen, um ihre Klienten auch zu einem gewissen Grad "abhängig" zu machen und weil die Ego-Streicheleinheiten bisweilen auch ganz willkommen sind. Oft ist dieser Weg aber eine Sackgasse. Wenn keiner mehr in der Lage ist, die richtige Mischung aus Nähe und Distanz zu wahren und die Situation genau zu reflektieren, kann es passieren, dass die Erwartungen enttäuscht werden und letztendlich auch keine Zusammenarbeit mehr möglich ist. Die richtigen Fragen wären dann: Warum habe ich mir einen Personal Trainer gesucht? Was sind meine Ziele? Wie sah mein Leidensweg bisher aus? Aber auch: Ist es das wert? Kompensiere ich vielleicht etwas anderes? Welches Bedürfnis erfüllt der Trainer, was ursprünglich nicht seine Aufgabe ist? Aber auch der Trainer sollte sich vor Fragen nicht scheuen. Fehlt mir Bestätigung? Ist mein Privatleben erfüllend? Was brauche ich, um klar und fokussiert mit Klienten umgehen zu können?  Gibt es aktuell Stolpersteine?  Wenn sich beide auf das eigentliche Ziel besinnen, was zu Beginn der Zusammenarbeit vereinbart wurde, kann man auch aus diesem emotionalen Wirrwarr wieder gestärkt hervorgehen und weiterarbeiten. Ansonsten ist es eher ratsam, über eine Beendigung nachzudenken.

 

Fazit

Jede unserer Stärken ist auch eine unserer größten Schwächen (oder Ressourcen). Da ich so feine Antennen habe und sehr dicht mit meinen Klienten zusammen arbeite, nehme ich sehr viel wahr. Das kostet Energie, Energie die uns in einem anderen Kontext fehlen könnte. Daher liegt mir dieses Thema auch sehr am Herzen und möchte auf diesem Weg Klienten wie auch Kollegen für dieses Thema sensibilisieren.

So durfte ich bereits 2016 für meinen Freund Timo Bartel einen Artikel für sein Buch „Personal Training ist Teamsache. Gemeinsam mehr bewegen“ beisteuern. Im Text geht es um das Essentielle im Personal Training: Die Beziehung zwischen Trainer und Klient. Unter dem Titel „Die Kunst zwischen Nähe und Distanz“ berichte ich von meinen Erfahrungen mit meinen Klienten. Von Stolpersteinen und tollen Erlebnissen. Davon, wie wichtig eine vertrauensvolle Beziehung zum Klienten ist und ob es auch ein Zuviel gibt.

Wir Trainer lieben unseren Beruf vor allem deshalb, weil es kaum etwas Schönes gibt, als jemanden wieder gesund und schmerzfrei ins Leben zurückstupsen zu können. Dafür lassen wir viele Ideen, viel Wissen und viel Energie in die Betreuung einfließen, dass sich ja nicht nur auf die 60-90 Minuten bezieht, sondern Vor- und Nachbereitung einschließt.  Das ist unser Anspruch, um wirklich individuell auf den Klienten eingehen zu können. Um das tun zu können, brauchen wir Energie. Manchmal gibt uns die Nähe diese Energie, z.B. nach einer richtig guten Trainingseinheit. Und manchmal ist es die Distanz. Die Ruhe. Oder das abgeschaltete Telefon.


Warum ich bunte Socken so liebe

Im zarten Jugendalter entdeckte ich meine Liebe zum Volleyballspiel und steckte fortan meine großen Füße jeden Tag in Sportschuhe. Damit einher ging ein enormer SocKENverschleiß. Könnt ihr euch noch an die omnipräsenten weißen SportsocKEN erinnern, mit den bunten Ringeln? Genau die waren es. Langweilig und am anderen Ende des Ästhetik-Pols, ich weiß.

Doch der Zufall, oder wahrscheinlich eher das Schicksal, wollte es so, dass ich einmal gepunktete SocKEN geschenkt bekam, die dann auch auch im Handumdrehen zu meinen LieblingsocKEN wurden. Das war der Beginn einer immer noch währenden Begeisterung für Strumpfwaren mit Mustern. Leider erwies es sich anfänglich als gar nicht so leicht, an farbige oder gar gemustere SocKEN zu kommen. Das Höchste der Gefühle waren LaufsocKEN, die mit L und R auf den jeweiligen Seiten markiert waren. Ich nahm, was ich kriegen konnte. Zum Glück kam dann bei den SportsocKEN die erste farbige Welle auf, die gab es dann schon mal knallrot, blau oder neonfarben. Rave on! Der Modegott hatte mit der Zeit ein Einsehen und die von mir geschätzten verrückten Muster wurden hip (und ich trendy). Ab da war es dann kein Problem mehr, meine außergewöhnliche SocKEN-Sammlung zu vergrößern.

Mittlerweile kennen mich meine Freunde und Klienten gut und bringen mir sogar aus dem Urlaub tolle Exemplare mit oder suchen regelrecht nach verrückten Motiven, frei nach dem Motto "das könnte was für Ken sein".

Was würde wohl der Psychologe zu meinem Tick sagen? Keine Ahnung, aber ein paar Sachen kann man mit buntem Fußwerk schon ausdrücken. In meinem Kopf geht es zum Beispiel nie nur schwarz und weiß zu; nein, da ist es ziemlich bunt und irgendwo muss das ja raus. Also einmal durch den Körper und ab zu den Füßen. Damit vermeide ich Monotonie, die ich auch im alltäglichen Leben nicht besonders mag. Über die SocKEN kann ich meine Verrücktheit ausleben, für genügend Abwechslung sorgen und variabel sein. Dazu kommt, dass ich berufsbedingt immer aktive Kleidung trage, sehr "functional" unterwegs bin. Da dürfen die SocKEN gern auffallen und knallen.

Und zu guter Letzt kann ich noch von Herzen rausschmettern, dass bunte SocKEN einfach viel mehr fetzen als dunkelblau, schwarz oder weiß gerippt mit bunten Ringeln :-)

 

 

 

 

 

 


Grundkurs | Thai-Yoga-Flow im Personal Training

Die “Thai-Yoga-Massage“ verbindet harmonisch Aspekte aus dem Yoga mit Elementen der Shiatsu – Massage und der Osteopathie.

Die Teilnehmer lernen dabei die praktische Relevanz für eine individuelle Arbeit am Klienten hinsichtlich Beweglichkeit, Regenerationsfähigkeit und einer verbesserten Wahrnehmung kennen. Ebenfalls können durch die gezielte Energiearbeit Blockaden gelöst und der Stress im Körper deutlich reduziert werden.

Dieser Workshop vermittelt neben den Grundlagen, auch verschiedene Abläufe der therapeutischen Thai- sowie der Thai-Yoga-Massage. In Zweier-Settings lernen wir einerseits die Massage- und Dehnabläufe (Rückenlage & Sitz) und andererseits die wohltuende Wirkung kennen. Zudem gehen wir auf verschiedene Grifftechniken mit Daumen, Händen, Armen und Beinen ein und lenken die Aufmerksamkeit auf die korrekten Körperpositionen bei der Durchführung der Thaimassage.

In diesem Thai-Yoga-Flow Workshop werden gezielte Abläufe und Arbeitsweisen zur selbstständigen Durchführung einer 60 minütigen Thai-Yoga-Massage vermittelt. Ebenso erhalten die Teilnehmer eine Vielzahl unterschiedlicher Hands-On-Techniken für den individuellen Einsatz im Personal Training.

Datum & Ort:
13. September - 15. Septemer 2019
Ken Niestolik | Personal Training
Max-Planck-Str. 19
04105 Leipzig

Ablauf:
Tag 1 | Freitag 16.30 - 20.30
Tag 2 | Samstag 9.30 - 18.30
Tag 3 | Sonntag 9.30 - 15.30

Voraussetzung:
Interesse an individueller Körperarbeit

Investition:
495,- Euro (incl. MwSt.)
Im Preis enthalten sind Getränke (Tee, Wasser) und kleine Snacks

Grund- und Aufbaukurs in Kombination zum Vorteilspreis buchbar. 

 

Anmeldung bitte per Mail an info@kenniestolik.de

 

 


Aufbaukurs | Thai-Yoga im Personal Training

Im Aufbaukurs "Thai-Yoga FLOW" festigen wir die Grundlagen der traditionellen Thai-Massage und bauen diese weiter aus.

Gemeinsam erweitern wir die Abläufe der traditionellen Thai-Massage mit der Seit- und Bauchlage sowie der Bauchmassage und verbinden dies zu einem fließenden Spiel der intuitiven Körperarbeit. Mit viel Praxis und Achtsamkeit lernen wir unser Gegenüber nicht nur zu massieren, sondern individuell auf mehreren Ebenen zu unterstützen.

Zusammen mit dem Grundkurs haben Sie die Techniken und Abläufe für eine ca. 90 minütige Thai-Yoga-Massage an der Hand. Dabei werden Sie den kompletten Ablauf wie auch einzelne Sequenzen sehr gut in die Arbeit am Menschen integrieren können.

Am letzten Tag des Aufbaukurses wird der gesamte Ablauf der Thai-Massage an Klienten absolviert.

Datum & Ort:
25. Oktober – 27. Oktober 2019
Ken Niestolik | Personal Training
Max-Planck-Str. 19
04105 Leipzig

Ablauf:
Tag 1 | Freitag 16.30 – 20.30
Tag 2 | Samstag 9.30 – 18.30
Tag 3 | Sonntag 9.30 – 15.00

 

Voraussetzung:
Interesse an individueller Körperarbeit
Grundkurs "Thai-Yoga im Personal Training" 

Investition:
630,- (incl. MwSt.)
Im Preis enthalten sind Getränke (Tee, Wasser) und kleine Snacks

Dieser Workshop ist auf maximal 7 Teilnehmer limitiert

 

Anmeldung bitte per Mail an info@kenniestolik.de


Stress erfolgreich abbauen

In den vorangegangenen Artikeln zum Thema Stress ging es um die Entstehung und um gesunden Schlaf und wie man dafür zur Ruhe kommt.  Wer es nicht schafft, über Meditations – oder Atemübungen zur notwendigen Entspannung zu finden, braucht vielleicht einen aktiven Zugang dazu, z.B. über Yoga oder moderates Ausdauertraining. Eine angenehme Ermüdung der Muskulatur sowie der Abbau von (seelischer) Anspannung sorgen so für erholsamem Schlaf und ein entspanntes Gemüt. Doch auch hier gilt, nicht mit Leistungsdruck, sondern weil es sich gut anfühlt!

Mit den folgenden Sportarten und Entspannungsmethoden kann ich euch empfehlen um aktiv zu mehr innerer Ruhe zu kommen.

Nordic Walking / Laufen / Schwimmen / Radfahren

Am einfachsten umsetzbar sind Spazierengehen oder moderates Laufen. Der Puls sollte nicht unnötig in die Höhe gejagt werden, sonst kann die Stressspirale nicht unterbrochen werden.  Am besten trainiert man am frühen Abend, der Fokus sollte darauf liegen, den Körper nicht zu überfordern. Bei regelmäßiger moderater Bewegung, die eher vom Ruhenerv Parasympathikus geleitet wird, werden z.B. die Stresshormone Adrenalin und Kortisol abgebaut, Sympathikus und Parasympathikus werden ausgleichend reguliert. Welche dieser Sportarten ihr favorisiert, ist hinsichtlich der Wirkung egal. Es werden der Hirnforschung gemäß immer die gleichen Hirnareale für den „Entspannungsbefehl“ aktiviert.

Ken Niestolik macht Yoga im Park
Auch über einen aktiven Zugang wie z.B. Yoga kann man seinen Körper in den Zustand der Entspannung versetzen

Yoga

Mittlerweile gibt es unzählige Arten, wie Yoga praktiziert werden kann. In unseren westlichen Breitengraden wird eher körperbetont geübt, z.B. mit fließenden Bewegungen oder Dehnübungen. Die Fokussierung auf die Ausführung und die richtige Atmung beruhigen den Geist und entspannen die Muskulatur. Bei manchen Varianten wie Bikram Yoga (in einem ca. 40 Grad heißen Raum) sollte man vorsichtig sein, da sie den Kreislauf belasten können. Das wiederum setzt den Körper unter Stress. Für Anfänger eignet sich Hatha Yoga, da lernt man die Basics, auf die alle anderen Varianten aufbauen.

Qi Gong

Das Qi vor dem Gong steht im übertragenen Sinn für unsere Lebensenergie. Als Grundpfeiler der Chinesischen Medizin durchfließt es den Körper und soll, wenn es ungehindert fließen kann, für seelische und körperliche Gesundheit sorgen. Wenn der Fluss des Qi durch Verspannungen hingegen gestört oder blockiert ist, können Krankheiten entstehen.  Eine Möglichkeit, das Qi zu unterstützen, ist die Konzentrations- und Bewegungsform Qi Gong. Sie beinhaltet Atemübungen ebenso wie Konzentrations- und Meditationsübungen. Zusammen mit Körper- und Bewegungsübungen harmonisiert und reguliert es den Fluss des Qi.

Ken Niestolik Personaltrainer macht Qi Gong
Qi Gong-Übungen sorgen dafür, dass die Lebensenergie ungehindert durch den Körper fließen kann.

Gesundheitscoach Ken Niestolik macht Tai Chi am Meer

Tai-Chi

Tai - Chi ist ursprünglich eine chinesische Kampftechnik, weshalb sie landläufig auch als Schattenboxen bezeichnet wird. Zum Kämpfen dient Tai-Chi weniger, aber die fließenden, gleitenden, fast eleganten Bewegungen in konzentriertem, fast meditativem Zustand eignen sich ideal zur Entspannung.

Boxen

Ken Niestolik Personaltrainer aus Leipzig beim Boxen
Frust zu spüren ist normal - er sollte jedoch gezielt abgebaut werden

Weniger zum Einschlafen geeignet, aber super, um starke Anspannung und auch mal Aggressionen loszuwerden, ist der klassische Boxsack. Auch wenn man natürlich versuchen sollte, dem Stress-Übel auf den Grund zu gehen und das Problem von der Wurzel her zu lösen, ist es doch arg befreiend, ein paar Schläge zu verteilen, ohne dabei jemandem weh zu tun oder rechtlich belangt werden zu können. Frust ist legitim, sollte der Gesundheit zuliebe jedoch vernünftig abgebaut werden. Sonst schlägt der Stress zurück!

Gern unterstütze ich Sie beim Erlernen oder Vertiefen Ihrer bewegten Ziele bzw. kann Ihnen den für Sie geeigneten Ansprechpartner aus meinem Netzwerk an Personal Trainern, Osteopathen oder Physiotherapeuten empfehlen.


Entspann dich mal

"Entspann dich mal!" - Was für ein doofer Satz, oder? Als ob das immer so einfach wäre. Außerdem ist da so ein latenter Unterton drin, dass man mental nicht ganz einfach im Umgang sei. Sehr nervig. Manchmal braucht es jedoch wirklich wirksame Strategien und Techniken, um innerlich zur Ruhe zu kommen. Die gute Nachricht? Die kann man lernen, z.B. bei einem Gesundheitscoaching mit mir.

Im letzten Text zur Stress-Reihe habe ich bereits geschrieben, wie wichtig erholsamer Schlaf für das Wohlbefinden ist und welchen Einfluss eine friedliche Nachtruhe auf unseren gestressten Körper hat. Leider ist genau das oft ein Problem für viele Menschen, denn sie kommen gar nicht erst in einen ruhigen Schlaf, weil der Kopf brummt, der Körper vom Tag noch vibriert und die Nervenautobahn noch voll befahren ist. Wie soll man da entspannen?

 

Es gibt wirksame Strategien und Techniken, um innerlich zur Ruhe zu kommen
Entspannungstechniken helfen, um am Abend besser zur Ruhe zu kommen

Eine Lösung, um besser mit Stress umgehen zu können und sowohl über den Tag als auch am Abend zu mehr Ruhe zu kommen, ist das Erlernen von Entspannungstechniken. Dabei gibt es nicht DIE eine Technik für alle. Um die passende Methode herauszufinden sollte man auch schauen, ob man eher körperlich oder geistig auf den Stress reagiert, d.h. zeigt man körperliche Anspannung oder fehlt der Aus-Schalter beim Gedankenkarussell? Jeder Mensch tickt unterschiedlich, hat andere Bedürfnisse und Möglichkeiten, wie und wo Entspannung umsetzbar ist. Ein wichtiger Schritt wäre also, herauszufinden, was einem gut tut.

 

Dafür kann man überlegen, ob man lieber ganz allein mit sich und seinen Gedanken ist oder ob vielleicht eine geführte bzw. geleitete Technik besser wirkt. Auch mögen manche Menschen ganz stilles Liegen oder Sitzen nicht so sehr und beziehen lieber sanfte Bewegungen mit ein. Darüber hinaus sollte sichergestellt sein, dass keine Herz-Kreislauf-Probleme bestehen oder Probleme mit dem Blutdruck, dafür eignen sich manche Übungen nicht. Neben diesen Faktoren spielt meines Erachtens auch die praktische Umsetzbarkeit eine Rolle. Wer tagsüber gestresst im Büro sitzt und in diesem Umfeld schnell umschalten können möchte, dem ist mehr geholfen, wenn er kurze Übungen im Sitzen durchführen kann. Welcher Chef lobt seinen Mitarbeiter schon gern, weil er das Ohmm im Lotussitz vor dem Büroschreibtisch so schön kann.

Wie bei allen neuen Dingen heißt es auch bei den folgenden Techniken dranbleiben, regelmäßig üben und so eine Automatisierung des Gelernten erreichen. Das ist nämlich das Großartige: mit der Zeit wird es immer leichter und natürlicher, in die Entspannung zu kommen. Ohmm..

 

Wechselatmung

Eigentlich kann man die Atemtechnik nicht wirklich von anderen Techniken trennen. Wer flach und hektisch atmet, kann nicht entspannen, egal bei welcher Übung. Deshalb gehört regelmäßiges, tiefes Ein – und Ausatmen zur Voraussetzung für alle Entspannungstechniken. Aber man kann auch durch bloße Atemübungen schon in einen entspannten Zustand kommen und die Herzfrequenz regulieren, z.B. mit der Wechselatmung.

Dabei hält man sich ein Nasenloch zu und atmet tief in das andere ein. Kurz innehalten, beide Nasenlöcher verschließen und durch das andere Nasenloch wieder ausatmen. In das gleiche Nasenloch wieder einatmen, beide Nasenlöcher wieder verschließen, Atem kurz anhalten und durch das andere wieder ausatmen. Diese Übung ca. 5-10 Mal hintereinander wiederholen. Im Yoga gibt dazu noch ganz ausführliche Erklärungen, aber auch so profitieren Geist und Körper von dieser Atemtechnik, da das gesamte System zur Ruhe kommen kann.

Ein Mann sitzt in der freien Natur und meditiert
Mit Hilfe von Meditation können sogar Schmerzen gefühlt reduziert werden

Meditation

Oben genannte Wechselatmung bereitet sehr gut auf die Meditation vor. Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu meditieren, regelmäßige Bestandteile sind Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen. Idealerweise wird das Verfahren unter Anleitung erlernt, ebenfalls wichtig sind ganz regelmäßiges Üben, am besten zur jeweils selben Uhrzeit, am selben Ort. Indem man seinen Fokus ganz gezielt auf eine Sache richtet; das kann die Nasenspitze sein, aber auch Geräusche in der Umgebung, wird das gedankliche Hamsterrad verlangsamt oder auch mal zum Anhalten gebracht. Studien zeigen, dass sogar chronische Schmerzpatienten von Meditation profitieren und mit dieser Methode Schmerzen gefühlt reduziert werden können.

 

Autogenes Training

Das Autogene Training ist eine Methode, die durch Autosuggestion den Körper in einen Zustand tiefer Entspannung versetzt. Es gibt eine bestimmte Abfolge beim Autogenen Training. In der Unterstufe geht es darum, durch verschiedene Übungen wie Schwereübung, Wärmeübung oder Herzübung die Muskelspannung zu lösen, wohlige Wärme zu empfinden und auf den Herzschlag zu achten. Ziel ist es, dass die körperliche Entspannung zu einer geistigen Entspannung führt. Ist man in einem entspannten Zustand, wird in der Mittelstufe mit sogenannten Leitsätzen gearbeitet, wie z.B. „Ich bin ganz gelassen“ oder „Ich bin wertvoll“. So lassen sich negative Glaubenssätze umformulieren und ins Positive wenden. Es gibt noch eine Oberstufe, die jedoch schon sehr in den psychoanalytischen, unbewussten Bereich geht und die ich hier nicht weiter ausführen möchte.

 

Progressive Muskelentspannung

Wer gern ein bisschen aktiver entspannen möchte, weil das Gefühl, einfach nur mit den Gedanken zu arbeiten bzw. diese ziehen zu lassen, zu unangenehm oder schwierig ist, dem wird möglicherweise PME zusagen. Auch wenn man die körperliche Anspannung in einem Körperteil regelrecht merkt, bietet sich diese Methode an. Ziel ist, den Körper in Anspannung und Entspannung wahrzunehmen, den Wechsel zwischen beiden selbstständig regulieren zu können und somit auch wieder ein Gefühl für den eigenen Körper zu bekommen. Bin ich entspannt? Wo bin ich angespannt und wie kann ich da jetzt lockerlassen? Denn ohne Entspannung keine Regeneration!

Während der Übung werden hintereinander verschiedene Muskelgruppen in bestimmter Reihenfolge angespannt, die Spannung kurz gehalten und danach wieder gelöst. Am Anschluss achtet man auf das Gefühl der Entspannung in diesen Muskeln. Wer regelmäßig übt, kann so seinen Muskeltonus so senken. Zu Beginn wird in der Regel eine Langform trainiert, in der einzelne Muskeln angespannt werden. Mit der Zeit kann man diese zu Gruppen zusammenfassen. Vorteil dieser Methode? Nach dem Erlernen, was nicht so schwierig ist, kann man das sehr gut auch alleine durchführen.

Am Anfang fällt es meist schwer, sich auf die jeweilige Übung einzulassen. Zuzulassen, dass man mal 20 Minuten nicht für die Welt zu sprechen ist. Oder sich auch einzugestehen, dass man Ruhe nötig hat. Niemand kann und muss 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche nur funktionieren. Sich regelmäßig eine kleine Auszeit zum Entspannen zu gönnen ist der erste Schritt in Richtung gesunder Selbsthygiene.

Wenn Sie Hilfe beim Erlernen oder neue Impulse für Ihren Alltag benötigen freue ich mich auf Ihre Nachricht.

Im nächsten Teil wird es um Möglichkeiten zur aktiven Entspannung gehen, z.B. welche Sportarten sich dafür besonders eignen.